Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biodiversität - die natürliche Gesundheitsvorsorge

15.04.2013
Wirkstoffe für die Medizin werden häufig aus der Natur gewonnen. Bakterien, Pflanzen und andere Lebewesen sind jedoch mehr als bloße Bausteine für unsere Apotheke. Biologische Vielfalt und Gesundheit sind auf vielen Ebenen miteinander verbunden.

Wie wichtig ist Biodiversität in Städten für unser Wohlbefinden? Warum liegen die Quellen für Krankheitsausbrüche und Seuchen in den Industrieländern in Regionen mit instabilen Ökosystemen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Experten aus aller Welt vom 16.-18. April 2013 auf der zweiten internationalen Biodiversitätskonferenz „Biodiversität und Gesundheit“ in Berlin.

Die Konferenz mit etwa 150 internationalen Teilnehmern wird vom Verbund Biodiversität der Leibniz-Gemeinschaft und dem französischen Institut Ecologie et Environnement-Centre National de la Recherche Scientifique (InEE-CNRS) gemeinsam veranstaltet. Kofinanziert wird sie von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Fünf Themenbereiche stehen im Fokus: Biodiversität und Infektionskrankheiten; Biodiversität und Naturprodukte; Invasive Arten und gesunde Ökosysteme; Stadtbiodiversität und öffentliche Gesundheit; Landschaftsstrukturelle Faktoren der Verbreitung von Krankheitserregern.

Ziel ist es, Forschungslücken zu identifizieren und neue innovative Ansätze für das Management von Ökosystemen und Artenvielfalt zu entwickeln, die der menschlichen Gesundheit nutzen. Dies gilt für die Vielfalt vor unserer Haustür ebenso wie für jene in entfernten Teilen der Erde.

Prof. Dr. Alexander S. Kekulé, Direktor des Instituts für Biologische Sicherheitsforschung (IBS) in Halle, sagt dazu: „ Nehmen wir die Grippe-Pandemie von 2009 mit Ursprung in Mexiko, oder die Erkrankungswelle in Frankreich und Deutschland im Jahr 2011, ausgelöst durch einen E-Coli Bakterienstamm (STEC 0104:H4) aus Ägypten – diese aktuellen Beispiele zeigen, dass die neu auftretenden Krankheitsausbrüche und Seuchen in den Industrieländern ihren Ursprung in weit entfernten Regionen haben, in denen die Ökosysteme besonders stark aus dem Gleichgewicht gekommen sind. Die Biodiversität zu erhalten und damit die Stabilität von Ökosystemen in Entwicklungsländern zu bewahren, ist eine essenzielle Grundlage, um die Welt vor neuen lebensbedrohlichen Krankheitserregern zu schützen.“

Prof. Dr. Wolfgang Wende vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden wird in seiner Session den sozial-ökologischen Aspekt des Themas beleuchten: „Die biologische Vielfalt leistet einen wichtigen Beitrag für zukunftsfähige, gesunde und lebenswerte Städte. Grüne Inseln haben einen positiven Effekt auf das Mikro- und Bioklima, tragen zur Lärmreduktion bei und sorgen für saubere Luft. Wir werden diskutieren, wie die „grüne Infrastruktur“ in Städten die Vielfalt an Lebensräumen und Arten beeinflusst und welche Folgen dies für gesunde Lebensbedingungen hat.“

Prof. Dr. Klement Tockner, Direktor am Leibniz- Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), ist Mitinitiator der Konferenz. Er bekräftigt, wie wichtig die intensive Zusammenarbeit der unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen ist: „Einmal mehr braucht es inter- und transdisziplinäre Forschung, um jetzt und in Zukunft wirksame Maßnahmen treffen und die Lebensqualität der Weltbevölkerung verbessern zu können. Ich stehe nicht alleine mit der Überzeugung, dass die großen Herausforderungen der Gesellschaft nur dann bewältigt werden können, wenn die unterschiedlichen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland ihre Kompetenzen bündeln und „dicke Bretter“ bohren. Im Biodiversitätsbereich entstehen mit BiK-F (Biodiversität und Klima - Forschungszentrum), iDiv (Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung) und BBIB (Berlin-Brandenburg Institute of Advanced Biodiversity Research) derzeit große komplementäre Forschungsnetzwerke. Es besteht somit die einmalige Chance, dass Deutschland eine weltweit führende Rolle in der Biodiversitätsforschung einnimmt.“

Das Programm zur Konferenz finden Sie unter: http://www.leibniz-verbund-biodiversitaet.de/aktuelles-aktivitaeten/konferenzserie/upcoming-conferences/

Presseakkreditierung bitte unter: biodiv-conf-2013@wgl.de

Ergänzende Experteninterviews finden Sie auf der Website des Netzwerk-Forums zur Biodiversitätsforschung Deutschland (nefo): http://www.biodiversity.de

Informationen zur Konferenz:
Laura Tydecks
Wissenschaftliche Referentin
Leibniz-Verbund Biodiversität (LVB)
Tel.: 030 / 64 181 - 960 (Mo, Di, Do, Fr)
Tel.: 030 / 20 60 49 - 687 (Mi)
tydecks@leibniz-biodiversitaet.de
Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft:
Christian Walther
Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
Mobil: 0173 / 513 56 69
walther@leibniz-gemeinschaft.de
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de
Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der WissenschaftsCampi -, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

Christoph Herbort-von Loeper | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit
24.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics