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Nachhaltige Verkehrspolitik fördert wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung

30.08.2002


Fallstudie über umweltgerechten Verkehr erschienen

Entgegen der landläufigen Meinung kann die Umgestaltung der Verkehrssysteme im Sinne einer nachhaltigen Verkehrspolitik die Wirtschaftsentwicklung stärken und zu mehr Beschäftigung führen. Voraussetzung dafür: Ordnungsrechtliche und fiskalische Maßnahmen stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zu Anreizen zur technologischen Entwicklung. Dies ist das wichtigste Ergebnis in der Broschüre "Dauerhaft umweltgerechter Verkehr", die die im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellte Studie zu den Auswirkungen einer umweltverträglicheren Verkehrspolitik auf Wirtschaft und Beschäftigung vorstellt. Dabei handelt es sich um die deutsche Fallstudie zum internationalen Projekt "Environmentally Sustainable Transport" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Fallstudien in verschiedenen Ländern zeigen, dass eine umweltorientierte Verkehrspolitik sowohl die Mobilität der Menschen gewährleisten als auch die unerwünschten Folgen des Personen- und Güterverkehrs für Mensch und Umwelt erheblich verringern kann.
Werden hingegen keine Maßnahmen zur Steuerung des Verkehrsgeschehens ergriffen ("Weiter-so-Szenario"), wird sich - so eine Erkenntnis der Studie - bis 2030 der Straßengüterverkehr in Deutschland mehr als verdoppeln und der Flugverkehr sogar verfünffachen - mit gravierenden Folgen für Umwelt und Gesundheit. Der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid durch den Verkehr insgesamt wird um 30 Prozent zunehmen. In der Studie wird dargestellt, wie ein umweltverträglicheres Verkehrssystem gestaltet sein müsste und durch welche Maßnahmen dies zu verwirklichen wäre. Große technische Neuerungen sind hierzu notwendig, doch reichen sie allein nicht aus.

Nachhaltiger Verkehr bedeutet nicht die Rückkehr in die Zeit der Pferdekutsche. Der Verkehr wird sich etwa auf dem Niveau des Jahres 1990 bewegen, setzt sich jedoch ganz anders zusammen: Die Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel; in der Stadt gehen sie viele Wege zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad. Mit dem Auto wird nur noch etwa halb so viel gefahren. Im Güterfernverkehr sind Bahn und Schiff die hauptsächlichen Verkehrsträger. Der Straßengüterfernverkehr geht auf etwa ein Viertel zurück.
Dauerhaft umweltgerechter Verkehr ist erreichbar mit einem abgestimmten Maßnahmen-Bündel, das sich nicht auf den Verkehrssektor beschränken darf. Ordnungsrechtliche Maßnahmen - zum Beispiel Emissionsgrenzwerte - müssen ergänzt werden durch ökonomische Anreize - zum Beispiel fahrleistungsabhängige Abgaben wie die LKW-Maut - und strukturelle Verbesserungen, wie zum Beispiel bei der regionalen Wirtschaftsförderung.
Die Broschüre "Dauerhaft umweltgerechter Verkehr - Deutsche Fallstudie zum OECD-Projekt Environmentally Sustainable Transport" ist kostenlos erhältlich beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst (ZAD), Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030/89 03-29 12. Die vollständige Studie "Strategien, Maßnahmen und ökonomische Bewertung einer dauerhaft umweltgerechten Verkehrsentwicklung", erschienen im Erich Schmidt Verlag Berlin, ist für 29,80 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN 3-503-06670-5)

Josephine Bienert | idw

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