Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rheumatologen tagen vom 19.–22.9.2012 in Bochum

26.07.2012
40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie und der 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie
19. bis 22. September 2012, RuhrCongress Bochum

Rheumatologen tagen in Bochum:
Rückenschmerzen und Arthrose in jungen Jahren oft verkannt

Menschen unter 45 Jahren leiden häufig an chronischen Rückenschmerzen. Neben vielen anderen Ursachen kann auch eine entzündlich-rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule dahinterstecken. Die sogenannte axiale Spondyloarthritis wird aber meistens noch zu spät erkannt.

Über eine frühere Diagnose chronischer Rückenschmerzen und neueste Therapiestrategien rheumatischer Erkrankungen diskutieren Experten im Rahmen des 40. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Einen weiteren Schwerpunkt bilden generalisierte Muskelschmerzen verschiedener Ursache und Fiebersyndrome. Zudem werden neue Ergebnisse aus dem deutschen Biologika-Register vorgestellt. Der Kongress findet gemeinsam mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und der 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) vom 19. bis 22. September 2012 in Bochum statt.

An entzündlich-rheumatischen Erkrankungen – auch Rheuma genannt – leiden in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen. Dazu zählen auch Spondyloarthritiden, wie etwa die ankylosierende Spondylitis (AS), bei der die Wirbelsäule häufig schon ab dem 26. Lebensjahr entzündlich betroffen sein kann. „Die Diagnose der AS bzw. der axialen Spondyloarthritis, wie das gesamte Krankheitsspektrum heute zunehmend genannt wird, ist vor allem im frühen Stadium schwierig“, sagt Professor Dr. med. Jürgen Braun, Kongresspräsident der DGRh und Leiter des großen Rheumazentrums in Herne. Denn nicht bei allen Patienten sei der Risikomarker HLA B27 nachweisbar und auch die Kernspintomografie ist nicht immer positiv. „Zudem werden junge Patienten mit chronischen Rückenschmerzen meist gar nicht auf entzündliche Ursachen hin untersucht“, kritisiert Privatdozent Dr. Klaus Schmidt, Kongresspräsident der DGORh. In einer aktuellen Studie haben Forscher jetzt eine Diagnosesicherheit von 80 Prozent bei früher Überweisung erreicht. Erste Ergebnisse werden auf dem DGRh-Kongress vorgestellt.
Mindestens ebenso verbreitet ist das viele Gelenke betreffende entzündliche Gelenkrheuma. In Deutschland leiden mehr als 440 000 Menschen an Rheumatoider Arthritis (RA). Europaweit liegen inzwischen Daten zu mehr als 50 000 medikamentös behandelten RA-Patienten vor – anhand derer überprüft werden kann, wie wirksam und vor allem wie sicher gentechnisch hergestellte Biologika im Vergleich zu konventionellen Rheuma-Medikamenten sind. Aktuelle Ergebnisse aus diesem ‚RABBIT‘ genannten Biologika-Register sind Thema einer Sitzung im Rahmen des DGRh-Kongresses. Darüber hinaus wird intensiv über die beste Strategie in der Abfolge der Behandlungen diskutiert.

Von einer Therapie mit Biologika könnten auch Kinder mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen profitieren. Auch wenn die bei der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) auftretenden Gelenkentzündungen der RA ähneln, „unterscheidet sich die Therapie der JIA von der Behandlung im Erwachsenenalter“, betont Dr. Frosch, Kongresspräsident der GKJR im Vorfeld des Kongresses. Ein interdisziplinärer Austausch und gute Datenbanken liefern wichtige Ergebnisse auch für individuelle Therapieentscheidungen.

Schwerpunkte des Kongresses sind zudem die Fiebersyndrome, der Stellenwert der Therapie mit Kortison, Osteoporose, Muskelleiden, rekonstruktive Operationen und Schmerzsyndrome wie die Fibromyalgie. Darüber hinaus geht es darum, welche Sportarten für Rheuma-Patienten am besten geeignet sind und wie sich der häufige Vitamin-D3-Mangel bei chronisch Kranken auswirkt.

Zum ersten Mal findet ein spezielles Programm für Studenten statt. Für Betroffene und Angehörige bietet die DGRh einen Patiententag in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rheuma-Liga am Samstag, dem 22. September 2012. Eine Industrieausstellung ergänzt die wissenschaftliche Tagung. Das Kongressprogramm und weiterführende Informationen finden Interessierte im Internet unter http://www.dgrh-kongress.de.

Kontakt für Journalisten:
Kathrin Gießelmann/Christina Seddig
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Kongress-Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-981 bzw. -442
Fax: 0711 8931-167
giesselmann@medizinkommunikation.org
seddig@medizinkommunikation.org

Kathrin Gießelmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgrh-kongress.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Selbstheilende Katalysatoren für die Wasserstoffproduktion

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Herpesviren den Wettlauf mit dem Immunsystem gewinnen

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie