Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blick ins Innere von Bauteilen

25.10.2001


Über Stock und über Stein - Leichtmetallräder, die immer öfter zur Standardausstattung eines Autos gehören, sind harten Bedingungen ausgesetzt. Da können kleinste Fehler im Material schwerwiegende Folgen haben. Deshalb setzen die Hersteller solcher Gussteile leistungsstarke Verfahren wie die Röntgenprüfung ein, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu sichern. Im Vergleich zum menschlichen Prüfer arbeiten die Bildverarbeitungssysteme objektiver, reproduzierbarer und dauerhaft zuverlässig. Dr. Randolf Hanke, Thomas Wenzel und Dr. Ulf Hassler aus dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen entwickelten das System zur automatischen Radioskopie ISAR, das frisch gegossene Räder im Takt der Produktion überprüft. Für dieses Prüfsystem werden die Wissenschaftler mit dem Josef-von-Fraunhofer-Preis 2001 ausgezeichnet.


Dr. Randolf Hanke, Dipl.-Inf. Thomas Wenzel und Dr. Ulf Hassler (von links) entwickelten ein automatisiertes Röntgenprüfverfahren. Mit ISAR lassen sich insbesondere in metallischen Teilen wie Autofelgen Gussfehler schnell und verlässlich aufspüren.
© Fraunhofer / Volker Steger



»Für ISAR haben wir einen speziellen Filteralgorithmus entwickelt«, fasst Hanke zusammen. »Er macht das System weitgehend unabhängig vom Vorwissen über das zu prüfende Objekt. Das heißt: Um Fehler zu erkennen, sind keine Referenzbilder und keine exakte Prüfposition notwendig. Das beschleunigt sowohl den Einlern- als auch den Prüfvorgang enorm.« Das Prüfobjekt, beispielsweise ein Alurad, wird nach der Fertigung angeliefert und von einem Teleskoparm in die Röntgenanlage gefördert. Je nach Radtyp werden dann 20 bis 30 Röntgenbilder aufgenommen. Dabei bewegt sich der Greifer und liefert so unterschiedliche Ansichten des Rades. Die Aufnahmen werden innerhalb von einer fünftel Sekunde in vier Schritten ausgewertet: Als erstes wählt das System die Ausschnitte des Rades, die für die Prüfung relevant sind. Dadurch reduziert sich die Datenmenge. Anschließend wird ein Gutbild des Rades berechnet. Die Differenz von Gut- und Schlechtbild liefert ein Fehlerbild. In der nachfolgenden Klassifikation werden Artefakte, also Pseudofehler, von echten Fehlern getrennt und in einer Fehlerliste zusammengefasst, die das System abschließend bewertet. Ist Gutbild gleich Schlechtbild, hat das Rad keine Fehler. Weichen Gutbild und Schlechtbild voneinander ab, werden die Fehler mit den Vorgaben des Herstellers abgeglichen und entsprechend aussortiert.



Das System läuft bereits in mehreren Gießereien und wurde im Jahr 1999 von BMW und Audi als Prüfsystem zugelassen. Für die Zukunft arbeitet das IIS-Team daran, die Prüfergebnisse direkt an den Produktionsprozess zurückzumelden. Häufen sich Fehler, wird der Gießprozess korrigiert.

Dr. Randolf Hanke | Fraunhofer-Gesellschaft

Weitere Berichte zu: Bauteil Gutbild ISAR Prüfsystem Schlechtbild

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektronenstrahlbehandlung von 3D-Objekten
22.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Elektrochemische Messung: Korrosivität von Kunststoffschmelzen schnell bestimmen
22.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

Folgenschwere Luftverschmutzung: Forum zur Chemie der Atmosphäre

28.09.2016 | Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

3D-Food Printing an der Hochschule Rhein-Waal

29.09.2016 | Energie und Elektrotechnik

Schneller Energietransport zwischen ungleichen Partnern

29.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Das Ribosom als Kontrolleur

29.09.2016 | Biowissenschaften Chemie