Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Urologen tagen erstmals in neuen Bundesländern

06.04.2009
61. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. in Dresden

Novum beim Deutschen Urologen-Kongress: Mit der 61. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), vom 16. bis 19. September 2009 in der Dresdner Messe, findet erstmals nach der Wiedervereinigung ein DGU-Kongress in einem der neuen Bundesländer statt.

Rund 6000 Teilnehmer aus aller Welt werden in Sachsens Landeshauptstadt erwartet. Zu verdanken ist dies dem amtierenden DGU-Präsidenten Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden.

"Dresden ist ja bekanntermaßen für die Urologie eine besondere Stadt, in der zum Beispiel Maximilian Nitze die Zystoskopie entwickelt hat. Gleichzeitig ist es, 20 Jahre nach dem Mauerfall, das erste Mal, dass die Deutsche Gesellschaft für Urologie in den neuen Bundesländern tagt, und das halte ich für ein wichtiges Zeichen", sagt Professor Wirth. Von Veränderung zeugt auch der diesjährige Leitgedanke.

"Urologie im Wandel" lautet das Motto der 61. DGU-Jahrestagung, die mehr als 100 Einzelveranstaltungen und über 800 angemeldete Beiträge umfasst sowie einen eigenständigen Pflegekongress und eine Industrieausstellung mit voraussichtlich 170 teilnehmenden Unternehmen einschließt.

"Ich bin der Auffassung, dass die Urologie sich den gesellschaftlichen, ökonomischen und auch medizinisch-wissenschaftlichen Rahmenbedingungen stetig anpassen muss. Dies beinhaltet die Integration innovativer Techniken wie in den letzten Jahren die Laparoskopie oder derzeit die Robotertechnologie. Dazu kommt ein beständiger Wandel in den Versorgungsstrukturen des Gesundheitswesens wie die Bildung von spezialisierten und zertifizierten Zentren", konkretisiert Professor Wirth sein Tagungsmotto.

Große Anstrengungen seien deshalb erforderlich, so der international renommierte Urologe in seiner Funktion als DGU-Präsident: "Unsere wichtigste Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Fach Urologie eine forschende Disziplin bleibt und die medizinisch-wissenschaftliche Zukunft mit gestaltet." Hierzu gehöre es, die besten Nachwuchsärzte für das Fach zu interessieren und die Ausbildung deutlich zu verbessern. "Die gegenwärtige Ausbildung zum Facharzt erscheint mir nicht mehr zeitgemäß. Lösungsansätze können wir erkennen, wenn wir über unseren Gartenzaun schauen und sehen, wie andere Länder dies regeln. Exzellente Facharztausbildungen sind letztendlich da zu finden, wo zertifizierte Ausbildungszentren bestehen, die regelmäßig kontrolliert werden."

Des Weiteren, so Professor Wirth, müsse die Urologie sich der Interdisziplinarität stellen, nur in diesem Kontext könne die Fachdisziplin erfolgreich weiterleben. Gleichzeitig sei eine Sub-Spezialisierung auch in dem inzwischen breiten Fach Urologie unausweichlich. Ohne sie würden Teilbereiche wie Kinderurologie, Urologie der Frau und Nierentransplantation auf die Dauer nicht mehr zu halten sein.

Und noch eines betont der DGU-Präsident: "Ein weiterer Punkt ist die doppelte Facharztschiene. Hier wird in Zukunft wahrscheinlich eine sehr viel engere Kooperation von niedergelassenen und in der Klinik tätigen Urologen erforderlich sein. Wenn wir dies selber steuern, ist es für alle Beteiligten vorteilhaft. Das Hauptproblem sehe ich darin, dass wir durch andere gesteuert werden, da wir nicht die Kraft aufbringen uns zu einigen. Mein Appell ist es, in der Urologie enger und vertrauensvoller zusammen zu arbeiten, um gemeinsame Zukunftslösungen zu finden!"

Das Programm des Dresdner Kongresses dient aktueller Wissenschaft sowie Fort- und Weiterbildung. Der Tagungs-Präsident: "Ich sehe sehr viele kleine wichtige Neuerungen in der Therapie und auch in der Diagnostik. In der Diagnostik gewinnen zurzeit molekularbiologische Verfahren zunehmend an Bedeutung. Die Bildgebung, und hier möchte ich insbesondere das MRT erwähnen, wird vor allem im Bereich minimalinvasiver Verfahren als Steuerungswerkzeug in Zukunft wahrscheinlich einen breiteren Stellenwert einnehmen. Neue Ergebnisse zu diesen Verfahren werden in Dresden vorgestellt."

Zu den Kongress-Highlights zählen für Mediziner und Öffentlichkeit zweifellos auch die neuen DGU-Leitlinien zum Prostatakarzinom und zur Harnwegsinfektion. Leitlinien gewährleisten Patientenversorgung auf höchstem Niveau, da sie unter Berücksichtigung der vorhandenen Literatur und der Studienlage das aktuell verfügbare Wissen im Sinne einer qualitätsorientierten Behandlungsempfehlung nutzbar machen. "Sie sind von hoher Relevanz für die tägliche Praxis, weil sie eine gewisse Bandbreite für die Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen festschreiben, und natürlich von großem Interesse für die Patienten. Die neuen Leitlinien zum Prostatakarzinom und zum Harnwegsinfekt werden deshalb auch Gegenstand des diesjährigen öffentlichen Patientenforums sein", sagt Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth, der anlässlich des 61. DGU-Kongresses in Dresden aktuelle Wissenschaft und einmaliges Weltkulturerbe zusammenführt.

Kontakt: DGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm
Stremelkamp 17, 21149 Hamburg Tel.: (040) 79 14 05 60,
E-Mail: info@wahlers-pr.de

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.urologenportal.de
http://www.dgu-kongress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften