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Diabetes Kongress 2018: Ernährungsmodelle im Fokus – weniger Fett oder weniger Kohlenhydrate?

30.04.2018

Etwa 6,7 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes erkrankt, davon über 95 Prozent an Typ 2. Die Stoffwechselerkrankung entsteht unter anderem durch einen Lebensstil, der durch Über- und Fehlernährung, zu wenig Bewegung und dadurch bedingt ausgeprägtes Übergewicht gekennzeichnet ist. Eine Ernährungsumstellung mit dem Ziel, die Stoffwechseleinstellung zu verbessern, ist daher wichtiger Bestandteil der Therapie bei Typ-2-Diabetes. Welche Ernährungsmodelle möglicherweise Vorteile gegenüber anderen haben, diskutieren rund 6000 Ärzte, Wissenschaftler und nichtärztliche Mitglieder des Diabetes-Behandlungsteams vom 9. bis 12. Mai 2018 auf dem Diabetes Kongress in Berlin.

Unter anderem stellen Experten neue Studienergebnisse zur Frage „Low Carb oder Low Fat?“ vor.


„Ziel des Diabetes Kongresses ist es, den Teilnehmern einen Überblick über die wissenschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Monate und einen Ausblick auf zukünftige Perspektiven zu geben“, erklärt Kongresspräsident Univ.-Professor Dr. med. Jochen Seufert aus Freiburg. Einer der Themenschwerpunkte des Kongresses lautet „Der Mensch mit Diabetes im Mittelpunkt – praktische Relevanz neuer Studiendaten – individualisierte Therapiestrategien“.

„Dieser Aspekt steht in der modernen Diabetestherapie im Vordergrund, denn nicht jede Therapie ist für jeden Patienten geeignet“, betont Seufert. Das gilt auch für die Behandlung von Diabetes Typ 2, bei der häufig die Ernährung im Mittelpunkt steht.

Viele Menschen mit einer Diabetesvorstufe oder einem bereits bestehenden Diabetes Typ 2 haben Übergewicht. Sie können ihre Stoffwechseleinstellung durch Gewichtsabnahme häufig deutlich verbessern. Lange Zeit erschien dabei eine fettreduzierte Ernährungsweise als der bevorzugte Weg. Diese Kostform wurde auch normalgewichtigen Typ-2-Diabetikern empfohlen. Inzwischen sehen Ernährungsexperten in kohlenhydratarmen Ernährungsmodellen Vorteile: Der Verzicht auf Kohlenhydrate soll sich günstiger auf den Blutzucker auswirken.

„Bislang wurde dies nur wenig vergleichend untersucht“, sagt Dr. med. Stefan Kabisch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), das Partner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e.V. (DZD) ist. Er ist an zwei derzeit dort laufenden Ernährungs-Interventionsstudien zur diätetischen Prävention beziehungsweise Behandlung des Typ-2-Diabetes beteiligt, die „Low Carb“ und „Low Fat“ direkt vergleichen.

An der DiNA-P-Studie („Diabetes Nutrition Algorithms - Prediabetes“) nehmen insgesamt 250 Personen mit Prädiabetes teil. „Die Betroffenen sind oft fettleibig, viele haben auch eine Fettleber, die das Risiko für einen Typ-2-Diabetes weiter erhöht“, erläutert Kabisch. An der DiNA-D-Studie („Diabetes Nutrition Algorithms in Patients With Overt Diabetes Mellitus“) werden insgesamt ebenfalls 250 Menschen teilnehmen, die jedoch bereits einen Typ-2-Diabetes entwickelt haben. Dr. med. Stefan Kabisch erklärt: „Auch hier geht es um die Frage, wie sich Low-Carb und Low-Fat auf den Blutzuckerspiegel auswirken und wie z.B. die Fettleber darauf reagiert.“

Erste Zwischenergebnisse der noch laufenden DiNA-P-Studie liegen bereits vor. „Die bisher publizierten Studien zum low-carb-low-fat-Vergleich sehen eine etwas stärkere Gewichtsreduktion unter low-carb; das können wir aus unserer Erfahrung zumindest bei kurzfristiger Diät bestätigen“, berichtet Kabisch.

Ähnlich sind die Resultate bei Blutzucker und Blutdruck. Vergleichbar stark scheinen low-carb und low-fat bei der Fettleber. Eine endgültige Bewertung der Diäten sei jedoch erst möglich, wenn DiNA-P abgeschlossen ist und auch die Ergebnisse der DiNA-D-Studie vorliegen, betont der Ernährungsexperte. Dr. med. Stefan Kabisch stellt auf dem Diabetes Kongress 2018 erste Detailergebnisse aus beiden Studien vor.

Der 53. Frühjahrskongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft findet vom 9. bis 12. Mai im CityCube Berlin statt. Alle Informationen zum Diabetes Kongress 2018 sind im Internet unter www.diabeteskongress.de zu finden.

Terminhinweise für Journalisten:
Vorab-Pressekonferenz zum Diabetes Kongress 2018:
„Forschung, Digitalisierung, Aufklärung und Prävention – Innovative Wege im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes“
Termin: Donnerstag, 3. Mai 2018, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 3
Anschrift: Schiffbauerdamm 40/Ecke Reinhardtstraße 55, 10117 Berlin

1. Kongress-Pressekonferenz anlässlich des Diabetes Kongresses
53. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
„Wissenschaft und klinischer Fortschritt – gemeinsam in die Zukunft“
Termin: Donnerstag, 10. Mai 2018, 11.15 bis 12.15 Uhr
Ort: Saal M4, Level 3, City Cube Berlin
Anschrift: Haupteingang Messedamm, Messedamm 26, 14055 Berlin

2. Kongress-Pressekonferenz anlässlich des Diabetes Kongresses
53. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
„Digitalisierung in der Diabetologie: Wie viel Diabetes-Wissen steckt in unseren Daten?“
Termin: Freitag, 11. Mai 2018, 11.15 bis 12.15 Uhr
Ort: Saal M4, Level 3, City Cube Berlin
Anschrift: Haupteingang Messedamm, Messedamm 26, 14055 Berlin

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Diabetes Kongress 2018
Anne-Katrin Döbler/ Julia Hommrich/Stephanie Balz
53. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931 423, Fax: 0711 8931-167
hommrich@medizinkommunikation.org

Weitere Informationen:

http://www.diabeteskongress.de
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Kerstin Ullrich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Blutzucker DDG Diabetes Diabetes Typ 2 Fettleber Kohlenhydrate Nutrition Typ-2-Diabetes

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