Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieautarke Systeme: Chance für Unternehmen

20.06.2013
Leibniz Universität wird Teil des US-amerikanischen Forschungsprogramms des „Center for Energy Harvesting Materials and Systems“

Infotag für Unternehmen am 18.07.2013

Am 18. Juli 2013 stellt sich das „Center for Energy Harvesting Materials and Systems“ (CEHMS) gemeinsam mit der Leibniz Universität, seinem einzigen Forschungsstandort außerhalb der USA, als Forschungspartner für Unternehmen vor. Das Ziel des Verbunds ist die Erforschung energieautarker Systeme. Interessierte Unternehmen sowie Medienvertreterinnen und –vertreter sind herzlich eingeladen, sich am 18. Juli 2013 ab 9.00 Uhr beim CEHMS Info Day im Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH), An der Universität 2, 30823 Garbsen, über konkrete Forschungsinhalte und Möglichkeiten einer Teilhabe zu informieren.

US-Wissenschaftler, aktuelle Industriepartner und die Beteiligten der Leibniz Universität werden über die Center-Aktivitäten berichten. Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro inklusive Mittagessen. Der Info Day schließt sich an eine dreitägige wissenschaftliche Fachtagung über Energy Harvesting Technologien an. Weitere Informationen und Anmeldung unter http://www.iwpma2013.uni-hannover.de

Das Thema ist sehr klein – und gleichzeitig unabsehbar groß. Wenn es etwa gelingt, die winzigen Schwingungen von Fensterscheiben als Energiequelle für Einbruchsensoren zu nutzen; wenn man es schafft, den Reifendruck eines Autos quasi in der Gummimischung selbst zu messen, von dort an den Fahrer zu senden und die Energie dafür allein aus der Wärme des Reifens zu beziehen, dann sind das zunächst Beispiele für kleine Einsätze. In der Summe der Anwendungen aber werden sie höchst relevant. „Und am Horizont“, schildert Dr.-Ing. Jens Twiefel vom Institut für Dynamik und Schwingungen die Vision, „sehen wir zum Beispiel verteilte Sensornetzwerke, die die Rotorblätter von Offshore-Windparkanlagen oder andere unzugängliche, sich bewegende Strukturen überwachen können – und zwar mit Energie, die sie direkt ihrer Umgebung entnehmen.“

Der Ingenieurwissenschaftler hat sich gemeinsam mit Dr.-Ing. Marc Wurz, Oberingenieur des Instituts für Mikroproduktionstechnik, erfolgreich darum bemüht, Teil des US-amerikanischen Forschungsprogramms des Center for Energy Harvesting Materials and Systems (CEHMS), auf Deutsch etwa „Zentrum für energieautarke Materialien und Systeme“, zu werden. Das CEHMS ist ein Forschungsverbund der National Science Foundation, die als Pendant der Deutschen Forschungsgemeinschaft gilt. Sie setzt die Beteiligung von Unternehmen bei den Vorhaben voraus. „Die Zusammenarbeit zwischen Industrie und beteiligten Universitäten wird in Deutschland ähnlich wie in den USA organisiert sein“, erklärt Twiefel: „Unternehmen, die einen entsprechenden Forschungsbedarf haben, können für eine Jahresbeteiligung von umgerechnet 40.000 US-Dollar aktiv die Forschungsagenda mitgestalten. Und sie haben Zugriff auf alle entstehenden Publikationen und Patente“. Die Unternehmen bekommen maßgeschneiderte, zukunftsfähige Technologien – natürlich im Rahmen der vorwettbewerblichen Gemeinschaftsforschung – und die beteiligten Institute einen eng an der Praxis und den aktuellen Fragen orientierten Forschungsauftrag. „Und mehr Wissen“, wie Twiefel hinzufügt.

Zu den vier Themenschwerpunkten, die das CEHMS für Forschungsvorhaben bereits formuliert hatte - „Thermisch“, „Mechanisch“, „Chemisch“, „Leistungselektronik & Kommunikation“ – ist mit der Aufnahme der Leibniz Universität als erstem europäischen Standort die „Produktionstechnik“ als fünfter Schwerpunkt hinzugekommen. „Um aus dem Labormaßstab in die reale Fertigung zu kommen – in die wirtschaftliche reale Fertigung – braucht man Produktionstechnik“, begründet Wurz vom Institut für Mikroproduktionstechnik, das zum Produktionstechnischen Zentrum Hannover gehört, „da sehen wir insbesondere am PZH unsere Aufgabe.“

Das CEHMS-Team der Leibniz Universität besteht insgesamt aus Mitgliedern der vier Fakultäten für Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik, Naturwissenschaft, Mathematik und Physik. Gerade mit diesem starken interdisziplinären Ansatz hat die Leibniz Universität in den USA punkten können. Die Erforschung energieautarker Systeme in diesem Verbund sei, so die Initiatoren Twiefel und Wurz, jenseits der inhaltlichen Herausforderung auch für die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Instituten und für den internationalen Studenten- und Wissenschaftleraustausch eine tolle Sache. Gemeinsam haben diese Institute bereits einen Antrag beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur eingereicht, um im kommenden Jahr mit einer Graduate School „Energy Harvesting“ das Thema auch in der Lehre zu verankern.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen stehen Ihnen die Leiter der Sektion des CEHMS der Leibniz Universität Dr.-Ing. Jens Twiefel vom Institut für Dynamik und Schwingungen unter 0511 762 4167 oder per E-Mail unter twiefel@ids.uni-hannover.de und Dr.-Ing. Marc Wurz unter 0511 762 7486 oder per E-Mail unter wurz@impt.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.iwpma2013.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise