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Weltelite der Kunstherzforschung beim Herz- und Diabeteszentrum NRW

12.11.2010
5. Annual European Mechanical Support Summit (EUMS) findet in Bad Oeynhausen statt / 400 Experten aus Europa, Australien und den USA werden erwartet

Was ist der aktuelle Forschungsstand bei Therapien von Herzinsuffizienz mit Hilfe mechanischer Kreislaufunterstützungssystemen? Wie wirkt sich die Kunstherztherapie auf die Lebensqualität der Erkrankten aus?

Diese und viele weitere Fragen stehen im Zentrum des diesjährigen „Annual European Mechanical Support Summit“ (EUMS), den das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) – eine der führenden Kliniken zur Behandlung von Herz-, Kreislauf und Diabeteserkrankungen Europas – vom 1. bis zum 4. Dezember 2011 in Bad Oeynhausen ausrichtet.

Zu dem internationalen Gipfel, den das HDZ NRW zum fünften Mal in Kooperation mit der Pariser Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière veranstaltet, werden rund 400 der renommiertesten Kunstherz-Experten aus Europa, den USA und Australien erwartet.

Kunstherz – Lebensrettende Therapie für Millionen von Menschen mit Herzinsuffizienz

Zielsetzung von EUMS ist es, die weltweiten Erfahrungen und Forschungsergebnisse in der Kunstherztherapie zu diskutieren.

„Diese Diskussion des internationalen State-of-the-art ist eine wichtige Basis für die weitere Erforschung dieser lebenserhaltenden Therapieform zum Wohl der schwerkranken Patienten“, erläutert Univ.-Prof. Dr. med. Jan Gummert, Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie des HDZ bNRW.

Mit der Kunstherztherapie greift der EUMS ein drängendes medizinisches Thema auf: Alleine in Deutschland leiden rund eine Millionen Menschen unter der im fortgeschrittenen Stadium lebensgefährlichen Herzinsuffizienz – eine Zahl, die aufgrund schlechter Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel und der zunehmenden Überalterung in Zukunft noch steigen wird.

Die Kunstherztherapie bietet für viele dieser Menschen eine lebensrettende Perspektive. Denn inzwischen wird mit dieser Therapieform nicht mehr nur die Zeit überbrückt bis eines der seltenen Spenderherzen für den Patienten gefunden wird. Vielmehr eröffnen die mechanischen Kreislaufunterstützungssysteme inzwischen eine Vielzahl von dauerhaften Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Herzinsuffizienz als Alternativen zur Herztransplantation.

EUMS: Breites Themenspektrum und offene Diskussionskultur

„Die Kunstherztherapie berührt eine ganze Bandbreite von Forschungsfeldern. Beispielsweise kommen bei den verschiedenen Patienten mit differenzierten Krankheitsverläufen und Lebenssituation unterschiedliche Systeme zum Einsatz, über deren Effizienz in der Langzeitanwendung noch viel Forschungsbedarf herrscht. Auch ethische Fragen, wie der nach dem Zeitpunkt, an dem das System wieder abgeschaltet wird, haben in der Kunstherzforschung eine große Bedeutung.“, so Gummert.

Entsprechend breit ist auch die Palette der Themen, die die internationalen Experten auf dem EUMS besprechen werden: Sie reicht von Erfahrungen mit unterschiedlichen mechanischen Lösungen und deren spezifischen Anwendbarkeit über begleitende Therapien und pharmakologische Fragestellungen bis hin zu ethischen Fragen. Zu jedem der Themenfelder stellt einer der international führenden Experten die neuesten Forschungsergebnisse dem Plenum vor, die anschließend von allen Teilnehmern rege diskutiert werden.

„Der EUMS zeichnet sich seit jeher durch seine offene Diskussionskultur aus“, erläutert Gummert. „Auch das ist ein Grund, warum die medizinische Elite immer wieder gerne den Weg nach Oeynhausen zum EUMS findet“.

HDZ NRW: Führende Rolle in der Kunstherztherapie

Das HDZ NRW war bereits mehrfach Gastgeber, wenn die Weltelite der Forschung und Anwendung von Therapien mit mechanischen Systemen zum EUMS zusammentriff und nimmt eine führende Rolle in der Kunstherztherapie ein. „Die Chirurgen des HDZ NRW haben seit dem Start des Kunstherzprogramms 1992 über 1.000 dieser Systeme implantiert. Mit der Einrichtung einer eigenen Kunstherzstation bereits im Jahre 2001 wurde der Bedeutung diese lebenswichtigen Therapieform sehr früh Rechnung getragen“, so Gummert.

Anna Reiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

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