Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam für Arnika!

07.03.2017

Geisenheimer Fachtagung holt Forschung und Praxis an einen Tisch

Ein gelbes Blütenmeer, soweit das Auge reichte. Die Heilpflanze Arnika war früher in vielen Gegenden ein gewohnter Anblick. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände in Hessen wie auch in ganz Deutschland jedoch drastisch zurückgegangen. Die letzten Reste der ehemaligen großen Bestände sind mittlerweile streng geschützt – und nehmen trotzdem weiter ab.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf, damit Arnika und auch ihre Lebensräume, die Magerrasen und Heiden, nicht vollkommen verschwinden. Hierfür müssen Forschung und Praxis gemeinsam Schutzkonzepte erarbeiten“, erläutert die Geisenheimer Professorin Dr. Ilona Leyer den Anlass für eine Fachtagung zu diesem Thema, die am 2. und 3. März an der Hochschule Geisenheim stattgefunden hat.

Die Tagung wurde von ArnikaHessen, dem Verbundprojekt des Marburger Botanischen Gartens, der Naturschutzbiologie der Universität Marburg und der Hochschule Geisenheim, zusammen mit dem Geisenheimer Institut für Weiterbildung veranstaltet. Das Projekt wird vom Bundesumwelt- und Bundesforschungsministerium sowie dem Bundesamt für Naturschutz mit mehr als 1,3 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ gefördert.

Die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung aus Tätigkeitsfeldern wie Forschung, Naturschutzbehörden, Botanischen Gärten und Landschaftspflege reisten aus der ganzen Bundesrepublik sowie aus Belgien und Luxemburg an.

„Es geht uns darum, den Dialog zwischen Forschung und Praxis zu fördern, um eine gemeinsame Wissensbasis und eine bessere Vernetzung der im Arnika-Schutz tätigen Institutionen zu schaffen“ führt Dr. Andreas Titze, Koordinator des Projektes und Direktor des Marburger Botanischen Gartens aus.
Die Tagung machte deutlich, dass vor allem eine zunehmende schleichende Nährstoffanreicherung der Lebensräume der Art zusetzt. Für die langfristige Regeneration ist ein Pflege-Management an den Wildstandorten nötig, das sich an den jeweiligen Vor-Ort-Bedingungen orientieren muss.

Die Schaffung von Offenboden zur Samenkeimung ist dabei genauso wichtig wie der verstärkte Nährstoffentzug durch Mahd oder Beweidung. Weitere Aspekte der Tagung betrafen Ergebnisse populationsgenetischer Untersuchungen der Arnika-Bestände, mit Hilfe derer man unter anderem herausfinden kann, ob sich die Bestände über Samen überhaupt noch vermehren.

„Gerade kleine Bestände sind oft genetisch verarmt und schaffen es dann aus eigener Kraft nicht mehr, den Bestand aufrecht zu erhalten - und das trotz eines optimalen Lebensraumes“, gibt Verena Lauströer, Geisenheimer Doktorandin im ArnikaHessen-Projekt zu bedenken. Die Aspekte, die beim Arnika-Schutz eine Rolle spielen, sind also vielfältig und die ökologischen Prozesse, die es mit einzubeziehen gilt, wie Bestäubung, Konkurrenz mit der Begleitvegetation, genetische Verarmung und Inzucht, sind komplex.

Eine der größten Herausforderungen ist dabei noch gar nicht genannt: „Wenn unser Projekt ArnikaHessen 2020 ausläuft, werden wir wahrscheinlich viele Bestände auf einen guten Weg gebracht haben und wir werden jede Menge Erfahrungen zur Erhaltung der Art weitergeben können. Es kommt aber darauf an, dass wir es schaffen, die angepasste Nutzung der Lebensräume nachhaltig zu sichern – und das kann nur durch die Akteure vor Ort gewährleistet werden“ resümiert Ilona Leyer am Ende der Tagung.

Auf die aktive Einbindung der Landwirtschaft, lokaler Verbände und engagierter Menschen komme es also an. Dier Teilnehmenden der Tagung waren sich einig, dass ein Bewusstsein für die biologische Vielfalt allgemein und den Wert ihrer Erhaltung in der breiten Öffentlichkeit und ganz konkret vor Ort, dort wo Schutzmaßnahmen durchgeführt werden, geschaffen werde müsse, um langfristig Arten und Lebensräume schützen zu können.

Infos zum Projekt ArnikaHessen: http://www.arnika-hessen.de

B. Sc. Tina Kissinger | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
22.09.2017 | BusinessForum21

nachricht Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg
22.09.2017 | DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie