Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Bionik-Kongress: Von der Zecke zum Dübel

10.03.2011
Patentlösungen für Wirtschaft und Technik werden präsentiert

Es ist unglaublich, was Zecken alles bewirken können! Wer jetzt nur an üble Krankheiten denkt, weil ihm beim Waldspaziergang eine Zecke gebissen hat, irrt - zum Glück. Zecken haben auch etwas Positives - allemal für Markus Hollermann und Felix Förster aus Bremen.


Ansicht eines bioinspirierten Dübels

Aber auch andere, die schwere Bilderrahmen an eine Wand bringen wollen, die nicht aus massiven Steinen gemauert ist, können von einer Produktidee profitieren, die ihren Ausgang in der Natur hat und auf dem Bionik-Industriekongress am 16. März 2011 in Berlin vorgestellt wird.

Die beiden Bioniker Hollermann und Förster haben sich während ihres Studiums intensiv mit Zecken und vielen anderen Organismen beschäftigt, genauer gesagt mit den Mundwerkzeugen der Zecken und Zikaden, die sich hervorragend in verdrängungsfähige Untergründe, wie den menschlichen Körper, fixieren können.

Diese aus menschlicher Sicht "fiese Technik" hat zu weiteren, sehr interessanten Lösungsvorschlägen geführt. Die Unternehmensgruppe fischer, ein renommierter Anbieter von Befestigungssystemen für Handwerker und Heimwerker, hat die durch ein von Hollermann und Förster durchgeführtes Screening der Natur ermittelten Wirkprinzipien aufgegriffen. Nun will der Dübelhersteller über Skizzen und Ableitungen dieser Wirkprinzipien zu einem neuen Befestigungselement kommen.

Warum eigentlich? Dübel sind doch nichts Neues. "Aber dank der energetischen Modernisierung sind viele Wände heute aus einem weicheren Material. Wärmedämmverbundsysteme und Gipskartonplatten machen es herkömmlichen Dübel zunehmend schwerer, Halt zu finden", so Hollermann.

"Wir wollen daher zusammen mit den fischerwerken einen Dübel entwickeln, der sich "in der Luft", also in der Wärmedämmschicht, fixieren kann - nach dem Vorbild der Natur", ergänzt Förster. Das Forschungsvorhaben stellen Dr. Hannes Spieth, Unternehmensgruppe fischer, und Markus Hollermann am 17. März 2011 in einem Tandem-Vortrag auf dem Bionik-Industriekongress in Berlin vor.

Das Forschungsergebnis im Rahmen ihrer Abschlussarbeit bescherte Hollermann (27) und Förster (24) im letzten Frühjahr auch den "Internationalen Bionic-Award 2010" und machte beide kurz danach zu Unternehmern.

"Wir entschlüsseln die Natur für Sie!"
Mit diesem Motto haben die beiden ihr eigenes Unternehmen "die Bioniker" in Bremen gegründet (http://www.diebioniker.de) . Ihre erfolgreiche Arbeit im Bereich der Befestigungstechnik soll erst der Anfang von einer Reihe bionischer Entwicklungen sein, die den beiden Jungunternehmer vorschweben. Daher war es für die beiden auch keine Frage, Mitglied bei der gemeinnützigen Forschungsgemeinschaft BIOKON zu werden. BIOKON bündelt und vernetzt Aktivitäten und Expertenwissen von mehr als 90 Universitäten, Forschungsinstituten, Unternehmen und Einzelpersönlichkeiten in ganz Deutschland und Europa, damit biologische Problemlösungen und Optimierungsstrategien zielgerichtet in neuartige Produkte und Technologien münden.

"Wir haben bewusst den internationalen Studiengang Bionik an der Hochschule Bremen absolviert, weil wir auf die Natur bauen und schauen wollen, was wir noch für den Menschen nutzbar machen können," so die Jungunternehmer und Dienstleister auf dem Gebiet der Bionik. Bionik ist die Wissenschaft, die die Biologie mit der Technik verbindet. Der Klettverschluss und der Lotus-Effekt gehören zu den Klassikern der bionischen Forschung. Aber es gibt noch viele weitere erfolgreiche Beispiele. Eine Auswahl aus den verschiedensten Industriebereichen wie Automobil, Maschinenbau, Biomedizintechnik, Chemie, Automatisierungstechnik und Bau wird auf dem Kongress "International Industrial Convention on Biomimetics 2011" am 16. und 17. März 2011 in Berlin vorgestellt.

Veranstalter des Kongresses sind die Bionik-Kompetenznetze BIOKON und BIOKON international mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. "Patenlösungen aus der Natur für die Technik, Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen", so erklärt BIOKON-Geschäftsführer Dr. Rainer Erb die Aufgabe der gemeinnützigen Forschungsgemeinschaft. "Die Arbeiten von Markus Hollermann und Felix Förster sind hier ein weiteres schönes Beipiel für den Einsatz und Nutzen der Bionik, auch weil die beiden mit den fischerwerken einen tollen Partner gefunden haben, der die Ergebnisse ihrer Arbeit für die Entwicklung bionischer Befestigungselemente weiter nutzen wird."

Weitere Informationen unter http://www.biomimetics-convention.com und http://www.biokon.net .

Dr. Rainer Erb | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.biomimetics-convention.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen
15.08.2017 | Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie