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Bits, Hirn und Teilchen

20.09.2010
Konferenz Spin2010 befasst sich mit Grundlagen und Anwendungen rund um den quantenphysikalischen Spin

Jede Festplatte nutzt ihn, der Arzt am MRT nutzt ihn, und die Anziehung eines Magneten gäbe es ohne ihn nicht: den Spin von Elementarteilchen. So abstrakt seine quantenphysikalische Beschreibung ist, so handfest ist sein Nutzen schon jetzt. In der kommenden Woche treffen sich rund 350 Experten aus aller Welt auf der Konferenz SPIN2010 in Jülich, um sich über neueste Forschungsergebnisse und Anwendungen rund um den Spin auszutauschen.

"Der Spin ist eine der grundlegenden Größen in der atomaren Welt", erklärt Prof. Hans Ströher, Direktor des Instituts für Kernphysik und Veranstalter der SPIN2010. Der Spin entspricht etwa dem Drall oder der Eigenrotation eines Fußballs. "Was den Spin aber besonders interessant für Anwendungen macht, sind die magnetischen Eigenschaften, die mit ihm einhergehen."

Der magnetische Sensor im Lesekopf von Festplatten etwa nutzt den Effekt, dass die spin-behafteten Elektronen des Stroms sehr sensibel auf Magnetfelder reagieren. Bei medizinischen Untersuchungen mit dem Magnetresonanztomografen (MRT) vermessen elektromagnetische Pulse die atomaren Spins im Körper. Besonders viele Fragen sind natürlich mit dem Spin in der Teilchenphysik verknüpft: Wie beeinflusst der Spin den Aufbau der Atome? Zeigen Antiteilchen den gleichen Spin? Welche Rolle spielte der Spin bei der Entstehung der Materie im frühen Universum? "Wichtige Erkenntnisse werden neue Experimente mit spin-polarisierten Teilchenstrahlen bringen, wie sie von uns etwa bei dem neuen Beschleuniger FAIR in Darmstadt geplant werden", sagt Ströher.

"Die Spin2010 ist die größte fächerübergreifende Konferenz zu dem Thema", sagt Dr. Frank Rathmann vom Forschungszentrum Jülich, Organisator der Konferenz. "Ich bin sehr froh, dass wir sie in diesem Jahr in der Euregio ausrichten dürfen." Veranstaltungsorte waren in der Vergangenheit Charlottesville in den USA und Kyoto in Japan. Vom 27. September bis 2. Oktober werden über 350 Experten im Forschungszentrum Jülich erwartet und über 40 Plenarvorträge gehalten. Auf der begleitenden Ausstellung stellen sich zahlreiche Industriepartner vor. "Und besonderes Highlight wird in diesem Jahr der öffentliche Abendvortrag für jedermann", freut sich Rathmann. Im Aachener Kármán-Auditorium wird der renommierte Kernphysiker und Kommunikator Hans-Otto Meyer am 28. September unter dem Titel "Drall in der Quantenwelt" kurzweilig und anschaulich Experimente und Einblicke rund um Spins präsentieren.

Weitere Informationen:

SPIN2010:
www.fz-juelich.de/ikp/spin2010
Öffentlicher Abendvortrag:
http://idw-online.de/de/event31669
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hans Ströher, Tel. 02461 61 4408, E-Mail: h.stroeher@fz-juelich.de Dr. Frank Rathmann, Tel. 02461 61 4558, E-Mail: f.rathmann@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Erhard Lachmann, Tel. 02461 61-1841, E-Mail: e.lachmann@fz-juelich.de
Das Forschungszentrum Jülich...
... betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Erhard Lachmann | Forschungszentrum Juelich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/ikp/spin2010

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