Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herausforderungen neurobiologischer Primatenforschung

20.03.2009
Anlässlich einer dreitägigen Tagung in Göttingen von 23.-25. März 2009 nimmt die "Leibniz Graduate School für Primate Neurobiology (NEUROPRIM)" ihre Arbeit auf.

Das Ziel dieser Initiative ist die Schaffung einer interdisziplinären Plattform zur Vernetzung der neurobiologischen Forschung an Primaten in Deutschland und zur Weiterbildung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der neurowissenschaftlichen Experimentalpraxis.

Das Tiermodell des nicht-menschlichen Primaten mit seiner großen verwandtschaftlichen Nähe zum Menschen bietet die beste Gewähr für eine gute Übertragbarkeit neurowissenschaftlicher Erkenntnisse: Die system- und verhaltensorientierten Untersuchungen an und mit nicht-humanen Primaten liefern wichtige Erkenntnisse sowohl in der biomedizinischen Forschung (Neurologie, Psychiatrie, Neuroprothetik, etc.) als auch in der Erforschung der neuronalen Grundlagen komplexen Verhaltens (Psychologie, Kognitive Neurowissenschaften, Linguistik, etc.).

An Experimente mit nicht-menschlichen Primaten aber sind hohe ethische Kriterien anzulegen. Um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren sicherzustellen, ist deshalb eine hochklassige Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses unerlässlich. Langjährige Erfahrungen im Umgang mit und der Haltung von Primaten bilden dafür die unverzichtbare Grundlage.

Getragen wird die Graduiertenschule von den beiden in diesem Bereich führenden Forschungsstandorten: in Tübingen die Universität mit ihrem interdisziplinären Ansätzen zur kognitiven und methodologischen Grundlagenforschung in Zusammenarbeit mit dem Hertie-Institut für Hirnforschung und dem Max-Plack-Institut für Biologische Kybernetik, und in Göttingen das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) mit seinen engen Verbindungen zur Georgia Augusta-Universität, zu drei ortsansässigen Max-Planck-Instituten, seiner Beteilung an vielen gemeinsamen biologischen und biomedizinischen Forschungszentren und -initiativen.

Im Vordergrund des Projektes steht die Weiterqualifikation: Stipendiaten, finanziert von NEUROPRIM selbst, und Kollegiaten aus den beteiligten Instituten werden Fragestellungen der Kognitionsphysiologie (z.B. Aufmerksamkeits- und Entscheidungsprozesse), der Umwandlung sensorischer Informationen in Handlungspläne sowie der Evolution kognitiver Funktionen (Kommunikation, Mathematik) bearbeiten. Sie stehen jeweils unter der Betreuung dreier Mentoren aus den Partnerinstituten und promovieren in Göttingen oder Tübingen. Die Teilnahme an den Veranstaltungen der ausschließlich englischsprachigen Gradiertenschule steht aber auch Doktoranden anderer neurowissenschaftlich mit und über Primaten forschender Institute offen.

Die für vier Jahre von der Leibniz-Gemeinschaft mit 800.000 Euro geförderte Initiative NEUROPRIM bietet auf dem Meeting in Göttingen dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit, in einen ersten gegenseitigen Informationsaustausch über neurobiologische Methoden, Konzepte und Projekte zu treten. Die Tagung schließt eine öffentliche Vorlesung von Prof. Guy Orban aus Leuven (Belgien) für ein breites wissenschaftliches Publikum ein: " Tracing the network processing 3D shape from disparity: Monkey fMRI as a tool for the neuroscientist". Sie findet am Montag 23.03.09 um 16:00 im Hörsaal 10 der physikalischen Institute statt.

NEUROPRIM ist als Starthilfe für eine dauerhafte Vernetzung der neurowissenschaftlich über Primaten arbeitenden Einrichtungen konzipiert. Die Planungen sehen nach Ablauf der Förderperiode eine Weiterführung auf nationaler Ebene durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und/oder auf europäischer Ebene durch die EU (z. B. Marie-Curie-Programm) vor. Der Sprecher des achtköpfigen Leitungsgremiums aus Göttingen und Tübingen ist Prof. Dr. Stefan Treue, Direktor des DPZ und Professor für Biopsychologie und Kognitive Neurowissenschaften der Georgia Augusta.

Dr. Dr. Michael Schwibbe | idw
Weitere Informationen:
http://dpz.eu/
http://www.dpz.eu/akn/primneu09/PrimateNeurobiology_2009.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung
27.06.2017 | Fraunhofer IISB

nachricht Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle
27.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie