Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fadenwurm aus Übersee bedroht Kiefern

17.10.2013
Internationale Tagung zum Kiefernholznematoden 15.-18. Oktober in Braunschweig lotet Bekämpfungsmöglichkeiten aus, diskutiert Verbreitungsszenarien und prophylaktische Maßnahmen, stellt Zwischenwirte (Bockkäfer) vor und sucht nach Wegen der Früherkennung der Nematodeninfektion an Kiefern

Vom 15. - 18. Oktober treffen sich Waldschutzexperten aus 22 Ländern erstmalig in Braunschweig, um sich über einen der gefährlichsten Kiefernschädlinge auszutauschen. Lokaler Ausrichter der Tagung ist das Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig. Der Kiefernholznematode, ein Fadenwurm, ist nur ein Millimeter lang und gilt als Quarantäneschadorganismus. Er ist ein Beispiel dafür, wie Schadorganismen weltweit verschleppt werden, fern ihrer Heimat Fuß fassen und beträchtlichen ökonomischen und ökologischen Schaden anrichten.


Kiefernholznematoden unterm Lichtmikroskop
Foto: Schröder/Julius Kühn-Institut

Vor 100 Jahren wurde der Kiefernholznematode von Nordamerika nach Japan eingeschleppt. Kiefernwälder in Asien (China, Korea, Taiwan) fallen ihm seit den 1980er Jahren zum Opfer. Europas Kiefern droht ein ähnliches Schicksal. 1999 wurde der Nematode erstmals in Portugal entdeckt und entsprechende Quarantänemaßnahmen eingeleitet. „Wer einmal die Hänge mit Totholz auf der Insel Madeira gesehen hat, der weiß, warum jeder Forstverantwortliche in Deutschland diesen Schädling fürchtet“, sagt Dr. Thomas Schröder vom Julius Kühn-Institut. Der Fadenwurm kommt mit Bockkäferarten, die an Kiefern fressen und dort ihre Eier ablegen, meist versteckt in Verpackungsholz aus Asien nach Europa.. Auch in Deutschland gibt es geeignete „Transportkäfer“. Der Biologie und Verbreitung dieser Zwischenwirte ist eine Sektion der Tagung gewidmet.

Andere Experten erforschen den Krankheitsverlauf an den Kiefern. „In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Hinweise darauf, dass nicht nur der Kiefernholznematode allein, sondern auch parallel verlaufende Bakterieninfektionen die Kiefernwelke oder das so genannte „Pine Wilt Disease“ mit verursachen“, erklärt Dr. Schröder. Dieses multifaktorielle Krankheitsgeschehen wird ebenfalls in einer Sektion behandelt.

Ein weiterer Fokus der Konferenz liegt auf der Entwicklung von Methoden, mit denen sich ein Befall rasch und eindeutig nachweisen lässt. „Ähnlich wie in der Humanmedizin ist auch bei der Diagnostik von Baumkrankheiten der Nachweis bestimmter Gene der Nematoden Stand der Technik“, berichtet Dr. Schröder. Neueste Entwicklung ist eine Methode, bei dem das Holz toter oder lebender Bäume als Ausgangsmaterial genutzt wird, um den Nematodenbefall eindeutig nachzuweisen, ohne den Fadenwurm selbst isolieren zu müssen.

Nicht zuletzt geht es darum, aus den Erfahrungen der Länder, in denen sich der Schädling bereits etabliert hat, zu lernen und Konsequenzen für Europa zu ziehen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Kiefernholznematoden in Südeuropa auszurotten bzw. einzugrenzen, weitere Einschleppungen nach Europa möglichst zu verhindern und im Ernstfall rasch zu handeln“, so das Fazit des JKI-Wissenschaftlers. Denn wie sich die Kiefernwelke in Europa ausbreiten würde und wo Risikogebiete liegen, veranschaulichen Wissenschaftler aus Großbritannien mit ihren Ausbreitungsmodellen. In ihre Modellierung sind alle derzeit verfügbaren Wissensbausteine eingeflossen, etwa über die Baumphysiologie, das Krankheitsgeschehen, die Biologie des Nematoden und seiner Zwischenwirte, den Bockkäfern.

Infos zur Tagung:
Gemeinsame Konferenz der IUFRO (Internationaler Verband Forstlicher Forschungsanstalten), des Julius Kühn-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig und dem EU-Forschungsprojekt REPHRAME. Sämtliche Informationen unter http://dpg.phytomedizin.org/de/pwdc2013/
Ihr Ansprechpartner:
Dr. Thomas Schröder
Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tel: 0531-299 3381
E-Mail: thomas.schroeder(at)jki.bund.de
Weitere Informationen:
http://dpg.phytomedizin.org/de/pwdc2013/

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt
20.02.2018 | ISF München - Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V.

nachricht Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics