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DGRh-Kongress: Etwa 2500 Rheumaexperten tagen ab heute in München

31.08.2011
Heute beginnt in München der 39. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Etwa 2500 Fachärzte und Wissenschaftler diskutieren bis zum 3. September 2011 neueste Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen.

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) lädt die DGRh alle an der Rheumatherapie beteiligten Fachgruppen zu einem interdisziplinären Austausch ein. Ein Patiententag ergänzt das wissenschaftliche Programm.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses steht die Frage, wie Erkenntnisse aus der Forschung die Patientenversorgung verändern. „Lange Zeit war unklar, welche Mechanismen zu einer Gelenkerkrankung führen. Damit gab es natürlich auch keine Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Behandlung“, berichtet Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, DGRh-Kongresspräsident aus München. Die Aufklärung der molekularen Mechanismen habe in den letzten Jahren zu großen Fortschritten in der Therapie geführt. So konnten Forscher gezielt Medikamente entwickeln, die in die Entzündungsprozesse bei Rheuma eingreifen. „Rheuma ist nun endlich behandelbar“, sagt Schulze-Koops. „Wir müssen die Erkrankung nur noch rascher erkennen.“

Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Versorgung junger Rheumapatienten. In Deutschland leiden etwa 20 000 Kinder und Jugendliche an einer rheumatischen Erkrankung. Meist verläuft diese chronisch. Häufig sind Gelenk- und Organschäden die Folge. Auch hier haben sich die Möglichkeiten der medikamentösen Therapie deutlich verbessert, sagt Professor Dr. med. Johannes Peter Haas, Tagungspräsident der GKJR aus Garmisch-Partenkirchen: „Unser Ziel ist es heute nicht mehr, den Erkran¬kungsverlauf nur zu verlangsamen. Die Behandlung ist vielmehr darauf ausgerichtet, die Entzündungsprozesse zu stoppen und entstandene Schäden zu heilen.“

Privatdozentin Dr. med. Annette Jansson, Tagungspräsidentin der GKJR aus München, betont zudem, dass mehr als die Hälfte der jungen Rheumapatienten auch im Erwachsenenalter an der Krankheit leidet. Problematisch sei hierbei die Überleitung chronisch kranker Kinder in die Erwachsenenmedizin, die sogenannte Transition. Ein laufendes Forschungsprojekt habe ergeben, dass mehr als ein Drittel aller Jugendlichen schon ein Jahr nach ihrem Wechsel in die Erwachsenenrheumatologie nicht mehr rheumatologisch betreut wird. „Die Kooperation zwischen Kinder- und Erwachsenenrheumatologen muss enger werden“, fordert Jansson.

Aber was, wenn die Ärzte alle konservativen Maßnahmen zur Behandlung von Rheuma ausgereizt haben? Dann kann eine operative Therapie helfen, wie Dr. Stephan Schill, DGORh-Tagungspräsident aus Rosenheim, erläutert: „Bei vielen Patienten lässt sich mit einem frühzeitigen minimal-invasiven Eingriff das natürliche Gelenk erhalten. Ist dies nicht mehr möglich, so können wir heute nahezu alle großen und kleinen Gelenke von der Hüfte bis zu den Fingern erfolgreich durch ein Kunstgelenk ersetzen.“

Mehr als 250 Referenten erörtern vom 31. August bis 3. September 2011 im Internationalen Congress Center in München aktuelle Erkenntnisse aus der Erwachsenen- und Kinderrheumatologie. Über 50 Kongresssitzungen bieten den Teilnehmern die Möglichkeit, sich ausführlich über Neuerungen in Forschung und Praxis zu informieren. Zudem findet am 3. September von 10.30 bis 14.00 Uhr ein Patiententag zum Themenschwerpunkt „Bewegung und Schmerz“ statt. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen. Eine Industrieausstellung mit 46 teilnehmenden Unternehmen rundet das Kongressprogramm ab. Weiterführende Informationen finden Interessierte auch im Internet unter www.dgrh-kongress.de.

Unter dem Begriff Rheuma fassen Experten mehr als 100 verschiedene entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates zusammen. Auch die verschleißbedingten Krankheiten wie Arthrose zählen zum sog. „rheumatischen Formenkreis“. Menschen jeden Alters sind von diesen oft schweren, schmerzhaften und vielgestaltigen Erkrankungen betroffen: Etwa 1,5 Millionen Deutsche leiden allein an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Durchschnittlich dauert es 13 Monate bis Betroffene mit einer rheumatoiden Arthritis zu einem Rheumatologen gelangen und dort Hilfe finden.

Terminhinweise:

Eröffnungs-Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 1. September 2011, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: ICM, Saal 12 (1. OG), Messegelände, 81823 München
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, 2. September 2011, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: ICM, Saal 12 (1. OG), Messegelände, 81823 München
Kontakt für Journalisten:
Silke Stark/Corinna Spirgat
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Kongress-Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-572 bzw. -293
Fax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org
spirgat@medizinkommunikation.org

Dr. Cornelia Rufenach | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgrh-kongress.de/

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