Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Vielfalt ist in Gefahr

12.03.2010
Fachtagung „Schutz der Pflanzenvielfalt“ zeigt die Dringlichkeit

Die Artenvielfalt leidet und dieses Problem macht auch vor Oberfranken nicht Halt: Zum Auftakt der Fachtagung „Schutz der Pflanzenvielfalt“, die die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Kooperation mit der Universität Bayreuth und dem Verein Flora Nordostbayern organisiert hatte, rief Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning alle gesellschaftlichen Kräfte dazu auf, die Ziele der bayerischen Biodiversitätsstrategie gemeinsam zu verfolgen.

Die Arten- und Sortenvielfalt sichern. Die Vielfalt der Lebensräume erhalten. Die ökologische Durchlässigkeit von Wanderbarrieren wie Straßen, Schienen oder Wehre verbessern. Umweltwissen vermitteln und vertiefen. Um all das geht es dem Freistaat Bayern in seiner 2008 auf den Weg gebrachten Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Bayern.

Gerade für Oberfranken sieht Wenning den Erhalt der Artenvielfalt als ein dringend gebotenes Ziel. Von den buchenwaldreichen Höhen des Steigerwalds bis zu den Fels- und Wacholderhängen der Fränkischen Schweiz, von den sandigen Ebenen des Regnitzbeckens bis zum Fichtelgebirge mit den höchsten Bergen Frankens - wohl kein anderer Regierungsbezirk weist auf so kleiner Fläche eine so große Zahl unterschiedlicher Naturräume auf. Die Biodiversität in diesen Landschaften bringt Oberfranken handfeste Vorteile: Oberfranken gilt als Genussregion, als Wohlfühl- und Ferienregion. 4,4 Millionen Besucher kommen alljährlich in den Bezirk. Die Vielfalt ist auch Basis für gesunde Lebensmittel und sauberes Wasser.

Aber: „Der Verlust der Vielfalt macht auch vor Oberfranken nicht Halt“, so Wenning in seinem Beitrag zur Fachtagung an der Universität Bayreuth. 1982 habe die Regierung von Oberfranken mit der „Liste seltener und bedrohter Farn- und Blütenpflanzen in Oberfranken“ die erste regionale Rote Liste auf Naturraumbasis in der Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. 2005 erschien die bis dato letzte Ausgabe. Daraus geht hervor: 53 Prozent der in Oberfranken vorkommenden Farn- und Blütenpflanzen sind inzwischen ausgestorben, verschollen oder gefährdet.

Tatsächlich verbuchen die Umweltschützer aber auch Erfolge. Manche Arten sind nach Oberfranken zurückgekehrt. Als höherer Naturschutzbehörde koordiniert die Regierung Programme des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Artenhilfe. Wenning nannte Naturschutz und damit auch den Schutz der Pflanzenvielfalt eine „klassische Querschnittsaufgabe“, an der alle gesellschaftlichen Kräfte mitwirken müssten. Gleichwohl funktioniere beides ohne die Informationen der biologischen und ökologischen Wissenschaften nicht. Der Regierungspräsident würdigte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Arbeit des eng mit der Universität Bayreuth verbunden Vereins Flora Nordostbayern, der Grundlagenerhebungen zur heimischen Pflanzenwelt durchführt.

Mit der Tagung solle ein Bogen gespannt werden von der Erfassung der Pflanzenvielfalt bis hin zu deren Schutz, erklärten die Veranstalter. Stand und Perspektiven der Floristischen Kartierung Nordostbayerns sowie des botanischen Arten- und Flächenschutzes standen dabei im Mittelpunkt. Zudem diente die Veranstaltung als ein Forum für botanisch Aktive und Interessierte aus Naturschutzverbänden, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Fachbehörden.

Aus den Reihen der Universität Bayreuth trugen Dr. Bärbel Heindl-Tenhunen, Lehrstuhl für Pflanzenökologie, Dr. Marianne Lauerer, Ökologisch-Botanischer Garten, Privat-Dozent Dr. Gregor Aas, Direktor des Ökologischen-Botanischen Gartens, Torsten Bittner, Lehrstuhl Biogeografie, und Dr. Jürgen Kreyling, Lehrstuhl Biogeografie, mit Vorträgen zu der Tagung bei.

Frank Schmälzle | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise