Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Züge bekommen satellitenbasierte Ortung

05.06.2008
Wissenschaftler bereiten Galileo-System bei Eisenbahnen vor

Eisenbahnfahren soll in Zukunft noch sicherer werden. Dazu haben Forscher der Technischen Universität Braunschweig gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern und Industriepartnern ein Satelliten-Ortungssystem für Züge entwickelt. Ab 6. Juni wird der Einsatz des Systems ein Jahr lang in einem Regionalzug in der Hohen Tatra in der Praxis untersucht.

"Neben dem Sicherheitsaspekt ist der Einsatz des Galileo-Systems aber auch deutlich kostengünstiger", erklärt Frank Hänsel, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Eckehard Schnieder am Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik gegenüber pressetext. Bisher wurden Züge mithilfe technischer Komponenten, die am Gleis befestigt sind, im Gleisnetz geortet. Die Wartung solcher Systeme sei vor allem auf weniger frequentierten Strecken mit sehr hohen Kosten verbunden, erklärt der Experte. Was in der Praxis einfach klingt, sei allerdings in der technischen Umsetzung alles andere als einfach, erklärt Hänsel. "Bei einem Navigationssystem im Auto ist immer noch der Fahrer die letzte Instanz. Er entscheidet, wohin er das Fahrzeug lenkt." Bei einem Zug sei das etwas anders, denn schließlich kann der Lokführer nicht lenken und damit nur beschränkt ins Geschehen eingreifen. Die Ortung diene also nicht nur der Zusatzinformation des Fahrers, sondern beeinflusst zum Beispiel die Abstandshaltung, die Geschwindigkeitsüberwachung und die Gleisfreimeldung.

Sensoren am Fahrzeug erfassen Details der Schienenbefestigungen und der Weichenanlagen. "Ein Satellitenempfänger und eine digitale Karte des Schienennetzes ermöglichen erstmals die genaue Positionsbestimmung von Zügen, ohne dass, wie bisher üblich, technische Einrichtungen an der Eisenbahnstrecke vorhanden sein müssen", erklärt Hänsel. Die Premiere des Systems soll nun ein Jahr lang im Nationalpark Hohe Tatra in der Slowakei auf seine Praxistauglichkeit hin geprüft werden. "Die 30 Kilometer lange Strecke durch das Hochgebirge stellt durch alpines Klima und die geographischen Besonderheiten hohe Herausforderungen an die Technik", so der Experte.

... mehr zu:
»Galileo-System »Ortung

Um die Position genau und sicher zu bestimmen und den Nachweis dafür zu erbringen, braucht es ein Vergleichssystem. "Unser Institut hat dafür ein unabhängiges Ortsreferenzsystem entwickelt, das mit einer Genauigkeit im Dezimeterbereich arbeitet", erklärt der Wissenschaftler. "Grundsätzlich unterscheidet sich das neue System vom alten dadurch, dass nicht die Strecke über die Positionierung Auskunft gibt, sondern das Fahrzeug." Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Eisenbahnkonferenz ZEL 2008 in Zilina vorgestellt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de
http://www.iva.ing.tu-bs.de

Weitere Berichte zu: Galileo-System Ortung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE