Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lesen und Lernen vor 300 Jahren

17.02.2012
Tagung zur Wissenschaft im 17. und 18. Jahrhundert am 1./2. März an der Universität Jena

Eine „aufrichtige Hand“ und ein „treues Auge“ – das sei alles, was ein Gelehrter braucht, wenn er das abbilden will, was er unter einem Mikroskop sieht, meinte der Universalgelehrte Robert Hooke.

Der Engländer hatte im späten 17. Jahrhundert ein großes Werk verfasst, in dem er verschiedenste Dinge in Vergrößerung abbildete. So umfassten seine „Micrographia“ Zeichnungen Fliegenaugen, Nadelspitzen oder etwa Kristalle aus gefrorenem Urin. In ganz Europa erlebte die Wissenschaft eine Blüte, die zu einem großen Teil zur Wissenschaftsgesellschaft beigetragen hat, wie sie heute vorliegt.

Während eines Workshops am 1. und 2. März im Ernst-Haeckel-Haus der Friedrich-Schiller-Universität Jena widmen sich 15 Wissenschaftler aus Deutschland, den Niederlanden, England und Norwegen Hookes Motto. Sie nehmen dabei – unter dem Titel „Sincere hand and the faithful eye: Kognitive Praktiken in naturwissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten des 17. und 18. Jahrhunderts“ – diese Zeit des Aufbruchs und vor allem die dabei entstandenen Schriften genauer unter die Lupe.

„Ein wichtiger Grund für diesen Aufschwung in der Wissenschaft sind die neuen Möglichkeiten der Publikation“, erklärt Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach vom Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Das Papier löste das teurere Pergament ab, Schriften waren erschwinglicher und konnten in viel größerer Zahl verbreitet werden.“ Die Zahl der Menschen, die des Lesens und Schreibens kundig waren, habe rapide zugenommen, ergänzt der Wissenschaftshistoriker, der gemeinsam mit Dr. Jutta Heinz vom Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der Universität Jena und Dr. Jens Loescher von der Freien Universität Berlin die Veranstaltung organisiert hat. Unterstützt wird die Tagung durch die Fritz Thyssen Stiftung.

Was geht eigentlich in unserem Kopf vor, wenn wir einen Text lesen oder schreiben? Wie verarbeiten wir Illustrationen zu Texten, speziell im wissenschaftlichen Bereich, und welche Darstellungsmittel entwickeln sich? Den Antworten aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf diese Fragen wollen die Wissenschaftshistoriker, Psychologen und Literaturwissenschaftler während des Treffens an der Universität Jena nachgehen. „Wir wollen vor allem ergründen, wie die Menschen damals Erkenntnisse aus der Wissenschaft dargestellt, transportiert und rezipiert haben“, erklärt die Literaturwissenschaftlerin Jutta Heinz. „Dabei betrachten wir das Verhältnis von ,aufrichtiger Hand‘ und ,treuem Auge‘ in wissenschaftlicher Literatur, Lehrbüchern und literarischen Texten.“ Das bunte Teilnehmerfeld garantiere dabei eine interdisziplinäre Diskussion.

Die Tagung „,Sincere hand and faithful eye‘: Kognitive Praktiken in naturwissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten des 17. und 18. Jahrhunderts“ findet am 1. und 2. März im Ernst-Haeckel-Haus der Universität Jena (Berggasse 7) statt, sie beginnt am Donnerstag um 9.15 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit ist willkommen.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach
Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik der Universität Jena
Berggasse 7, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 949500
E-Mail: Olaf.Breidbach[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de
http://www.ehh.uni-jena.de/ehh_multimedia/Veranstaltungen/2012_03_SencereHandAndFaithfulEye.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen
29.05.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft
29.05.2017 | Universität Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise