Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DNA-Sequenzierung der zweiten Generation

06.03.2012
150 Forscher tauschen sich bei Fachtagung über aktuelle Entwicklungen im Bereich "DNA-Sequenzierung der zweiten Generation" aus / „Rapid Next-Generation-Sequencing Conference for Public Health & Clinical Microbiology“ am 8. und 9. März in Münster

Moderne Erbgut-Sequenzierung: In Münster treffen sich am 8. und 9. März 150 Wissenschaftler aus 25 Ländern, um sich über die aktuellsten Entwicklungen zur DNA-Sequenzierung der zweiten Generation zu informieren und auszutauschen.

Diese Sequenziertechnik ermöglicht die Entschlüsselung des Erbguts, indem die Reihenfolge der Nukleotide der Erbinformation innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen identifiziert wird. Die Nukleotide als Bausteine des Genoms stellen einen universellen Code dar; die Abfolge der vier Nukleotide legt geno- und phänotypische Eigenschaften aller Lebewesen fest.

Eine schnelle Sequenzierung – und damit die Ermittlung der pathogenen Eigenschaften – hilft deshalb auch bei der Bekämpfung von Krankheitserregern wie dem gefährlichen EHEC-Keim des Sommers 2011.

Seit den 1970er Jahren haben Wissenschaftler unterschiedliche Verfahren entwickelt, um das Erbgut zu sequenzieren. Anfangs dauerte selbst die Entschlüsselung kurzer Genomabschnitte oft Wochen bis Monate und war nur mit einem hohen Personal- und Zeitaufwand möglich.

Mittlerweile ermöglichen Sequenzierungsverfahren der zweiten Generation (Next Generation Sequencing, kurz: NGS) eine einfachere und schnelle Bestimmung der Basenfolge: Während die erste vollständige Sequenzierung des menschlichen Erbguts im internationalen Humangenomprojekt noch rund zehn Jahre dauerte, lässt sich die Basenfolge des menschlichen Erbguts inzwischen in knapp einer Woche bestimmen.

Professor Dr. Dag Harmsen von der Universität Münster ist einer der beiden Organisatoren der Tagung – und ein ausgewiesener NGS-Experte: Im Sommer sequenzierte Harmsen in Rekordzeit von 62 Stunden den EHEC-ErregerO104:H4 mit seinen Kooperationspartnern. Hierzu zählte auch der zweite Organisator der Veranstaltung, Privatdozent Dr. Alexander Mellmann vom Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster.

Der Preis für NGS-Geräte sinkt kontinuierlich, damit werden diese auch für kleinere Labore erschwinglich. „Diese Geräte stellen einen Meilenstein in der Technologieentwicklung dar“, erläutert Mellmann: „Damit kann das Genom unterschiedlichster Erreger schnell und verlässlich identifiziert werden.“ Die Verbreitung von NGS-Geräten schafft neue Möglichkeiten, so Harmsen: „ Durch die rasante Entwicklung der Technologie ist nun auch der Routineeinsatz in der Diagnostik möglich.“ Die mit der NGS-Technologie produzierten Sequenzdaten sind Grundlage für eine angemessene Prävention, Risikoabschätzung und Therapie von zoonotischen - also zwischen Mensch und Tier übertragbaren - Infektionskrankheiten. Diesem Ziel hat sich die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen verschrieben, die in Kooperation mit Harmsen und Mellmann die Organisation der Tagung übernimmt.

Als Experten referieren internationale Wissenschaftler sowie Vertreter nationaler Gesundheitsbehörden und überstaatlicher Einrichtungen. Die Tagung wird unterstützt vom Forschungsverbund FBI-Zoo, der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen, dem europäischen Verbund Patho-NGen-Trace, der ESCMID Study Group for Epidemiological Markers (ESGEM) und der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie.

Redaktion:
Dr. Thomas Bauer (E-Mail: thbauer@uni-muenster.de; Telefon: 0251 83-58937)

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.mmgc.net/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen
22.11.2017 | Hochschule Hannover

nachricht Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI
22.11.2017 | Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

23.11.2017 | Geowissenschaften

Leistungsfähigere und sicherere Batterien

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein MRT für Forscher im Maschinenbau

23.11.2017 | Maschinenbau