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Karlsruher Gespräche zu urbanen Gesellschaften

19.02.2015

Der Städtebau boomt, die urbane Bevölkerung wächst weiter an, doch damit steigen auch die Anforderungen. Welche Bedeutung kommt Städten als Zentren für Demokratie, für bürgerschaftliches Engagement und politische Innovationen zu? Welchen Zugang bieten sie für Minderheiten und Parallelgesellschaften? Wie bewahren sie ihr Selbstverständnis vor dem Hintergrund zunehmender Globalisierung? 

Um diese Fragen geht es bei den 19. Karlsruher Gesprächen „Global DemocraCITIES: Zwischen Triumph und Niedergang“ vom 27.02.2015 bis 01.03.2015, die das ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am KIT konzipiert und zum Auftakt des 300. Geburtstags der Stadt Karlsruhe veranstaltet.

Seit der Antike träumt der Mensch von der idealen Stadt, die als bürgerschaftlicher, demokratischer Ort des Austausches und des Friedens Ausdruck von Zivilisation sein sollte. Heute beeinflussen Städte als Knotenpunkte für internationalen Handel, für Finanz- und Informationsströme das globale Geschehen wie nie zuvor. Doch mit zunehmender Urbanität gehen auch große soziale, ökologische und politische Herausforderungen einher: Umweltprobleme, Fragen der Energieversorgung, Ressourcenmanagement, Mobilität. Die jüngsten Entwicklungen in Deutschland rund um PEGIDA verdeutlichen, dass auch Prozesse der Integration und Segregation der Bewohner hinsichtlich Einkommensniveau, Ethnizität und Religion große Aufgaben darstellen.

„,DemocraCITIES‘ spielt auf ein bei der New Yorker Weltausstellung von 1939/40 präsentiertes Diorama an, das eine utopische Stadt der Zukunft darstellte: die ‚Democracity‘“, erklärt ZAK-Direktorin und Initiatorin der Karlsruher Gespräche Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha: „Nach UN-Prognosen werden bis 2050 zwei Drittel der Menschheit in urbanen Räumen leben. Bei den Karlsruher Gesprächen wollen wir erörtern, welche Herausforderungen in der globalen Moderne be- und entstehen und welche integrativen Leistungen die DemocraCITIES erbringen können.“

Hierzu hat das ZAK renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten aus der Praxis eingeladen, die sich mit den soziologischen, kulturellen und ökonomischen Aspekten der urbanen Gesellschaften und des Städtebaus beschäftigen. Entsprechend dem Auftrag des ZAK, Öffentliche Wissenschaft anzubieten, wird im Gespräch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern nach neuen Möglichkeiten und Perspektiven für bürgerschaftliche Partizipation und Nachhaltigkeit im Städtebau gefragt. Die dreitägige Veranstaltung bietet darüber hinaus ein integrales Kulturprogramm mit Film, Theater und Literatur, das aus künstlerischer Perspektive weitere Sichtweisen in den Diskurs einbringt. Die Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg eG, die Stadt Karlsruhe und die IHK Karlsruhe unterstützen die Karlsruher Gespräche.

Aus dem Programm der 19. Karlsruher Gespräche:

Am Eröffnungsabend, Freitag, 27. Februar, um 19.30 Uhr (SpardaEvent-Center, Baumeisterstraße 21) hält die US-amerikanische Soziologin Prof. Dr. Saskia Sassen ihren Festvortrag über die „Stadt: Wo die Machtlosen Geschichte schreiben“. Es folgt ein Kurzvortrag des Politikwissenschaftlers und ehemaligen US-Regierungsberaters Prof. Dr. Benjamin R. Barber zu seinem Buch „Wenn Bürgermeister die Welt regierten“.

Das Symposium am Samstag, 28. Februar, ab 9.30 Uhr (Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, Lammstraße 13-17) wird ebenfalls von Prof. Dr. Barber miteröffnet. Im Mittelpunkt des Symposiums stehen Zivilgesellschaften vor dem Hintergrund urbanen Wandels. Die daraus resultierenden Folgen für bürgerschaftliches Engagement, Stadtkultur und Kulturerbe werden von verschiedenen Standpunkten und Standorten erläutert. So berichtet etwa Dr. Nigel Barker vom English Heritage über den Konflikt zwischen Londoner Bauboom und der Bewahrung kulturellen Erbes, während der ägyptische Menschenrechtsaktivist Professor Dr. Amr Hamzawy Stimmen aus Kairo zu Wort kommen lässt. Professor Dr. Werner J. Patzelt von der Technischen Universität Dresden wird vor allem auf aktuelle Entwicklungen hinsichtlich politischer Aktionen und Polarisierungen in Deutschland eingehen.

Im Vordergrund der Podiumsdiskussion am Sonntag, 1. März, um 11 Uhr (SpardaEvent-Center) steht das an Barbers neueste Publikation angelehnte Szenario „Wenn Bürgermeister die Welt regierten“. Hierzu treten Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Prof. Dr. Martin Albrow, Dr. h.c. Petra Roth, Oberbürgermeisterin a.D. von Frankfurt am Main, sowie die Bürgermeisterin a.D. von Straßburg und ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, Catherine Trautmann, miteinander ins Gespräch. Die Diskussion moderiert Markus Brock (SWR, 3sat).

Das Spektrum der Karlsruher Gespräche wird darüber hinaus durch kulturelle Veranstaltungen erweitert. Dazu gehört die Filmnacht in Kooperation mit ARTE und dem Filmtheater Schauburg Karlsruhe (Marienstraße 16). Hier werden am Samstag, 28. Februar ab 19.30 Uhr bis spät in die Nacht Dokumentar- und Spielfilme gezeigt, die Städte wie Paris, Nairobi oder Shanghai porträtieren. Am Sonntag, den 1. März, liest Max Scharnigg ab 15 Uhr im STUDIO des Badischen Staatstheaters Karlsruhe aus seinem „Feldversuch: Unser Stück Land vor den Toren der Stadt“ (Anmeldung erforderlich). Um 19 Uhr wird dort das Theaterstück „Ich bereue nichts“ aufgeführt, an welches eine Diskussion anschließt (kostenpflichtige Karten beim Staatstheater Karlsruhe).

Bitte beachten Sie: Die Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 27. Februar, ist bereits ausgebucht!

Eine Anmeldung zur Lesung am 1. März ist erwünscht: per Telefon unter 0721 608-44384 oder im Internet unter http://www.zak.kit.edu.

Weitere Informationen: http://www.zak.kit.edu/karlsruher_gespraeche

Weiterer Kontakt:
Elisabeth Loeser, ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, Tel.: + 49 721 608-45898, Fax: + 49 721 608-44811, E-Mail: elisabeth.loeser@kit.edu

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vereint als selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts die Aufgaben einer Universität des Landes Baden-Württemberg und eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft. Seine drei strategischen Felder Forschung, Lehre und Innovation verbindet das KIT zu einer Mission. Mit rund 9 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu

Monika Landgraf | Karlsruher Institut für Technologie

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