Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DKOU 2012: Bessere Hygiene-Standards könnten jede vierte Infektion verhindern

22.10.2012
Bei ein bis 15 Prozent der Operationen, in denen Patienten künstliche Gelenke erhalten, kommt es zu einer bakteriellen Entzündung. Oft hat dies wiederholte Operationen zur Folge. Häufigste Ursache sind Staphylokokken aureus.

Etwa jede fünfte Infektion mit diesen Bakterien geht in Deutschland auf die resistente Variante MRSA zurück. Diese sogenannten Krankenhauskeime sind eine stete Bedrohung für Patienten und Personal einer Klinik. Um die Situation in Deutschland zu verbessern, wurde im vergangenen Jahr das Infektionsschutzgesetz novelliert.

Welche Rolle die Keime hierzulande spielen und wie sich die gesetzlichen Vorgaben umsetzen lassen, erklären Experten auf einer Pressekonferenz des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) am 24. Oktober 2012 in Berlin.

Tiefe Endoprothesen-Infektionen sind eine schwerwiegende Komplikation nach Gelenkersatz. Die weitaus größte Zahl der Infektionen erfolgt während der Operation durch die körpereigene Flora des Patienten, durch Mikroorganismen aus der Luft oder Keimübertragung durch das Operationsteam. Doch auch Jahre nach dem Einsatz können Hautinfektionen, Zahnfleisch- und Harnwegsinfekte oder ein Diabetes mellitus Gelenkinfektionen hervorrufen. Für den Betroffenen geht eine infizierte Gelenkprothese meist mit einem langen Krankenhausaufenthalt und schlimmstenfalls dem Verlust des künstlichen Gelenks einher. „Solche Patienten müssen schnellstmöglich in spezialisierten Zentren behandelt werden, die die personellen, technischen und diagnostischen Erfordernisse mitbringen“, mahnt Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Gunther O. Hofmann, Ärztlicher Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost Halle und Direktor der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie in Halle.

Obwohl die Patienten bereits vor der Operation vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden, erleiden viele Operierte eine Infektion. Während sich diese bei der Operation zugezogenen Infektionen meist recht gut behandeln lassen, sind diejenigen, die die Endoprothese zu einem späteren Zeitpunkt befallen, deutlich schwerer in den Griff zu bekommen. Multiresistente Erreger der Art „Klebsiella pneumoniae“ kämen in den letzten Jahren vermehrt vor, so der Experte: Vom 1. Dezember 2011 bis 31. März 2012 wurden deutschlandweit 140 Infektionen mit resistenten Klebsiellen nachgewiesen.

„Schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Krankenhaus-Infektionen lassen sich durch die Einhaltung von Hygiene-Standards vermeiden“, erläutert Hofmann. Neu aufgenommene Patienten sollten einem Screening auf multiresistente Erreger (MRE) unterzogen und bei Bedarf isoliert werden. Mikrobiologische Visiten, Auswertung von Resistenz-Statistiken und eine daran angepasste Antibiotika-Therapie können die Behandlung darüber hinaus effizienter und sicherer gestalten. Wie Kliniken auf die steigenden Infektionsgefahren, etwa durch Multiresistenzen und immer mehr chronisch kranke Menschen, reagieren und die Richtlinien des Infektionsschutzgesetzes mithilfe von Hygiene-Standards umsetzen können, schildert Professor Hofmann am Beispiel der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost in Halle auf der Pressekonferenz am 24. Oktober 2012 in Berlin.

Terminhinweise:

Kongress-Pressekonferenz „Qualität – Wie viel ist notwendig – Wie viel wird finanziert?“
Termin: Mittwoch, 24. Oktober 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Messe Berlin, Funkturmlounge (Eingang Halle 17)
Eines der Themen:
Keime in Krankenhäusern: Wie sich Infektionen bei Patienten und Personal vermeiden und behandeln lassen

Professor Dr. med. rer. nat. Gunther O. Hofmann

Vorträge auf dem Kongress:

Infektionen
Termin: Freitag, 26. Oktober 2012, 9.30 bis 11.00 Uhr
Ort: Messe Berlin, Saal 44
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf - Septische Chirurgie im Spiegel von Ethik, Effizienz und Qualität
Termin: Dienstag, 23. Oktober 2012, 9.00 bis 11.30 Uhr
Ort: Messe Berlin, Saal 10
Programm aller DKOU-Pressekonferenzen:
http://www.dkou.org/dkou2012/presse/pressekonferenzen.html
Kontakt für Journalisten:
Christina Seddig
Pressestelle DKOU 2012
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-442, Fax: 0711 8931-167
seddig@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dkou.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten