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Physiker denken über die Grenzen des bisher Bekannten hinaus

03.11.2008
Zu Ehren von Julius Wess, dem Mitbegründer der Supersymmetrie, treffen sich in München Wissenschaftler zur internationalen Gedächtniskonferenz, um sich einen Überblick jenseits des derzeit bekannten physikalischen Weltbilds zu verschaffen.

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts (MPI) für Physik laden am 06./07. November nach München zu einer „Memorial Conference“ zu Ehren von Julius Wess, der am 08. August 2007 verstarb, ein. Julius Wess ist zusammen mit seinem Kollegen Bruno Zumino, der Teilnehmer der Konferenz ist, einer der Begründer der so genannten Supersymmetrie.

Die Supersymmetrie ist ein bahnbrechendes Modell der Elementarteilchenphysik. Dieses besagt, dass die Materiebausteine (Elementarteilchen) aus denen unsere Welt besteht, spiegelverkehrte „Verwandte“, so genannte supersymmetrische Teilchen, besitzen. Damit bewegen sich die Physiker in theoretischen Modellen jenseits des derzeit bekannten physikalischen Weltbilds.

Bereits 1974 hat Julius Wess zusammen mit Bruno Zumino das Konzept der Supersymmetrie entwickelt. Seither versuchen Teilchenphysiker die Existenz von supersymmetrischen Teilchen zu beweisen. Diese Teilchen sollen mit dem neuen Teilchenbeschleuniger LHC am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf gefunden werden. Eine Arbeitsgruppe um den MPIWissenschaftler Dr. Georg Raffelt, die sich mit der theoretischen Erklärung der so genannten „Dunklen Materie“ im Weltraum befasst, arbeitet mit dem Modell von Wess. Bisher gibt es keine experimentellen Beweise, woraus Dunkle Materie besteht; es gibt lediglich starke Hinweise, dass es sie gibt. Die Wissenschaftler vermuten, dass Dunkle Materie aus supersymmetrischen Teilchen besteht. Die Münchner Forscher hoffen durch ihre Beteiligung am LHC die Supersymmetrie nachzuweisen, so wie sie Wess und Zumino in ihrer Theorie vorhergesagt haben. Die Entdeckung dieser Teilchen wäre ein großer Triumph für die theoretischen Überlegungen der beiden Physiker, und würde mit einiger Wahrscheinlichkeit mit dem Nobelpreis prämiert werden.

An der Konferenz nehmen zahlreiche Wissenschaftler teil, die die Supersymmetrie maßgeblich weiterentwickelt haben. Beispielsweise Pierre Fayet (Paris), zusammen mit Kollegen hat er als erster die supersymmetrische Erweiterung des Standardmodells der Elementarteilchen eingeführt. Ebenfalls nimmt Peter van Nieuwenhuizen (Stony Brook), der Begründer der Supergravitation, an der Konferenz teil.

Ziel der Gedächtniskonferenz ist es einerseits, den heutigen Stand der Supersymmetrie aufzuzeigen und über mögliche Entwicklungen für die Zukunft zu diskutieren. Zum anderen setzt das Max-Planck-Institut für Physik auch ein Zeichen zum Gedenken an den brillanten Physiker Julius Wess.

Memorial Conference in Honor of Julius Wess
06. - 07. November 2008
Max-Planck-Institut für Physik, München
Weitere Informationen
Prof. Dr. Dieter Lüst
Direktor
Max-Planck-Institut für Physik, München
Tel.: 089 32354 - 282
E-Mail: luest@mppmu.mpg.de
Silke Zollinger
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Physik, München
Tel.: 089 323 54 - 292
E-Mail: silke.zollinger@mpp.mpg.de

Silke Zollinger | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpp.mpg.de

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