Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebserkrankungen – Gezielte Diagnose und individualisierte Therapie

10.04.2015

Noch immer ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In den vergangenen Jahren konnten jedoch beträchtliche Fortschritte in seiner Therapie wie auch Diagnostik verzeichnet werden. Moderne nuklearmedizinische Untersuchungen sowie innovative zielgerichtete nuklearmedizinische Therapien spielen bei diesen Fortschritten eine entscheidende Rolle.

Die Nuklearmedizin diagnostiziert Erkrankungen mithilfe radioaktiver Substanzen – so genannter Marker – die spezifisch an Tumorzellen binden und teils auch in diesen gespeichert werden. Um die betroffenen Zellen sichtbar machen zu können, werden dem Patienten geeignete, radioaktiv markierte Substanzen – so genannte Radiopharmaka – verabreicht.

Sie bestehen aus einem radioaktiven Teilchen, dem Radioisotop, und einer zweiten Substanz. Diese bindet im Körper an einen bestimmten Zelltyp und sorgt so dafür, dass das Radioisotop gezielt zu den krankhaft veränderten Zellen gelangt. So kommt es zu einer starken Anreicherung im Tumor bei nur geringer Aufnahme in gesunden Organen.

Über die schwache radioaktive Strahlung der Tumorzellen wird die Verteilung der Substanzen und somit die Verteilung der Krebszellen mittels der Positronenemissionstomographie (PET) oder der Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie (SPECT) bildhaft dargestellt. Die Nuklearmedizin nutzt hierbei also gezielt solche Eigenschaften der Krebszellen aus, die sie von den gesunden Körperzellen unterscheiden und die so einen genauen Nachweis der Erkrankung ermöglichen.

Durch diese hervorragende Diagnostik kann die Ausbreitung von Krebs genauer dargestellt, ein Rückfall der Erkrankung frühzeitig erkannt und somit die Therapie besser auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden.

Die gleichen Substanzen, die zur Krebserkennung verwendet werden, können ebenso zur Therapie der Erkrankung genutzt werden. Dies geschieht, indem ein weiteres, therapeutisch wirkendes radioaktives Element an die Tumorzellen gekoppelt wird, das eine gezielte „innere Bestrahlung“ der Krebszellen ermöglicht und diese so zerstört.

Auf diese Weise lassen sich auch kleinste und weit verstreute Tumore effektiv und schonend behandeln. Dieses Prinzip der Diagnostik und Therapie mit der gleichen Substanz wird auch „Theragnostik“ genannt. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs.

Für die Diagnostik und Therapieplanung wie auch für die Therapie selbst wird hier jeweils ein anderes radioaktives Jod-Isotop – also ein anderes radioaktives Teilchen – verwendet. Dadurch kann die Radiojodtherapie auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnitten werden, was durch dieses individualisierte Therapiekonzept bei Schilddrüsenkrebs zu einer exzellenten Heilungsrate führt.

Das Prinzip der „Theragnostik“ wurde inzwischen auch auf weitere Krebserkrankungen ausgeweitet. So wird bei neuroendokrinen Tumoren und metastasierten Prostatakarzinomen ebenfalls jeweils die gleiche Substanz für Diagnostik und Therapie verwendet.

Die nuklearmedizinische Diagnostik hat sich bei diesen beiden Krebsarten bereits zu einer Standarduntersuchung entwickelt und auch die entsprechenden Therapien (Peptid-Radio-Rezeptor-Therapie und 177Lu-PSMA-Therapie) haben entscheidend zur Verbesserung der Prognose der hiervon betroffenen Patienten beigetragen.

Aktuelle Forschungsprojekte arbeiten daran, die „Theragnostik“ auch auf weitere Krebsarten anwendbar zu machen, um mehr Krebspatienten eine solche maßgeschneiderte Diagnostik und Therapie anbieten zu können. Zudem sind bereits etablierte Therapien entscheidend weiterentwickelt worden.

So kann mit Hilfe modernster Bildgebung wie der PET/CT und der SPECT/CT die Behandlung von Lebertumoren und Lebermetastasen mittels der Radioembolisation (auch SIRT genannt) noch zielgenauer erfolgen und auf den individuellen Patienten zugeschnitten werden. Der Behandlungserfolg wird dadurch maximiert und Nebenwirkungen werden weitgehend vermieden.

Die „Theragnostik“ bildet ein Schwerpunktthema auf der 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., der NuklearMedizin 2015, die vom 22. bis 25. April 2015 in Hannover stattfindet. Zudem wird sich am 22. April 2015 auch das Vorkongress-Symposium „Bildgesteuerte Therapie: Neue Horizonte“ im Vorfeld der Jahrestagung mit diesem Thema auseinandersetzen.

In bewährter Weise bietet die Kombination aus Kongress, für den national und international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2015 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2015 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2015.de zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de

Weitere Informationen:

http://www.nuklearmedizin2015.de - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2015
http://www.nuklearmedizin.de - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

DGN e.V. Pressestelle | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017
23.10.2017 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Die Zukunft der Luftfracht
23.10.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie