Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs in Kopf und Hals richtig behandeln - Therapie von Kopf-Hals-Tumoren im Fokus der HNO-Tagung

10.04.2012
Rund 40 000 Bundesbürger erkranken jährlich an Krebs in Kopf und Hals. Die Erkrankungsursachen sind vielfältig. Häufig muss der Arzt das erkrankte Organ, etwa den Kehlkopf, entfernen.

Auf der 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC) diskutieren Experten Ursachen und Diagnosen sowie Vor- und Nachteile chirurgischer und medikamentöser Therapien. In mehr als 750 Vorträgen und Postern stehen darüber hinaus Sinnesstörungen, Allergien, Hörsturz, Schwindel und Sturzrisiko im Alter auf der Agenda. Die Tagung findet vom 16. bis 20. Mai 2012 in der Rheingoldhalle Mainz statt.

Gemäß dem Motto „Grenzgebiete der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde“ ist die diesjährige Jahresversammlung der DGHNO KHC sehr interdisziplinär ausgerichtet. Ihre Themen berühren nicht nur angrenzende Fachbereiche wie beispielsweise die Dermatologie, Allergologie und Kinderheilkunde. Insbesondere die eigene Grenz-Disziplin „Kopf-Hals-Chirurgie“ steht als Therapiemethode bei Kopf-Hals-Tumoren im Fokus der Tagung. „Hier sehen wir großen Diskussionsbedarf, da in der Therapie neue multimodale Verfahren, wie die Kombination aus Chemotherapie, Antikörpertherapie und Bestrahlung zunehmend an Bedeutung gewinnen und die Chirurgie immer häufiger ersetzen“, erläutert Professor Dr. med. Norbert Stasche, Präsident der DGHNO KHC. „Um jedoch auch künftig jedem Patienten die für ihn geeignete Therapie und ein breites Behandlungsspektrum zur Verfügung stellen zu können, müssen wir auch die Chirurgie weiterentwickeln.“

Insbesondere in der Therapie des Kehlkopfkrebses, der rund 25 Prozent aller Kopf-Hals-Tumore ausmacht, ist eine Operation oft ein wesentlicher Teil der Behandlung: Ist der Tumor noch klein, setzen die Ärzte auf eine transorale Laserchirurgie, also den operativen Eingriff mit einem Laser über den Mund. Sie ist schonend, organerhaltend und erbringt gute funktionelle Ergebnisse.

„Im fortgeschrittenen Stadium gibt es hingegen unterschiedliche Ansätze, die derzeit noch diskutiert werden. Hier stehen sich die Chemo-Radiotherapie und die teilweise oder komplette chirurgische Entfernung des Kehlkopfes, die Laryngektomie, mit rekonstruktiven Techniken einschließlich des Einsatzes von Stimmprothesen zur Stimmrehabilitation gegenüber“, sagt Professor Stasche, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenklinik Westpfalz-Klinikum GmbH. Beide Therapieformen haben Vor- und Nachteile, die auf dem Kongress näher beleuchtet werden. „Denn der behandelnde Arzt muss im individuellen Krankheitsfall häufig abwägen zwischen Spättoxizität der medikamentösen Behandlung und Organverlust durch einen chirurgischen Eingriff und sollte idealerweise interdisziplinär behandeln“, erinnert Professor Stasche an den fachübergreifenden Ansatz des Kongresses der DGHNO KHC. Ein wichtiges, gemeinsames Anliegen von behandelnden Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und Kopf-Hals-Chirurgen sei es, das Organ und seine Funktionalität zu erhalten und damit die Lebensqualität des Patienten zu gewährleisten, so der Experte. Für einen fruchtbaren Austausch bietet die Tagung deshalb eine umfassende, aktuelle Darstellung der Diagnostik und Therapie von Kopf-Hals-Tumoren mit Vorträgen, Rundtischgesprächen und Podiumsdiskussionen. In der traditionellen Wullstein-Vorlesung greift Professor Jonas Johnson, Chairman des Departement of Otolaryngology der University of Pittsburgh School of Medicine, dieses Thema ebenfalls auf.

Die HNO-Experten diskutieren darüber hinaus aktuelle klinische und praktische Themen der HNO-Heilkunde: Riech- Schmeck- und Schluckstörungen, Hörsturztherapie, Altersschwindel und Sturzrisiko sind weitere wichtige Themen des Kongresses. Unter dem Motto „Gemeinsam mehr bewegen“ findet der 12. HNO-Pflegetag statt. Mit alltäglichen Fragestellungen zu Versorgung und Umgang mit HNO-Patienten richtet sich dieses Angebot an Pflegekräfte im HNO-Bereich. Weitere Informationen zur Jahresversammlung finden Interessierte unter www.hno.org.

Terminhinweise:

83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC)
Termin: 16. bis 20. Mai 2012
Ort: Rheingoldhalle Mainz
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Dienstag, 15. Mai 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Hyatt Regency Mainz, Raum Donau, Malakoff-Terrasse 1, D-55116 Mainz
Wullstein-Lecture: The role of primary surgery in head and neck cancer
J. T. Johnson, Pittsburgh (USA)
Termin: Freitag, 18. Mai, 10.30 bis 11.00 Uhr
Ort: Kongress-Saal, Rheingoldhalle, Mainz
12. HNO-Pflegetag "Gemeinsam mehr bewegen"
Termin: Freitag, 18. Mai 2012, 8.30 bis 17.30 Uhr
Ort: Watford-Saal, Rheingoldhalle, Mainz
Ihr Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle der 83. Jahresversammlung der DGHNO KHC:
Christina Seddig
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-442
E-Mail: seddig@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.hno.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017
28.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie

nachricht Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru
28.04.2017 | InfectoGnostics - Forschungscampus Jena e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie