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Urwald versus Waldplantagen

19.03.2013
Forstwissenschaftler tagen an der TU Dresden

„Plantagen oder Wildnis“, das ist das Spannungsfeld, das Wissenschaftler am 21. und 22. März 2013 beschäftigen wird. Es geht um die Frage, mit welcher Intensität forstliche Landnutzung zukünftig betrieben werden soll. Dabei werden verschiedene Landnutzungssysteme genauer betrachtet. Fachvorträge und Workshops sollen einen regen fachlichen Austausch unterstützen. Beginn der Veranstaltung ist am 21. März, um 11.30 Uhr, im Judeich-Bau in Tharandt.

In deutschen Wäldern legt man seit langem besonderen Wert auf eine nachhaltige, multifunktionale Forstwirtschaft. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Rohstoffen, Energie und weiteren Produkten bzw. Dienstleistungen aus dem Wald wird es immer schwieriger, dies auf allen Flächen konsequent umzusetzen. Einerseits nehmen die Forderungen nach Stilllegung von Waldflächen für Naturschutzzwecke zu. Andererseits ist in der Fachpresse vermehrt von Nutzungsintensivierung, Holzmobilisierung, Plantagen, Restholznutzung und von Energievorwäldern zu lesen.

Vor dem Hintergrund dieser gegensätzlichen Anforderungen und Wünsche soll die Tagung einen Beitrag zur Analyse der Stärken und Schwächen unterschiedlicher forstlicher Landnutzung leisten und zukünftige Potenziale diskutieren. Dabei stehen fünf Landnutzungssysteme im Mittelpunkt: Plantagen/KUP; intensivierte Waldbausysteme; multifunktionale Forstwirtschaft; Agroforstsysteme; Wald-Wildnis-Landschaften. Ergänzend hierzu bieten Fachbeiträge zu den Querschnittsthemen ‚Ökosystemdienstleistungen‘, ‚Waldeigentum‘ sowie ‚Segregation versus Integration‘ eine Möglichkeit, übergreifende Fragen zu diskutieren.

Der Begriff Nachhaltigkeit, der uns täglich begegnet, hat seinen Ursprung in der Forstwirtschaft. Hier wurde er erstmals vor 300 Jahren geprägt. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden überregionalen Holznot wurde er 1713 von dem sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645–1714) in der silvicultura oeconomica verwendet, in der er ein umfassendes Konzept zum Wiederaufbau für die durch den Bergbau großflächig verwüsteten Wälder vorlegte. Carlowitz legte damals den Grundstein für die erfolgreichen Forstwissenschaften der TU Dresden, die von Heinrich Cotta 1811 etabliert und heute durch die Arbeit von renommierten Wissenschaftlern weiter gestärkt werden. Die Fachrichtung Forstwissenschaften der TU Dresden in Tharandt ist eine der traditionsreichsten forstwissenschaftlichen Einrichtungen der Welt, die heute ein breites Themenfeld mit naturwissenschaftlichen, technik- und sozialwissenschaftlichen Ansätzen bearbeitet.

Pressevertreter, Wissenschaftler und alle Interessierte aus den Bereichen Forstwirtschaft, Landnutzung, Naturschutz sind auf der Tagung im Judeichbau in Tharandt herzlich willkommen.

Programm: http://www.forst.tu-dresden.de/plantage-oder-wildnis

Tagungsort: Judeich-Bau in Tharandt (Pienner Str. 19), Hörsaal J1
Termin: 21. März von 11:30 bis 18:30 Uhr
22. März von 9:00 bis 14:00 Uhr
Information für Journalisten:
Dipl.- Forstwirtin Sandra Liebal
TU Dresden
Professur für Forstpolitik und Forstliche Ressourcenökonomie
Tel.: 035203 – 3831848
sandra.liebal@forst.tu-dresden.de
Prof. Dr. Norbert Weber
TU Dresden
Professur für Forstpolitik und Forstliche Ressourcenökonomie
Tel.: 035203 – 3831828
norbert.weber@forst.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.forst.tu-dresden.de/plantage-oder-wildnis

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