Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EUROFORUM-Konferenz: Rabattverträge 2009

22.09.2008
Rabattverträge: Neue Vertragsformen kommen
02. und 03. Dezember 2008 im Dorint Hotel an der Messe Köln
Knapp 98 Prozent aller geschlossenen Rabattverträge betreffen Generika. Das könnte sich bald ändern: Nachdem die Krankenkassen ihre Rabattverhandlungen bislang auf Wirkstoffe konzentrierten und damit im laufenden Jahr voraussichtlich rund 310 Millionen Euro einsparen, nehmen sie nun vermehrt patentgeschützte Arzneimittel ins Visier.

Risk-Share-, Cost-Share- und Mehrwertverträge heißen die Modelle, in denen die Bedingungen für den Einsatz der Originalpräparate ausgehandelt werden. Auf der EUROFORUM-Konferenz „Rabattverträge 2009“ am 2. und 3. Dezember 2008 in Köln diskutieren Vertreter von Kassen und Pharmaunternehmen sowie Juristen die Auswirkungen der unterschiedlichen Vertragsoptionen. Den Vorsitz hat Prof. Dr. Günter Neubauer, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik, inne.

Das Programm ist abrufbar unter:
www.euroforum.de/inno-rabatt08


Vertragsmodelle abseits der Rabattvereinbarungen

Als nach eigenen Angaben erste Krankenkasse schloss die DAK im Oktober 2007 zwei Risk-Share-Verträge mit dem Pharmahersteller Novartis ab. Für die Wirksamkeit der Arzneimittel – Produkte zur Behandlung von Osteoporose und zur Begleitung einer Nierentransplantation – übernimmt Novartis eine Qualitätsgarantie und erstattet im Schadensfall die Arzneimittelkosten in voller Höhe zurück. „Damit sichern wir gemeinsam die Qualität der Behandlung, und unsere Kunden erhalten Zugang zu besonders wirksamen und hochinnovativen Originalpräparaten“, kommentierte DAK-Vorstandschef Prof. Dr. Herbert Rebscher den Vertragsabschluss. Auf der EUROFORUM-Konferenz erläutert Rebscher mögliche Preisvereinbarungen abseits klassischer Rabattverträge und zeigt Spielräume in der Vertragsgestaltung. Ihre Einschätzung zu Risk-Share-Modellen geben Vertreter von Wyeth Pharma, der Kaufmännischen Krankenkasse und Johnson & Johnson Medical ab.

AOK – Ausschreibungsfrist verlängert

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvize der AOK Baden-Württemberg, und Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, sprechen über ihre Erfahrungen mit Rabattverträgen, die Chancen und Risiken neuer Vertragsformen und die Umsetzung von Rabattverträgen über Hausärzte. Die Angebotsfrist der neuen Ausschreibung patentfreier Arzneimittel hat AOK-Verhandlungsführer Hermann bis zum 3. November verlängert. Der Start der Rabattverträge verschiebt sich damit voraussichtlich auf den 1. März. Mit der Ausschreibung von 64 Wirkstoffen erhofft sich die AOK nach eigenen Angaben jährliche Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich. (www.aok.de, 10.09.2008 und 10.08.2008)
Welche strategischen Überlegungen Pharmaunternehmen anstrengen, bevor sie sich zur Teilnahme an einer Ausschreibung entscheiden, erläutert außerdem Susanne Eble, Leiterin Gesundheitsmanagement bei Berlin Chemie.

Kritik an Ausschreibungen

Dr. Jan Byok, Rechtsanwalt und Kenner des Gesundheitswesens, beobachtet die aktuelle Entwicklung mit Sorge: „Es ist unverantwortlich, wenn der Marktführer AOK seine Nachfragemacht bündelt und darauf abzielt, die Hersteller von Generika in die Knie zu zwingen“, so der Jurist. Weltweit lauerten finanzstarke Großkonzerne bereits auf den Markteintritt in Deutschland – eine Gefahr für kleine und mittelständische Pharmaunternehmen. Wenn Kassen nun auch ihre Nachfrage nach patentgeschützten Originalpräparaten über Ausschreibungen deckten, „widerspricht das dem Exklusivrecht des Herstellers als Lohn für seinen Entwicklungseinsatz.“ (www.ftd.de, 23.08.2008) Die möglichen Folgen des Ausschreibungsdrucks für den Pharma- und Gesundheitsmarkt beschreibt Byok in seinem Vortrag. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die aktuellen Vorhaben des Gesetzgebers. Auch Dr. Alexander Natz vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) beurteilt auf der Konferenz den Stellenwert von Rabattverträgen bei patentgeschützten Arzneimitteln.

Weitere Informationen:
Romy König
Senior-Pressereferentin
EUROFORUM Deutschland GmbH
Westhafenplatz 1
60327 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0) 69/244-327-3391
Fax: +49 (0) 69/244-327-4391
Mailto:romy.koenig@informa.com

Romy König | EUROFORUM Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.euroforum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern
08.12.2017 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter
07.12.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit