Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impulse zur Stärkung der Innovationsfähigkeit

30.10.2007
Mit der Hightech-Strategie hat die Bundesregierung vor einem Jahr Schwerpunkte in der Innovationsförderung gesetzt, die von vielen Akteuren in Wissenschaft und Wirtschaft aufgegriffen wurde. Die Fraunhofer-Gesellschaft wirkt aktiv an der Umsetzung mit und bündelt ihre Forschungsaktivitäten gezielt auf die Themenfelder der Hightech-Strategie. Auf dem Innovationskongress am 5. November in Berlin präsentiert sie Beispiele aktueller Forschung.

"Mit der Hightech-Strategie hat die Bundesregierung das richtige Signal gesetzt und ihren Beitrag für das anspruchsvolle Ziel geleistet, bis 2010 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern", bewertet Prof. Hans-Jörg Bullinger, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, das erste Jahr der Umsetzung. Gemeinsam mit Dr. Arend Oetker leitet er die Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft. Der Fortschrittsbericht der Bundesregierung zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei, so Bullinger.

Seit dem Start konnten eine große Zahl neuer innovationspolitischer Initiativen auf den Weg gebracht werden. Viele Schwerpunkte wurden von Wissenschaft und Wirtschaft rasch aufgegriffen. Die Fraunhofer-Gesellschaft arbeitet intensiv an 14 der 17 Themenfelder der Hightech-Strategie. Ihre themenbezogenen Aktivitäten hat sie in den 14 Broschüren "Impulse von Fraunhofer" beschrieben. Im Vordergrund stehen dabei aktuelle Herausforderungen wie Klima- und Ressourcenschutz, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit.

In der Fraunhofer-Allianz Energie arbeiten zehn Fraunhofer-Institute an der Entwicklung einer neuen Generation von Brennstoffzellen, an der technischen Verbesserung von Windkraftanlagen und auch an Innovationen für die Solartechnik. Derzeit liegen deutsche Solarzellenhersteller hinter Japan an der Weltspitze. Um den Unternehmen den Zugang zu neuen Technologien zu erleichtern, baut die Fraunhofer-Gesellschaft jetzt an zwei Standorten neue Forschungseinrichtungen auf: In Halle an der Saale entsteht das Fraunhofer Center for Silicon Photovoltaics CSP und in Freiberg, Sachsen, das Fraunhofer-Technologiezentrum Halbleitermaterialien THM, eine gemeinsame Abteilung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Außerdem suchen die Forscher am ISE nach neuen Rohstoffen für die Solarzellenproduktion: Bisher benötigen die Hersteller hochreines Silizium, das teuer und nicht unbegrenzt verfügbar ist. Eine Alternative könnte künftig metallurgisches Silizium werden, das günstig ist, aber Unreinheiten enthält. Durch verschiedene Prozessschritte wollen die Ingenieure dieses Material solarzellenfähig machen.

In der neuen Allianz SysWasser bündeln Fraunhofer-Institute ihr Know-how auf dem Gebiet Wasser. Das Spektrum der Kompetenzen reicht von der Trinkwasserreinigung mit Elektroden, UV-Lampen und Membranfiltern bis hin zu Konzepten zum Wassermanagement in Wüstengebieten oder Megastädten.

Eine andere gravierende Herausforderung ist der demographische Wandel: Schon bald wird das Gros der Bevölkerung der älteren Generation angehören. Die Menschen werden mehr medizinische Versorgung brauchen, viele werden Pflege benötigen. Neue Technologien tragen dazu bei, diese Anforderungen zu erfüllen. Die Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft erarbeiten beispielsweise intelligente Umgebungen, die Pflegebedürftigen helfen ihren Alltag allein zu meistern - im Notfall aber sofort Arzt oder Krankenhaus alarmieren. Eine vielversprechende Entwicklung dafür ist der Digitale Patientenbegleiter.

Ein wesentliches Ergebnis der Hightech-Strategie ist das erste nationale Sicherheitsforschungsprogramm, das maßgeblich mit Fraunhofer-Instituten entwickelt wurde. Der Fraunhofer-Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung VVS hat bereits die zweite Sicherheitsforschungskonferenz organisiert. Aufgabe der zivilen Sicherheitsforschung ist es, Risiken für unsere Gesellschaft zu erkennen, zu analysieren und Vorschläge zur Minderung oder Vermeidung zu entwickeln. Die Schwerpunkte sind: Sicherheitsdienstleistungen, elektronische Sicherheitssysteme sowie Sicherheit von Information und Kommunikation. Die Fraunhofer-Forscher helfen der Industrie durch neue technologische Entwicklungen, sich auf dem wachsenden Weltmarkt für Sicherheitstechnik zu behaupten.

Ein weiteres Ziel der Hightech-Strategie, die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft, verfolgt die Fraunhofer-Gesellschaft mit der Gründung von Innovationsclustern. Inzwischen sind bereits zwölf solcher regionalen Netzwerke entstanden, in denen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Region ihre Kompetenzen zu einem Forschungsthema bündeln, hervorragende Beispiele für private-public-partnership. Hier wird der in der Hightech-Strategie angekündigte Spitzenclusterwettbewerb noch weitere Akzente setzen. Ziel ist Strukturen zu schaffen, die internationalen Spitzenclustern die Stirn bieten können.

Seit der Verabschiedung der Hightech-Strategie hat sich das Innovationsklima in Deutschland verbessert. Nicht nur die Wirtschaft spürt den Aufschwung, auch die Bevölkerung blickt wieder hoffnungsvoller in der Zukunft. Allerdings muss der Dialog mit dem Bürger über technologische Entwicklungen weiter intensiviert werden. Von der Akzeptanz der Menschen in Deutschland hängt es ab, ob wir eine innovative, zukunftsgerichtete Gesellschaft werden.

Mit den Exporterfolgen der deutschen Unternehmen steigen endlich auch deren Investitionen in Forschung und Entwicklung wieder deutlich an. Allein in dem durch die Forschungsunion initiierten Ins-trument der strategischen Partnerschaften erfolgten im vergangenen Jahr Investitionen der Wirtschaft von 3 Mrd Euro. "Wenn die Unternehmen ihre finanziellen Spielräume jetzt nutzen, um noch konsequenter in Forschung und Innovation zu investieren, dann könnte das Lissabon-Ziel doch noch erreichbar sein", betont Prof. Bullinger:

Der Innovationskongress am 5. November 2007 in Berlin zeigt, zu welchen Anstrengungen Deutschland fähig ist, wenn die Kräfte gebündelt und die Kompetenzen vernetzt werden.

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2007/10/Presseinformation30102007.jsp
http://www.fraunhofer.de/fhg/Images/Hightech-Strategie_Fraunhofer-Initiative_tcm5-71221.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen