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Tagung zur Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt

21.12.2011
Internationale Tagung: Wissenschaftler diskutierten am 15. und 16. Dezember auf der Museumsinsel »Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt«

Wie gestaltet sich die Zukunft der Geisteswissenschaften in unserer multipolaren Welt? Welche Rolle spielen die Geisteswissenschaften in der von kulturellem und sozialem Wandel geprägten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts und unter welchem Selbstverständnis formulieren sie ihre neuen und bewährten Aufgabenfelder?

Diese Fragestellungen warf das Konstanzer Wissenschaftsforum in seiner internationalen Tagung „Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt“ in Berlin auf, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der VolkswagenStiftung veranstaltet wurde. Rund 170 internationale Gäste diskutierten die neue Positionierung und den Stellenwert der Geisteswissenschaften im 21. Jahrhundert. Als Referenten waren unter anderen Prof. Homi K. Bhabha (Harvard University), der Germanist Prof. Dr. David Simo von der Universität von Yaoundé in Kamerun und Prof. Dr. Jürgen Osterhammel, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz, in das Pergamonmuseum geladen.

Gegenstand der Diskussionen und Vorträge waren unter anderem die Frage nach der Bedeutung der Geisteswissenschaften in unterschiedlichen Weltregionen wie etwa in Afrika und im Nahen Osten, der Umgang mit der krisenhaften Selbstwahrnehmung der Geisteswissenschaften und die Rolle der Geisteswissenschaften bei der Gestaltung zukünftigen sozialen Zusammenlebens. „Die Geisteswissenschaften sind der ausgezeichnete Ort, an dem sich die moderne Welt, die moderne Gesellschaft, ein orientierendes Wissen von sich selbst verschafft, und dies in Wissenschaftsform", resümiert Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, der auch Kurator des Konstanzer Wissenschaftsforums ist.

In der Rotunde des Alten Museums in Berlin wies die vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Wissenschaftlerin Prof. Martha C. Nussbaum auf die zentrale Rolle der Geisteswissenschaften in Bildung und Ausbildung hin. Schule und Universität seien die Orte, an denen Demokratie und Menschenrechte eingeübt würden: „Welche Bedeutung besitzt Bildung für die Demokratie? Darüber sollten wir uns dringend Gedanken machen, denn in Bildung und Ausbildung vollziehen sich radikale Veränderungen, ohne dass diese öffentlich diskutiert würden. Indem sich die einzelnen Länder nur auf ihren wirtschaftlichen Gewinn konzentrieren, werfen sie unachtsam Qualifikationen über Bord, die auf den Geisteswissenschaften beruhen und die benötigt werden, um eine Demokratie lebendig zu halten: Dies sind die Fähigkeiten, kritisch zu denken, lokale Loyalitätsgefühle zu überwinden, Weltprobleme mit den Augen eines ‚Weltbürgers’ anzugehen und emphatisch für die Probleme unserer Mitbürger zu sein.“

„Von dieser Tagung, bei der Funktionen und Potenziale der Geisteswissenschaften aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wurden, erhielten wir wichtige Anregungen für unsere Förderung“, resümiert Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung. Krull machte deutlich, dass Geisteswissenschaften der besonderen Förderung bedürfen – auch bei scheinbar randständigen Themen. Diesen Punkt unterstützte auch Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK): „Sowohl bei der geisteswissenschaftlichen Forschung als auch bei der Vermittlung ihrer Ergebnisse an ein breites Publikum ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein bedeutender Akteur. Ihre Museen, Bibliotheken und Archiven bilden ein einzigartiges Wissensarchiv und bringen ein enormes Potenzial zu groß angelegter, institutionenübergreifender Forschung zur Entfaltung."

Auf der Tagung wurde ebenso die positive Entwicklung der Geisteswissenschaften deutlich, mit den hinderlichen Relevanzdiskussionen der Vergangenheit abgeschlossen zu haben und geisteswissenschaftliche Forschung und Lehre ohne jeden Rechtfertigungszwang ausüben zu dürfen. Die viel beschworene Krise der Geisteswissenschaften sei trotz chronischer Unterfinanzierung vorbei, so der Tenor. „Was die Geisteswissenschaften angeht, bin ich sehr optimistisch", schloss sich Homi K. Bhabha dieser allgemeinen Wahrnehmung an.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.preussischer-kulturbesitz.de

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