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Mit kreativer Wärmeübertragung Lebensmittel solar kühlen

10.10.2003


Die Geschäftsführer von "EonEngineering", Jörn-Erik Mantz (l.) und Gerhard Seibel (r.), sowie Prof. Dr. Rainer Braun (2.v.l.) von der Fachhochschule Gelsenkirchen gratulierten Annick Tamm (2.v.r.)zum Energie- und Umweltpreis. Foto: Eon Engineering


In Marl vergab die Gelsenkirchener "E.ON Engineering" ihren diesjährigen Energie- und Umweltpreis für eine Diplomarbeit zur Weiterentwicklung einer Gaswärmepumpe, bei der die Gasfeuerung durch ein solar erhitztes Wärmeübertragungsöl ersetzt wurde. Annick Tamm, Absolventin des Studiengangs Versorgungstechnik der Fachhochschule Gelsenkirchen, hat die Arbeit geschrieben.


Wärmepumpen erzeugen Wärme. Sie können aber auch das Gegenteil, nämlich Kälte erzeugen. Nutzt man den Pumpprozess in umgekehrter Richtung, erhält man eine Kältemaschine. Als Antriebsenergie haben diese Energiesysteme bislang die elektrische Energie genutzt. In Zukunft soll diese Aufgabe auch die Erdgasenergie übernehmen. Dann spricht man von einer Gaswärmepumpe. Annick Tamm, die an der Fachhochschule Gelsenkirchen Entsorgungstechnik studiert hat, funktionierte zunächst die Gaswärmepumpe zur Kältemaschine um und ersetzte dann in ihrer Diplomarbeit den Gasbrenner als Energiequelle durch solarthermisch gewonnene Sonnenenergie. Für die Wärmeübertragung setzte sie ein spezielles Öl ein, das weder riecht noch giftig ist. Dieses Öl kann, wie Tamm nachgewiesen hat, in Vakuumröhrenkollektoren durch Sonneneinstrahlung bis auf 190 Grad Celsius erhitzt und zur Kälteanlage geleitet werden. So entsteht ein geschlossenes, Kälte produzierendes Energiesystem, das auf kein Stromnetz angewiesen ist und so die Vorräte fossiler Brennstoffe schont. Die umweltfreundliche Kältemaschine soll zukünftig vor allem im Sonnengürtel der Erde Lebensmittel länger frisch halten. Zurzeit ist die Technik an der Fachhochschule Gelsenkirchen noch in der Erprobungsphase.

Für ihre Diplomarbeit mit dem Titel "Umgestaltung einer Diffusions-Absorptions-Kältemaschine - Ersatz der vorhandenen Gasfeuerung durch indirekte Wärmezufuhr" erhielt Annick Tamm gestern (09. Oktober) in Marl den diesjährigen Energie- und Umweltpreis der Gelsenkirchener "E.ON Engineering GmbH". Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Annick Tamm wurde bei ihrer Diplomarbeit betreut von Prof. Dr. Rainer Braun vom Fachbereich Versorgung und Entsorgung der Fachhochschule Gelsenkirchen. Prof. Braun ist auch Direktor des Energieinstitutes der Hochschule. Braun: "Die Diplomarbeit von Annick Tamm stellt eine beachtliche Ingenieurleistung dar. Der Gasbrenner wird durch eine Wärmeübertragung ersetzt, die mit Hilfe des speziellen Öls die Zufuhr der erforderlichen Antriebswärme aus beliebigen Quellen ermöglicht und damit auch aus Sonnenwärme."


Auch nach ihrem Abschluss, den sie übrigens in siebeneinhalb Semestern erlangte und wofür sie einen Studienpreis der Fachhochschule Gelsenkirchen als eine der besten Absolventinnen des Studienjahres 2002 erhielt, bleibt Tamm dem Energieinstitut der Hochschule noch eine Weile als wissenschaftliche Mitarbeiterin treu. Für die nahe Zukunft plant Annick Tamm jedoch einen Wechsel in die Industrie, um sich hier der Energie- und Umwelttechnik zu widmen.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Rainer Braun, Fachbereich Versorgung und Entsorgung der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (0209) 9596-300 oder 9596-315 (Dekanatssekretariat), Telefax (0209) 9596-298, E-Mail rainer.braun@fh-gelsenkirchen.de

Dr. Barbara Laaser | idw

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