Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tagung Bauchemie goes International

16.09.2013
Nachhaltigkeit und Nanotechnologie im Blick

Bauchemiker aus Deutschland und Europa treffen sich vom 7. bis 9. Oktober an der Technischen Universität Berlin auf der „First International Conference on the Chemistry of Construction Materials“.

Schwerpunkte der über 40 Vorträge und mehr als 80 Poster in Berlin sind unter anderem nachhaltiges Bauen, nanostrukturierte Baumaterialien und Aktuelles rund um den Zement. Die von der Fachgruppe Bauchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) organisierte Veranstaltung geht damit nach der letztjährigen Tagung in der Schweiz konsequent den nächsten Schritt weiter – von einer renommierten Fachtagung im deutschsprachigen Raum hin zu einer international anerkannten Konferenz.

Nach Eröffnung der Veranstaltung durch den Fachgruppen-Vorsitzenden Dr. Hubert Motzet, Schönox GmbH, Rosendahl, und Professor Dr. Dietmar Stephan, Technische Universität Berlin, als Vertreter des wissenschaftlichen Komitees, wird Professor Dr. Jos Brouwers, Eindhoven University of Technology über die Entwicklung von Öko-Betonen sprechen. In seinem Beitrag geht Brouwers u.a. auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ein, zwei Aspekte die oft als wichtige Kenngrößen für den ökologischen Fußabdruck von Baustoffen dienen.

... mehr zu:
»Bauchemie »Beton »CDW »GDCh »LWA »Massenspektrometer »Zement

Da Materialien wie Beton, Zement oder Stahl sowohl ökonomisch wie ökologisch von großer Bedeutung sind, werden dringend Antworten auf diese Fragen benötigt. Der Vortragende fokussiert sich auf Beton und dabei auf Zement als dessen energie- und kostenintensivste Komponente im Speziellen. Er zeigt, wie die Methoden des „Partikel Size Engineering“ und des „Mineral Oxide Engineering“ genutzt werden können, um neuartige Betone zu erzeugen, die den Anforderungen moderner Baumaterialien gerecht werden.

Um nachhaltige Baustoffe geht es auch im Vortrag von Dr. Katrin Rübner, Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung, Berlin. Sie spricht über neuartige leichte Zuschlagsstoffe (lightweight aggregates, LWA) für Beton aus Mauerwerkbruch. Während die meisten LWA heutzutage aus natürlichen Rohstoffen wie Ton oder Schiefer hergestellt werden – ein Prozess der kostenintensiv und durch die Verfügbarkeit der Ausgangsstoffe limitiert ist – nutzt Rübner mineralische Abfallstoffe von Bau- und Abrissprojekten (construction and demolition waste, CDW). In Berlin berichtet die Vortragende über die Entwicklung eines Verfahrens, um aus CDW mit Backstein-Anteilen von 25 bis 70 Prozent die gewünschten LWA herzustellen. Die so erhaltenen Materialien entsprechen den Kriterien konventioneller LWA und können daher für die Produktion von Leichtbau-Beton genutzt werden.

Mit den frühen Phasen der Aushärtung von Beton beschäftigen sich zwei Vorträge über nanostrukturierte Baumaterialien. So gibt Professor Dr. Jürgen Neubauer, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, einen analytischen Einblick in die ersten 24 Stunden des Abbindens von Alit, der Hauptphase von Portlandzement (ordinary portland cement, OPC), dem heutzutage meist verwendeten Zement. Alit ist für die frühe Stabilität von OPC-basierten Mörteln und Betonen verantwortlich und daher von besonderem Interesse. Neue Anwendungsfelder wie Ultra-Hochleistungsbeton oder komplexe Formulierungen für die Bauchemie verlangen nach verbesserten Rezepturen, für die ein umfassendes Verständnis der Abläufe in den frühen Phasen des Abbindens notwendig ist.

Einen praktischen Ansatz stellt Gerrit Land von der Technischen Universität Berlin vor. Er untersuchte, wie sich eine Beimischung von Nanopartikeln auf die Kristallisationsvorgänge im Zement auswirkt. Dabei gelang es ihm nachzuweisen, dass besonders Silica-Nanopartikel als Impfkristalle einen signifikanten Effekt erzeugen, der umso stärker ausgeprägt ist, je kleiner die Partikel sind.

Die Hans-Kühl-Medaille für besondere Verdienste um die Bauchemie, benannt nach dem Pionier der Beton- und Zementchemie Hans Kühl, verleiht die GDCh-Fachgruppe Bauchemie auf der Berliner Tagung an Dr. Tsuyoshi Hirata, Nippon Shokubai Co., Ltd., Osaka, Japan. Er erhält diese Auszeichnung in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten zur Synthese polycarboxylatether-basierter Fließmittel.

Weiterführende Informationen sind unter www.gdch.de/bauchemie2013 zu finden.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Bauchemie mit rund 340 Mitgliedern. Die Fachgruppe besteht seit 1997. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bauchemische Kenntnisse zu bündeln, zum Informationsaustausch beizutragen und neue Impulse für Forschung und Entwicklung zu geben.

Kontakt:
Dr. Renate Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 69 7917-493
Fax +49 69 7917-1493
Email: pr@gdch.de

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/bauchemie2013

Weitere Berichte zu: Bauchemie Beton CDW GDCh LWA Massenspektrometer Zement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften