Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Theorie für die Suche nach neuen Teilchen und Kräften

19.09.2013
MITP lädt zum ersten Scientific Program ein – Theoretische Physiker
diskutieren über Präzisionsexperimente bei niedrigen Energien

Zu einem dreiwöchigen Treffen kommen Wissenschaftler der theoretischen Physik ab Montag an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), um über die Suche nach neuen, bislang noch unbekannten Teilchen mit Hilfe von Präzisionsexperimenten bei niedrigen Energien zu diskutieren.

Die Veranstaltung mit der Bezeichnung „Scientific Program“ ist keine Konferenz im klassischen Sinne, sondern für die deutsche Forschungslandschaft eine Innovation: Es gibt täglich nur zwei Vorträge zu hören, damit sehr viel Freiraum für Diskussionen bleibt – der Schwerpunkt des Treffens.

Die 30 Physikerinnen und Physiker, die an dem Programm teilnehmen, folgen einer Einladung des Mainz Institute for Theoretical Physics (MITP), das im Rahmen des Exzellenzclusters PRISMA eingerichtet wurde. Mit dem „Workshop on low-energy precision physics” organisiert das Mainzer Theoriezentrum die erste derartige Veranstaltung, weitere fünf Termine sind für das kommende Jahr geplant.

Während die öffentliche Aufmerksamkeit in jüngster Zeit besonders den Hochenergie-Experimenten am Large Hadron Collider (LHC) des CERN gegolten hat, wo 2012 die sensationelle Entdeckung des Higgs-Teilchens gelang, konzentriert sich die MITP-Veranstaltung auf Teilchenkollisionen, die bei niedrigeren Energien erfolgen, aber hochpräzise Messungen erlauben.

„Wir können solche Präzisionsexperimente mit unseren theoretischen Vorhersagen vergleichen und aus kleinen Abweichungen eventuell einen Hinweis auf die Existenz bisher unbekannter Teilchen oder neuartiger Wechselwirkungen erhalten“, erklärt Prof. Dr. Hubert Spiesberger vom Institut für Physik, der die Veranstaltung mit organisiert. In Mainz stehen für solche hochpräzisen Messungen zwei Anlagen zur Verfügung: Das Mainzer Mikrotron MAMI, ein Teilchenbeschleuniger für Elektronenstrahlen, der künftig um den neuen Beschleuniger MESA erweitert werden soll, und der Mainzer Forschungsreaktor TRIGA, wo mit ultrakalten Neutronen gearbeitet wird. Das Prinzip von MESA öffnet die Tür für innovative Niederenergie-Präzisionsexperimente, die bisher weltweit unzugänglich waren.

Die Forscherrunde wird sich in Mainz insbesondere damit befassen, welche theoretischen Instrumente zur Verfügung stehen oder entwickelt werden müssen, um derartige Hochpräzisionsexperimente zu analysieren.

Das MITP ist Anfang 2013 im Rahmen des Exzellenzclusters PRISMA („Precision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter“) eingerichtet worden. Rund 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in dem neuen Forschungsverbund, der über fünf Jahre mit rund 35 Millionen Euro gefördert wird. Der Exzellenzcluster befasst sich mit den grundlegenden Fragen nach der Natur der fundamentalen Bausteine der Materie und ihrer Bedeutung für die Physik des Universums. Das MITP ist eine der Hauptinitiativen des Clusters und soll langfristig die Rolle eines internationalen Theoriezentrums übernehmen.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Hubert Spiesberger
Theoretische Hochenergie-Physik (THEP)
Institut für Physik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-23682
Fax +49 6131 39-24611
E-Mail: spiesber@uni-mainz.de
http://wwwthep.physik.uni-mainz.de/site/people/hspiesb/
Weitere Links:
https://indico.cern.ch/conferenceProgram.py?confId=248072
(Scientific Program 2013)
www.prisma.uni-mainz.de
www.mitp.uni-mainz.de/
http://indico.mitp.uni-mainz.de/
(MITP-Veranstaltungen 2014)
http://www.uni-mainz.de/presse/45182.php
(Pressemitteilung 19.5.2011 „Experten diskutieren an der JGU Beschleunigerprojekt MESA)

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten