Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Breitere Schlappen für LKW’s

12.06.2003


Rad- und Reifenhersteller werden bald Super-Single-Räder anbieten. Dank ihres gegenüber Zwillingsreifen reduzierten Gewichts, steigt die Zuladung von Lastwägen. Damit die Sicherheit nicht zu kurz kommt, prüfen Forscher die Betriebsfestigkeit solcher Sonderräder.


Die Maße der neuen SuSi (Felge, rechts) betragen hier: 17.00 x 22.5. Die Konfektionsgröße ihres Mantels ist 495 / 45 R 22.5, also eine Reifenbreite von knapp 50 Zentimetern. © Fraunhofer LBF



SuSi steht offenbar kurz vor der Markteinführung. Zwar lassen sich die Reifen- und Radhersteller ungern in die Karten schauen, doch ist das Thema brandaktuell: In Kürze können Spediteure und Fahrzeugbauer ihre Brummis mit den knapp einen halben Meter breiten "Super-Single"-Rädern aufrüsten. Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Zwillingsreifen ergeben sich in erster Linie aus dem etwa 50 Kilogramm geringeren Gewicht. Bei gleichbleibender maximaler Nutzlast des Fahrzeugs führt dies zu einem Plus von zwei Zentnern Zuladung pro Achse.

... mehr zu:
»Prüfprogramm »Prüfstand »Reifen


"Merkwürdig, dass kein Hersteller früher auf diese Idee gekommen ist", wundert sich Andreas Herbert, der am Darmstädter Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit LBF Prüfprogramme für die Räder entwickelt. "Durch die Extrembelastungen im Versuch passiert im Prüfstand immer mal wieder das, was im späteren Straßeneinsatz vermieden werden soll: Ein Bersten der Reifen unter gewaltigem Knall." Natürlich ermitteln die Forscher die Leistungsgrenze bei Bedingungen, die im Straßenverkehr bei normalem Betrieb nicht auftreten.

Doch auch alltägliche Belastungen werden im Prüfstand simuliert. In einer rotierenden Trommel, die an ein überdimensioniertes Hamsterlaufrad erinnert, presst ein kräftiger Metallarm Rad und Reifen auf die runde Fahrbahn. Per Computer können unterschiedliche Belastungen eingestellt werden, die realen Straßen- und Beladungszuständen entsprechen. Die Schlaglochstrecke ist nur eins von rund hundert Szenarien. "Am wichtigsten sind die Querbelastungen wie sie in Kurven auftreten und vertikale Belastungen durch das Gewicht", erzählt Ingenieur Herbert aus der Prüfpraxis. "So fahren wir Rad und Reifen mit einem Zeitrafferfaktor von ungefähr dreißig gegenüber der Straße."

Natürlich müssen auch die Auswirkungen der Torturen begutachtet werden. Bevor ein Bauteil total versagt - in diesem Fall also reißt, bricht oder platzt - haben sich Risse gebildet. Noch wichtiger jedoch sind Messkurven, die den Forschern anzeigen, in welchem Ausmaß die Bauteile in ihren verschiedenen Bereichen beansprucht sind. Computersimulationen ergänzen die Messungen. Basis all dieser Prüfstandsuntersuchungen sind standardisierte Prüfprogramme, die von den Forschern aus zahlreichen Messungen an Versuchsfahrzeugen abgeleitet werden. Daraus entwickeln sie in Zusammenarbeit mit Rad- und Fahrzeugherstellern schließlich Normen, wie sie auch für das neue Sonderrad SuSi gelten sollen.

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.lbf.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Prüfprogramm Prüfstand Reifen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio
18.01.2017 | KTH Royal Institute of Technology Schweden

nachricht Hubschrauberflüge unter Extrembedingungen simulieren
27.12.2016 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen