Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Coburg wächst zum Zentrum für Innovationsstrategien

17.10.2001


Innovationen können gezielt provoziert werden - darüber einig waren sich führende Wissenschaftler und Führungskräfte, die vom 10. bis 12. Oktober 2001 beim 5. WOIS INNOVATIONS SYMPOSIUM an der Fachhochschule Coburg zusammen trafen. Innovationsfähigkeit wird zur entscheidenden Schlüsselkompetenz, wenn es darum geht, unter Wettbewerbsbedingungen eine führende Position zu erhalten oder einzunehmen. Die Widerspruchsorientierte Innovationsstrategie WOIS liefert neue "kompromisslose" Prinzipien für Produkt-, Prozess- und Organisationsentwicklungen.



Das Thema "Abstrakte Richtungsfindung und konkrete Zukunftsentwicklung" stand im Mittelpunkt des 5. WOIS INNOVATIONS SYMPOSIUM. Zahlreiche international führende Wissenschaftler und Führungskräfte aus Unternehmen und mehr als 120 Teilnehmer arbeiteten heraus, dass die Innovationsfähigkeit künftig die Schlüsselkompetenz im Wettbewerb um Leadership darstellen wird. Hieraus leitet sich die Notwendigkeit ab, die Innovationskraft von Unternehmen durch wissenschaftliche Ansätze zu treiben.

... mehr zu:
»Innovationsstrategie »WOIS


Innovationen lassen sich durch die produktive Nutzung von Strategischen Orientierungsmitteln in Verbindung mit Methodischen Handhabungsmodellen gezielt provozieren, so die Meinung von Professor Dr. Hansjürgen Linde (Fachhochschule Coburg), dem Begründer der Widerspruchsorientierten Innovationsstrategie WOIS. Dies gilt sowohl für Produkt-, Prozess- sowie für Organisationsentwicklungen.

WOIS steht für ein scharfes Entwicklungstool um Innovationen gezielt zu provozieren und INNOWIS bildet das wissenschaftliche Konzept für Produktives Innovationswissen.
Höherentwicklungen gelangen heute immer früher an ihre Leistungsgrenzen. Die Entwicklungsbarriere ist üblicherweise erreicht, wenn schnellere, bessere und kostengünstigere Lösungen unmöglich erscheinen und anscheinend neuer Nutzen durch die Anwender nicht bezahlt wird. Die Widerspruchsorientierte Innovationsstrategie hilft, diese Barrieren durch die gezielte Formulierung von widersprüchlichen Anforderungen frühzeitig zu erkennen, zu verschieben und zu durchbrechen. Dazu werden im Rahmen einer Orientierungsphase mit Hilfe von Marktanalysen, Trends und Entwicklungsgesetzmäßigkeiten Entwicklungsziele und
?parameter soweit zugespitzt bis Aufgaben vorliegen, die Lösungen hinter den bisherigen Leistungsgrenzen des Systems verlangen. In der Lösungsphase werden paradoxe Forderungen mit Hilfe von Innovationsprinzipen, -effekten und -standards aufgelöst. Es werden nicht wie bisher nur geeignete Kompromisse gesucht!

Die wissenschaftlichen und praktischen Beiträge des Symposiums knüpften mit dem Ziel der gegenseitigen Höherentwicklung an die Struktur der Widerspruchsorientierten Innovationsstrategie an und beleuchteten die Erfolgsfaktoren künftiger Innovationsvorhaben. Dabei wurde der Nutzen und die Anwendungsbreite von Szenariotechniken durch Professor Dr. Minx, dem Leiter von Gesellschaft und Technik von Daimler Chrysler, kritisch diskutiert.
Weiterhin wurde die Notwendigkeit der differenzierten Interpretation von Entwicklungstrends und -gesetzmäßigkeiten durch Professor Rivin von der Wayne State University, USA und Herrn Langen, Vorentwicklungsleiter der BMW Antriebsentwicklung, herausgestellt. Die Nutzung der versteckten Muster der Höherentwicklung natürlicher Systeme als Anregungsquelle, besonders auch für nichttechnische Anwendungsfälle, wurde durch Professor Dr. Hill von der Universität Münster und Herrn Kappel vom Forschungszentrum Karlsruhe als besonders potenzialreich eingeschätzt.

Dass die Entwicklungen modernen Innovationswissens ihren Grundstein bereits in der Antike haben, zeigte der dynamische Beitrag von Professor Dr. Pietschmann von der Universität Wien. Das abendländische Denken der aristotelischen Logik sei eine eher statische Weltbeschreibung. Doch bereits vor Aristoteles entwickelte der griechische Philosoph Platon das Denken in Werdenskategorien, welches eher dem für kreative Problemlösungen erforderlichen dialektischen Denken entspricht.

Der erfolgreiche Abschluss von Innovationsprojekten muss nicht dem Zufall überlassen werden. Der von Professor Dr. Bornholdt vom "Steinbeis Transferzentrum für neue Produkte" entwickelte und beim Symposium vorgestellte Kompetenzstern misst den Erfüllungsgrad der Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Innovationsprojekte. Herr Fleischmann, Vorstand der ITEC AG aus Liechtenstein referierte über die Umsetzung und Steuerung von Innovationen auf strategischer und operativer Ebene.

Innovationskonzepte beschränken sich nicht allein auf Produkt-, bzw. Produktions- und damit Prozesskonzepte, sondern schließen Geschäftsfeldinnovationen, Marketing- und Vertriebskonzepte mit ein, so Herr Raadts, Leiter des Geschäftsbereichs Brausen und Duschsysteme der Friedrich Grohe AG. Der Nutzen ganzheitlicher Vorgehensweisen zur Ausgestaltung bisheriger und neuer Geschäftsfelder wurde durch Herrn Herrmann, Geschäftsführer der Schöller Lebensmittel GmbH & Co., sowie Herrn Stark, Leiter Marketing und Brandmanagement von Mövenpick International betont.

Das Symposium hat die Transparenz der wissenschaftlichen Thesen durch den ständigen Wechsel durch Berichte über praktische Entwicklungsprojekte erhöht. Parallel zu den Vorträgen und Diskussionen zeigte die Ausstellung des Symposiums zahlreiche erfolgreiche in den Markt eingeführte WOIS Entwicklungsprojekte.

Am Innovations Symposium waren folgende Partnerfirmen des WOIS INSTITUTE mit Vorträgen und Ausstellung beteiligt: B/S/H GmbH, Beiersdorf AG, BMW Group, Braun GmbH, Dahle GmbH, DaimlerChrysler AG, Friedrich Grohe AG, Friendly Sensors AG, Hailo, HILTI AG, ITEC AG, Kapp GmbH, Schmitz AG, Schöller Lebensmittel GmbH, Siemens AG, Siemens VDO, Stöbich GmbH, Swan, UNITY AG.

Zusammenfassend hat das Symposium gezeigt, dass Innovationen gezielt provoziert werden können. Dazu ist neben der Nutzung von Strategischen Orientierungsmitteln und Methodischen Handhabungsmodellen vor allem eine konstruktive Geisteshaltung, die durch gemeinsam getragene Ziele geprägt ist, erforderlich.

Richard Bayer | idw

Weitere Berichte zu: Innovationsstrategie WOIS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mitarbeiter der Hochschule Ulm entwickeln neue Methode zur Desinfektion von Kontaktlinsen
17.07.2017 | Hochschule Ulm

nachricht Form aus dem Vakuum: Tiefziehen von Dünnglas eröffnet neue Anwendungsfelder
07.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops