Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum und wie funktioniert Wikipedia?

13.06.2013
IWM setzt Massenkollaboration als neues Thema auf der CSCL

Die bisherige Forschung zu rechnergestütztem Gruppenlernen beschäftigte sich vorwiegend mit Lernprozessen in kleinen Gruppen: von Zweierkonstellationen bis hin zu Gruppengrößen mehrerer Schulklasse.

Um der Entwicklung von Web 2.0 in Form von Wikipedia oder Blogs gerecht zu werden, müssen zeitgemäße Betrachtungen aber auch sehr große Gruppen von bis zu Tausenden von Personen berücksichtigen. Als einer der Pioniere auf dem Forschungsgebiet der Massenkommunikation lädt die Arbeitsgruppe „Wissenskonstruktion“ des IWM am 18. Juni 2013 zum Symposium „Mass Collaboration – an Emerging Field for CSCL research“ ein, das im Rahmen der 10. Konferenz für CSCL in Madison - Wisconsin (USA) stattfindet.

Der Begriff computerunterstützenes kollaboratives Lernen (engl.: Computer-supported collaborative learning oder kurz CSCL) beschreibt, wie kollaboratives Lernen durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechniken verbessert werden kann. Heute ermöglicht das Web 2.0 den Wissensaustausch und das informelle Lernen in sehr großen Gruppen. Personen tauschen sich in Foren aus, schreiben an Wikipedia-Artikeln mit oder beteiligen sich an Citizen Science Projekten. Dabei erwerben sie selbst Wissen und vergrößern gleichzeitig das Wissen ihrer Gemeinschaft. Wie aber entwickelt sich dieses kollaborative Wissen? Wieso sind die Artikel in der Wikipedia zumeist von sehr hoher Qualität ohne inhaltsspezifische Expertise vieler Autoren? Woher kommt diese Kraft zur Selbstreinigung? Und wieso funktioniert die Selbstorganisation in Wikipedia so außerordentlich gut, in anderen Umgebungen aber nicht?

„Die bisherige Forschung zum computerunterstützenden kollaborativen Lernen reicht zur Beantwortung dieser Fragen nicht mehr aus“, so Prof. Dr. Ulrike Cress, Leiterin der Arbeitsgruppe „Wissenskonstruktion“ am Leibniz-Institut für Wissendmedien (IWM) in Tübingen. „Statt der Lern- und Kommunikationsprozesse, die in Kleingruppen noch beobachtbar und messbar sind, rücken nun kollektive Prozesse in den Vordergrund. Diese spiegeln sich in großen Datenmengen wieder und benötigen neue Analysemethoden“ betont Cress. Sie hat mit ihrer Arbeitsgruppe auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet. Jetzt präsentieren die Tübinger Wissenschaftler gemeinsam mit anderen Experten ihre neusten Ansätze und Ergebnisse im Rahmen des Symposiums „Mass Collaboration – an Emerging Field for CSCL research“ auf der diesjährigen CSCL. Eine der vorgestellten Studien untersucht auf Basis des Unglücks in Fukushima, wie es den Autoren in der Wikipedia gelang, sofort nach dem Unglück wichtige Informationen zusammenzutragen und diese zu einem Artikel zu verarbeitet, der auch von anerkannten Inhaltsexperten als äußerst hochwertig eingestuft wird. Weiter wird eine Studie vorgestellt die beschreibt, wer in der Wikipedia die unterschiedlichen Wissensgebiete miteinander verknüpft, die ja durch Tausende von Seiten repräsentiert sind. Diese sogenannten „boundery spanner“ sind die Personen, die sicher stellen, dass sich Communities nicht abkapseln, sondern das Wissen anderer aufnehmen.

Die CSCL ist mit circa 500 Teilnehmern die weltweit größte Tagung zum rechnergestützen kollaborativen Lernen. Die diesjährige 10. Konferenz findet vom 15. bis 19. Juni 2013 an der University of Wisconsin – Madison (USA) statt.

Kontakt & weitere Information Leibniz-Institut für Wissensmedien
Prof. Dr. Ulrike Cress, Leiterin der Arbeitsgruppe Wissenskonstruktion
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen,
Tel.: 07071/ 979-209, Fax: 07071/ 979-124, E-Mail: u.cress@iwm-kmrc.de

Steffi Neubert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen,
Tel.: 07071/ 979-261, Fax: 07071/ 979-100, E-Mail: s.neubert@iwm-kmrc.de

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien
Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht das Lehren und Lernen mit digitalen Technologien. Rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kognitions-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften arbeiten multidisziplinär an Forschungsfragen zum individuellen und kooperativen Wissenserwerb in medialen Umgebungen. Seit 2009 unterhält das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten WissenschaftsCampus zum Thema „Bildung in Informationsumwelten“.
Die Leibniz-Gemeinschaft
Das IWM ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 86 selbständige Forschungseinrichtungen der Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften verbindet. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

Stefanie Neubert | idw
Weitere Informationen:
http://www.iwm-kmrc.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?
21.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018
20.06.2018 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Das Geheimnis der Sojabohne: Mainzer Forscher untersuchen Ölkörperchen in Sojabohnen

21.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Astronautennahrung für Kühe: Industriell gezüchtete Mikroben als umweltfreundliches Futter

21.06.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Weltweit einzigartige Femtosekundenlaseranlage eingeweiht

21.06.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics