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Zeitreise durch das Klima startet am 2. September in Mainz

04.08.2009
Zu einer Zeitreise durch das Klima laden das Max-Planck-Institut für Chemie und das Forschungszentrum Geocycles diesen Herbst ein. In zwölf Etappen führen angesehene Wissenschaftler durch die Klimageschichte der Erde.

Ziel ist es, den Zuhörern ein Grundverständnis für die vielfältigen Prozesse, die das Klima beeinflussen zu vermitteln. Zum Anschauen und Nachlesen werden die Vorträge in Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Zeitung Mainz als Video und in Buchform aufgearbeitet.

Die Reihe startet am 2.September und läuft jeweils mittwochs um 19.30 Uhr im Erbacher Hof, Mainz (Ausnahmen siehe Details).

"Klimawandel hat es schon immer gegeben - das ist doch nichts Neues!". Diese Aussage ist richtig, greift aber zu kurz. Die Faktoren, die eine Rolle für das Klima unseres Planeten spielen, sind vielfältig und den meisten Menschen nur wenig vertraut. Oder wussten Sie, dass ohne die stabilisierende Wirkung unseres Mondes die Pole immer mal wieder am Äquator liegen würden?

Wir wollen Sie mitnehmen auf eine Zeitreise durch die bewegte klimatische Geschichte der Erde und dabei ganz vorne anfangen. Welche Weichen sind schon bei der Entstehung unseres Planeten gestellt worden? Welchen Einfluss hat das Leben selbst? In ihren allgemeinverständlichen Vorträgen erläutern Wissenschaftler die wichtigsten Prozesse und Vorgänge, die unser Klima lang- und mittelfristig beeinflussen. Dabei greifen sie umwälzende Vorgänge der Vergangenheit auf, werfen aber auch einen Blick nach vorn. Wie wird sich das Klima entwickeln? Welche Rolle spielt die Menschheit? Welche Optionen haben wir?

Mit der Klimazeitreise richten wir uns an Schüler ab Klasse 10, Studenten sowie die interessierte Öffentlichkeit. Kurz: An Sie! Denn Klima geht uns alle an. Zum Hören, Sehen und Nachlesen wird die Vortragsreihe im nächsten Jahr zusätzlich gedruckt erscheinen und als Video-Vortrag im Internet veröffentlicht. Denn heute betrifft Klimawandel Menschen - Menschen, die nur entsprechend informiert die richtigen Entscheidungen treffen können.

Wir, das sind die Partnerschaft Erdsystemforschung und das Forschungszentrum Geocycles mit Unterstützung der Allgemeinen Zeitung Mainz.

Die Partnerschaft Erdsystemforschung ist ein Zusammenschluss der Max-Planck-Institute für Chemie in Mainz, Meteorologie in Hamburg und Biogeochemie in Jena sowie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Das Forschungszentrum Geocycles ist eine Kooperation Mainzer Wissenschaftsbetriebe: Der Johannes-Gutenberg-Universität, dem Max-Planck-Institut für Chemie, dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum und dem Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik der Fachhochschule.

Die Klimazeitreise ist Teil des Treffpunkts der Wissenschaft Mainz im Wissenschaftsjahr 2009 - Forschungsexpedition Deutschland. Aktuelle Informationen unter: http://www.wissenschaftsallianz-mainz.de Suchwort: Klimazeitreise

Ansprechpartner für Interviewanfragen, Bilder etc.:
Kirsten Achenbach
Öffentlichkeitsarbeit
Partnerschaft Erdsystemforschung
Max-Planck-Institut für Chemie
Tel: 06131/ 305 465
E-Mail: k.achenbach(at) mpic.de
http://www.mpic.de
Jochen Körner
Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Erdsystemwissenschaften
Geocycles
Universität Mainz
Tel: 06131 / 39 20 477
E-Mail: koerner(at) uni-mainz.de
http://www.geocycles.de
Detailinformationen: Die Vorträge finden jeweils mittwochs im Erbacher Hof, Grebenstr. 24-26, 55116 Mainz statt mit Ausnahme von Mittwoch, dem 09.09. (Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz) sowie dem 12.11. (Donnerstag). Der Eintritt ist frei. Gruppen ab 10 Personen bitten wir um Anmeldung unter: k.achenbach(at) mpic.de oder koerner(at) uni-mainz.de
Mittwoch, 02.09.2009: Kardinal-Volk-Saal, Erbacher Hof
Der Planet Erde: Entwicklung und Klima in der Frühzeit
Eine Voraussetzung für Leben ist ein geeignetes Klima. Wie kommt es, dass die Erde lebensfreundlich ist? Welche Weichen sind dafür bei der Entstehung der Erde gestellt worden? Welchen Einfluss hat das Leben selbst und welche Rolle spielen die Bewegungen der Kontinente?

Prof. Dr. Tilman Spohn, Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt

Mittwoch, 09.09.2009: Haus am Dom
Vulkane und Kohlendioxid: Ein ewiger Kreislauf
Nicht nur der Mensch pustet Kohlendioxid in die Luft, auch Vulkane tun dies. Verwitterung und Ablagerung entziehen der Luft CO2 und kontrollieren so seine langfristigen Schwankungen. Der Vortrag zeigt den Zusammenhang zwischen Temperatur, Kontinentalbewegung, Vulkanismus und dem Kreislauf des CO2 auf langen Zeitskalen.

Assoc. Prof. Tobias Fischer, Universität Neu-Mexico

Mittwoch, 16.09.2009: St. Hildegard-Saal, Erbacher Hof
Die schwarze Kreide: Sauerstoffmangel im Ozean
In der Kreidezeit lief das Klima in einem anderen Modus: Durch die hohen CO2-Gehalte lagen die Temperaturen etwa 10 °C höher, selbst die Pole waren eisfrei. In den Tiefen der Ozeane mangelte es daher an Sauerstoff. Die Ablagerungen aus dieser Zeit verraten uns heute, wie die Erde in extremen Warmphasen reagiert.

Prof. Dr. Jens Olaf Herrle, Universität Frankfurt

Mittwoch, 23.09.2009: Kardinal-Volk-Saal, Erbacher Hof
Treibhausgase und Klimawandel: Lektionen aus der Erdgeschichte
Aktuellen Prognosen zufolge kann der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre innerhalb des nächsten Jahrtausends auf rund das Vierfache von heute ansteigen. Dadurch ergeben sich weitreichende Konsequenzen für das "System Erde". Der Blick zurück in die Vergangenheit hilft, die Auswirkungen einer solchen CO2-Zunahme auf verschiedene Ökosysteme besser zu verstehen.

Prof. Dr. Jörg Pross, Universität Frankfurt

Mittwoch, 30.09.2009: Kardinal-Volk-Saal, Erbacher Hof
Die große Kälte: Erdbahn, Eiszeit, Meer und Klima
Dicke Eispanzer überziehen immer wieder große Teile der Erde. Doch warum? Eine schwankende Erdachse, eine unruhige Bahn der Erde um die Sonne und durch bewegliche Kontinente umgeleitete Meeresströmungen spielen die Hauptrolle in diesem wiederkehrenden Szenario.

NN

Mittwoch, 07.10.2009: Ketteler-Saal, Erbacher Hof
Klima und Mensch: Eine Zeitreise durch die letzten 40.000 Jahre
Schnelle Kälteeinbrüche, Eiszeit, abrupte Erwärmung: Der Mensch passt sich erstaunlich gut an. Am unmittelbarsten beeinflusst ihn dabei nicht die Temperatur, sondern die Vegetation und damit das Nahrungsangebot. Wechselt die Vegetation, führte dies häufig zu Krisen und Entwicklungssprüngen in der Entwicklung des Menschen.

Prof. Dr. Frank Sirocko, Geocycles / Universität Mainz

Mittwoch, 14.10.2009: Kardinal-Volk-Saal, Erbacher Hof
Klimaschwankungen der letzten 10.000 Jahre: Ist die Sonne schuld?
Die Aktivität unserer Sonne schwankt in Zyklen von bis zu mehreren hundert Jahren Länge. Dies beweisen u.a. Isotopenanalysen von Baumringen. Sie zeigen auch, dass kühle Zeiten öfter mit sehr ruhigen Sonnenphasen einhergehen. Wie sicher ist der Zusammenhang und wie entsteht er? Und welchen Beitrag liefert die Sonne zum heutigen Klimawandel?

Dr. Bernd Kromer, Universität Heidelberg

Mittwoch, 21.10.2009: Kardinal-Volk-Saal, Erbacher Hof
Klimaprozesse heute: Wolken, Aerosole, Wasserkreislauf
Klimaerwärmung heißt vor allem, das sich das Gleichgewicht verändert: Die Atmosphäre nimmt mehr Energie auf und/oder gibt weniger ab. Vor allem Wolken, Schwebteilchen in der Luft und Treibhausgase verändern das Gleichgewicht. Welche Mechanismen hier greifen, möchte dieser Vortrag erläutern.

Dr. Johannes Quaas, Max-Planck-Institut für Meteorologie

Mittwoch, 28.10.2009: Ketteler-Saal, Erbacher Hof
Was wir riskieren: Der Wert der Artenvielfalt
Dass Arten aussterben, ist Teil der Evolution. Der Mensch hat durch Eingriffe in Stoff- und Energiekreisläufe die Rate, mit der dies geschieht, um den Faktor 1000 erhöht. Die Folgen des Artensterbens sind schwer abschätzbar. Doch wie erforscht man die Zusammenhänge zwischen Artenvielfalt und den Vorgängen in Ökosystemen?

Dr. Christiane Roscher, Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Mittwoch, 04.11.2009: Ketteler-Saal, Erbacher Hof
Zurück in die Zukunft: Klimageschichte und Klimaprojektionen
Der Blick zurück in die Klimageschichte offenbart eine bewegte Vergangenheit und liefert Hinweise darauf, wie sich das Klima durch den Einfluss des Menschen verändern könnte. Was sagt uns die Klimageschichte angesichts steigender Konzentrationen von Treibhausgasen über die Klimazukunft der Erde?

Dr. Thomas Schneider von Deimling, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Donnerstag, 12.11.2009: St. Hildegard-Saal, Erbacher Hof
Klimamodelle: Funktionen, Nutzen und Grenzen
Wir haben keine zweite Erde im Labor, um zu testen, wie sich der Klimawandel auswirkt. Daher simulieren Forscher auf leistungsstarken Rechnern mögliche Veränderungen im Zeitraffer. Wie sie dies machen, wie sicher die Aussagen der Modelle sind und wie sie überprüft werden, stellt dieser Vortrag vor.

Dr. Patrick Jöckel, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Mittwoch, 18.11.2009: Ketteler-Saal, Erbacher Hof
Können wir den Klimawandel stoppen: Chancen und Risiken des Geoengineering
Der Klimawandel ist da - soviel ist sicher. Was können wir dagegen tun? Den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, gelingt nur langsam. Es gibt verschiedene Vorschläge für "Geoengineering", um katastrophale Klimaänderungen zu vermeiden. Funktionieren solche Maßnahmen oder lösen sie nur neue Katastrophen aus?

Dr. Mark Lawrence, Max-Planck-Institut für Chemie

Kirsten Achenbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpic.de
http://www.geocycles.de
http://www.wissenschaftsallianz-mainz.de

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