Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lösungen für die alternde Gesellschaft

19.09.2011
Japanische und deutsche Forscher diskutieren in Kyoto die Folgen des demografischen Wandels.

Japan und Deutschland stehen als alternde Gesellschaften vor ähnlichen sozialen und medizinischen Herausforderungen. Beim Humboldt-Kolloquium in Kyoto vom 16. bis 18. September diskutierten rund 120 japanische Humboldt-Alumni gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland, welche Lösungen die Wissenschaft für die Folgen des demografischen Wandels bieten kann.

Im Mittelpunkt standen unter anderem medizinische Therapien etwa für neurodegenerative Krankheiten, an denen schon heute mehr als 23 Millionen Menschen in Japan, der EU und den USA leiden. Im Jahr 2050 könnten in diesen Ländern bereits über 100 Millionen Patienten allein an Alzheimer erkrankt sein, so die Prognose der Wissenschaftler. Bessere Methoden zur Früherkennung, innovative Medikamente und neue Therapien müssten entwickelt werden, etwa in der Stammzellforschung, einem Gebiet, auf dem japanische Forscher international führend sind.

So wollen Stammzellexperten wie der Humboldtianer Shin-Ichi Nishikawa vom RIKEN Center for Developmental Biology in Kobe bereits in drei Jahren mit der Behandlung von Patienten beginnen, die an einer Erkrankung der Netzhaut leiden. Sollte die Therapie mit umprogrammierten Hautzellen gelingen, wäre dies ein Durchbruch, der Perspektiven für eine Behandlung weiterer degenerativer Erkrankungen und Altersleiden eröffnen könnte.

Ebenfalls diskutiert wurde die rückläufige Tendenz im deutsch-japanischen Forscheraustausch. Immer weniger japanische Nachwuchswissenschaftler gehen zu längeren Forschungskooperationen ins Ausland. Längere Auslandsaufenthalte würden bei jungen Forschern nicht honoriert und seien im Gegenteil eher hinderlich für die Karriere in der Heimat. Nicht nur die abnehmende internationale Mobilität der Nachwuchswissenschaftler sei ein Problem, so die japanischen Forscher. Es müssten junge Talente überhaupt stärker gefördert werden, etwa mit Programmen nach Vorbildern beispielsweise des Emmy Noether-Programms in Deutschland oder des Sofja Kovalevskaja-Preises der Humboldt-Stiftung. Das japanische Netzwerk der Stiftung, dem über 2.000 Forscherinnen und Forscher angehören, will seine Werbung um Talente intensivieren, die nach Deutschland gehen, etwa mit einem Online-Informations- und Beratungsnetzwerk, das der japanische Humboldt-Club mit Unterstützung der Stiftung zurzeit aufbaut. Die Initiative wurde jüngst mit dem Humboldt-Alumni-Preis ausgezeichnet, der mit 25.000 Euro dotiert ist und zur Umsetzung innovativer Alumni-Netzwerkprojekte dient.

Pressekontakt

Kristina Güroff
Regine Laroche
Kerstin Schweichhart
Tel: +49 228 833-144/257; Fax: -441
E-Mail: presse@avh.de
Leiter Referat Presse, Kommunikation und Marketing
Georg Scholl
Tel: +49 228 833-258

Kristina Güroff | idw
Weitere Informationen:
http://www.humboldt-foundation.de/web/newsletter-2-2011-5a.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie