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Schlafmediziner tagen in Mannheim

19.09.2011
Vom 10. bis 12. November treffen sich im Congress Center Rosengarten in Mannheim über 1800 Mediziner um die neuesten Erkenntnisse über Schlafstörungen und Schlaferkrankungen zu diskutieren.

Veranstalter dieses Kongresses, welcher zu einem der größten europäischen Fachtreffen, gehört, ist die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Das Kongressthema der 19. Jahrestagung ist „Schlafmedizin: Standards und Alternativen“, weil sich hiermit die Möglichkeit eröffnet, über den Tellerrand der allgemein üblichen schlafmedizinischen Diagnostik und Therapie hinauszuschauen.

„Hierbei erwarten wir vor allem neue Erkenntnisse über Therapiealternativen in der Behandlung der großen Gruppe der schlafbezogenen Atmungsstörungen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern ebenso wie Einblicke in neue Methoden zur Diagnostik, wie z.B. des Neuroimaging und der Therapie von Schlafstörungen aus dem neurologisch-psychiatrischen Formenkreis“, erläutert Prof. Dr. Maritta Orth, Chefärztin der Medizinischen Klinik III mit den Schwerpunkten Pneumologie, Pneumologische Onkologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Theresienkrankenhauses Mannheim.

Maritta Orth bildet gemeinsam mit Prof. Dr. Karl Hörmann, Prodekan der Medizinischen Fakultät und Direktor der Mannheimer Universitäts-HNO-Klinik, und Prof. Dr. Michael Schredl, wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors des Institutes für Seelische Gesundheit Mannheim, die Kongressleitung. Das Programm der Tagung ist so ausgerichtet, dass die Schlafmedizin mit all ihren Schwerpunktfächern entsprechend ihrer Bedeutung und ihrem innovativen Potential dargestellt wird.

Die Vorträge des Hauptsymposiums beschäftigen sich mit wichtigen Krankheitsbildern wie chronischer Insomnie (von der Psychiatrie zur Neurobiologie), Bewegungsstörungen im Schlaf sowie den schlafbezogenen Atmungsstörungen in der Pädiatrie, jeweils unter dem Motto „Standards und Alternativen“. Gerade diese Krankheitsbilder, die zum Teil schon im Kindesalter auftreten und häufig nicht erkannt werden, stellen wesentliche Herausforderungen an den Schlafmediziner dar.

Dazu passend wird der Festvortrag von Prof. Christian Guilleminault gehalten, der die Fragestellung angeht, ob das frühzeitige Erkennen einer Atmungsstörung im Schlaf bei Kindern ein ausgeprägtes Schlafapnoe-Syndrom bei Erwachsenen verhindern kann.

Die Schlafstörungen umfassen mehr als 80 verschiedene Krankheitsbilder. Es gibt Störungen des Schlafes wie Insomnien mit Ein- und Durchschlafstörungen, Atmungs- und Bewegungsstörungen im Schlaf oder Hypersomnien mit erhöhter Tagesschläfrigkeit. Weiterhin gibt es Parasomnien mit ungewöhnlichen nächtlichen Verhaltensweisen und die wachsende Gruppe von Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus. Zudem gibt es behandlungsbedürftige Schlafstörungen als Begleiterscheinungen von Krankheiten und Therapiemaßnahmen aber auch solche, die durch Medikamente, Konsum- und Lebensgewohnheiten bedingt sind.

Facetten der Schlafmedizin

Schlafmedizin muss interdisziplinär und international sein. Dies demonstrieren während des DGSM-Kongresses eindrucksvoll die gemeinsamen Symposien mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN), der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP), den Symposien der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS) sowie mit dem Symposium der Deutsch-Chinesischen Schlafgesellschaft.

Schlafmedizin muss umfassend sein: kindliche Schlafstörungen, Traumforschung, Chronobiologie und Insomnie sowie die operative Therapie der Schlafapnoe inklusive der Darstellung alternativer Methoden bilden einen Schwerpunkt am Freitag. Neue Methoden der Diagnostik (Neuroimaging) und Schlafstörungen aus dem neurologisch / psychiatrischen Fachgebiet werden an beiden Kongresstagen vorgestellt.

Schlafmedizin muss ökonomisch sinnvoll betrieben werden. Stellvertretend hierfür stehen das Symposium „Finanzierung der Schlafmedizin in Psychiatrie und Psychosomatik im Rahmen des neuen pauschalisierten Entgeldsystems“ sowie das Treffen der ambulanten und stationären Schlaflabore.

Schlafmedizin muss Bezug haben zu Begleiterkrankungen z.B. auf dem allgemein internistischen, hier insbesondere dem kardiovaskulären bzw. pneumologischen Fachgebiet. Auszugsweise für die Wechselwirkungen von Schlafstörungen und dem Herz-Kreislaufsystem bzw. seien hier Krankheitsbilder wie der Bluthochdruck, der Hochdruck im Lungenkreislauf, die Herzkranzgefäßverkalkung bis hin zum Herzinfarkt, die Schlaganfallneigung, Herzrhythmusstörungen und die Auswirkungen extremen Übergewichtes sowie das Zusammentreffen von chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen und schlafbezogenen Atmungsstörungen genannt. Beispielhaft für die Auswirkungen auf den Stoffwechsel steht die Interaktion zwischen Atmungsstörungen und endokrinologischen Erkrankungen, allen voran der Diabetes mellitus. Hierzu werden sowohl Symposien als auch freie Vorträge angeboten.

Schlafmedizin muss sich mit den Auswirkungen der Schlafstörungen unterschiedlicher Herkunft für die Gesellschaft beschäftigen, gemäß dem Ausspruch Kurt Tucholskys: „Gebt den Menschen mehr Schlaf - sie werden wacher sein, wenn sie wach sind“. Hierzu gehören Beiträge zur Fahrtauglichkeit und Unfallgefährdung von Menschen mit Tagesschläfrigkeit oder die Auswirkungen von Schichtarbeit auf den menschlichen Organismus.

Jede DGSM-Jahrestagung wird in einer anderen Stadt veranstaltet und von einem lokalen Medizinerteam geleitet und organisiert. Auch die „Mannemer“ haben dieses Jahr viel Herzblut in die Vorbereitungen gesteckt und Prof. Maritta Orth wünscht sich zusammen mit den Kongresspräsidenten und dem lokalen Organisationskomitee, „dass alle Teilnehmer unseren Kongress mit dem Gefühl verlassen, in einer angenehmen Atmosphäre Neues gelernt, Altes konsolidiert und den gesellschaftlichen Teil genossen zu haben. Das wäre der schönste Dank und die größte Freude“.

Eingebettet in den Kongress der Schlafmediziner findet am 12. November um 10.30 Uhr ein öffentliches Patientenforum im Theresienkrankenhaus statt, zu dem von Schlafstörungen und Schlaferkrankungen Betroffene, aber auch alle interessierten Bürger zu einer Diskussionsrunde mit Schlafexperten und Vertretern von Selbsthilfegruppen eingeladen sind.

Die Kongress-Pressekonferenz findet am 11. November um 14 Uhr im Congress Center Rosengarten statt. Eine Einladung dazu mit Themen und Gesprächspartnern erfolgt noch gesondert. Mehr zum gesamten Programm des Kongresses finden Sie unter http://www.dgsm2011.de.

Pressekontakt/Akkreditierung:
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Romy Held
Tel.: 03641/3116280
presse@conventus.de

Wolfgang Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgsm2011.de

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