Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Potenzialcheck Produktneuanlauf" - Analyseinstrument für das Anlaufmanagement von Anlagen und Prozessen

27.02.2004


Die methodische Integration und Vorverlagerung von Aufgaben und Erkenntnissen aus der Prozess- in die Produktentwicklung kann erheblich Zeit und Kosten sparen. Wo sich hier ungenutzte Reserven verstecken, verrät der "Potenzialcheck Produktneulauf".


Wenn ein Produkt reif ist, in Serie zu gehen, beginnt die heiße Phase des Anlaufmanagements. Jetzt zeigt sich, wie gut Anlagen und Prozesse auf die neue Aufgabe vorbereitet sind. Von der Inbetriebnahme bis zum Erreichen der Kammlinie soll möglichst wenig Zeit verstreichen. Denn bei immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen beeinflusst der schnelle und reibungslose Beginn der Serien-Fertigung die Rentabilität eines Produkts maßgeblich: Vor allem für Hightech-Erzeugnisse lassen sich die höchsten Marktpreise am Anfang ihres Lebenszyklus erzielen, während sie gegen Ende hin meist stark abfallen. Die durchschnittliche Produktlebensdauer europäischer Automobile ist im Zeitraum von 1990 bis 2000 um 30 Prozent von 9,8 auf 6,8 Jahre gesunken. Gleichzeitig hat sich das Angebotspektrum im Schnitt um 25 Prozent auf knapp acht Modelle pro Marke erweitert. Für 2005 prognostiziert McKinsey bereits durchschnittlich zwei Produktanläufe pro Hersteller und Jahr, während es 1990 nur 0,7 waren. "Ein Produktneuanlauf ist zwar kein Routine-Projekt, selbst wenn er häufig vorkommt. Es gibt jedoch auch keinen Grund, bei jedem Anlauf das Rad neu zu erfinden", stellt Jörg Uffmann vom Fraunhofer IPA fest. Gemeinsam mit der Schnitzer Anlauf- und Projektmanagement GmbH, Wangen im Allgäu, hat sein Team den "Potenzialcheck Produktneuanlauf" entwickelt.

Das Analyseinstrument überprüft die Effizienz des Anlaufmanagements, identifiziert Optimierungspotenziale auf Projekt- und Unternehmensebene, bewertet als Benchmark-Tool die verschiedenen Anlaufprojekte und ermittelt Best Practices. Es gliedert sich in die vier Themenkomplexe Projektmanagement, Prozessmanagement, Kommunikations- und Wissensmanagement sowie Human Ressource Management. Darauf verteilen sich insgesamt 19 Handlungsfelder, mit operativem und strategischem Einfluss auf ein effizientes Anlaufmanagement. Der Potenzialcheck überprüft sowohl wichtige Kennzahlen wie Kosten-, Qualitäts- und Termineintreue als auch die eingesetzten Methoden. Drei Kennlinien in einem "Anlaufradar" visualisieren die Ergebnisse jedes Themenkomplexes. So kann bei der Auswertung einfach zwischen den realisierten Anlaufleistungen und dem Potenzial der eingesetzten bzw. fehlenden Methoden unterschieden werden, denn "meist wird nur innerhalb einer bestimmten Phase konsequent methodisch gearbeitet", berichtet Uffmann. Der "Potenzialcheck Produktneuanlauf" macht auf einen Blick die Leistungen in den Handlungsfeldern transparent und Korrelationen erkennbar. Operative Potenziale lassen sich gezielt identifizieren und nachhaltige und ursachenorientierte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung einleiten.


Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik
und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Jörg Uffmann
Telefon: +49(0)711/970-1921
E-Mail: jörg.uffmann@ipa.fraunhofer.de

Michaela Neuner | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Analyseinstrument Anlaufmanagement Produktneuanlauf Prozess

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Messanlage für ZF-Werk in Saarbrücken
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP

nachricht Startschuss für EU-Projekt: Charakterisierung der Schweißraupe für adaptives Laserauftragschweißen
15.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften