Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Systemische Risiken unterbinden

10.06.2011
Jahrestagung „Globale Finanzmärkte“ am 16./17. Juni im Tagungszentrum der Universität Jena

Dass die Hypothekenmarktkrise in den USA globale Auswirkungen in der Form der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise nach sich ziehen würde, das hätte anfangs wohl keiner für möglich gehalten, erinnert sich Prof. Dr. Christoph Ohler von der Universität Jena. „Heute wird argumentiert, dass der Zusammenbruch eines Landes wie Griechenland ähnliche Auswirkungen haben könnte“, sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Internationales Wirtschaftsrecht. Auch im Fall des hoch verschuldeten Balkan-Staates sei es schwierig, die Konsequenzen abzuschätzen.

Einen der beiden Schwerpunkte bei der Jahreskonferenz des Graduiertenkollegs „Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte - Stabilität und Wandel" am 16. und 17. Juni im Alten Schloss Dornburg, dem Tagungszentrum der Universität Jena, wird daher das brisante Thema systemische Risiken auf Finanzmärkten bilden. Wie Ohler erläutert, handelt es sich um den Zusammenbruch von Unternehmen und Märkten, durch die andere am Finanzmarkt Beteiligte – oder gar ganze Volkswirtschaften – gleichfalls in ihrem Bestand bedroht sein können. Im Fall einer systemischen Krise, illustriert der Rechtswissenschaftler, komme das gesamte Finanzsystem zum Erliegen. Die Crux: Ohne die Finanzwirtschaft funktioniere die Realwirtschaft nicht. „Besondere Gefahr besteht, wenn Zahlungsverkehrssysteme und Kreditversorgung zusammenbrechen. Denn ohne Kreditversorgung unterbleiben Investitionen und Konsum in großem Umfang“, erläutert Prof. Ohler. Aufgabe der Experten sei es also, Risiken zu erkennen und zu unterbinden, die solche grundlegenden Funktionen beeinträchtigen.

Das durch die „Stiftung Geld und Währung“ aus Mitteln der Deutschen Bundesbank finanzierte, gemeinsame Graduiertenkolleg der Universitäten Jena und Halle-Wittenberg besteht zu gleichen Teilen aus Juristen und Ökonomen. Sein Forschungsgegenstand sind Fragen der Finanzmarktstabilität.

Bereits zum dritten Mal organisiert das interdisziplinäre Graduiertenkolleg eine international ausgerichtete Jahreskonferenz – in diesem Jahr mit Referenten aus den USA, der Schweiz und Deutschland. Das genaue Programm der Tagung ist zu finden unter: www.gfinm.de.

Neben der Diskussion systemischer Risiken bilden die Aufgaben der drei neuen unabhängigen europäischen Aufsichtsbehörden einen weiteren Themenschwerpunkt. Sie werden in den Bereichen Banken, Versicherungen und Wertpapierhandel wirksam. Wie Prof. Ohler erklärt, sollen diese die Arbeit der nationalen Behörden koordinieren: „Im Bedarfsfall können sie auch auf dem Binnenmarkt eingreifen“, sagt der Jenaer Jurist.

Wie das Kolleg selbst ist auch die Jahreskonferenz für Juristen und Ökonomen gleichermaßen ausgelegt. „Mir ist es sehr wichtig, Praktiker dabei zu haben“, erklärt Christoph Ohler. In diesem Jahr rekrutieren sich die Teilnehmer etwa aus der Bundesbank, der Europäischen Zentralbank, dem Bundesfinanzministerium – aber natürlich auch aus Bankwirtschaft und Wissenschaft. Referiert werden soll beispielsweise zur Komplexität systemischer Risiken, zu politischen Antworten auf solche Risiken sowie zu Fragen wie jener, wer denn eigentlich die Kontrolleure kontrolliert.

Der Jahrestagung in Dornburg vorausgehen wird am 15. und 16. Juni eine Konferenz für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Im Sitzungssaal der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Jena stellt eine Auswahl junger Juristen ihre wissenschaftlichen Arbeiten vor. Erwartet werden Teilnehmer aus Florenz, Augsburg, München und Frankfurt am Main. Unter den Jungwissenschaftlern, die ihre Arbeiten vorstellen, ist auch der Ökonom Mario Brandtner von der Uni Jena.

Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Ohler
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
Tel.: 03641 / 942260
E-Mail: christoph.ohler[at]recht.uni-jena.de

Constanze Alt | idw
Weitere Informationen:
http://www.gfinm.de
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie