Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energie für alle Fälle: Der Süden wird geothermisch

17.08.2007
Der Geothermiekongress2007 Bochum 29.-31.10.07

Ab Herbst werden sich gleich an mehreren Standorten in Bayern die Meißel der großen Bohranlagen in einige Tausend Meter in die Tiefe arbeiten. Die Stadtwerke München bauen ein geothermisches Heizkraftwerk bei den Nachbarn in Sauerlach, die isländische ENEX fängt mit ihrem ersten Vorhaben in Wolfratshausen-Geretsried an. Auch im Ayinger Stadtteil Dürrnhaar wird in kürze eine dieser Maschinen aufgebaut.

Mehr als Hundert Anlagen zur Stromerzeugung und / oder Fernwärmelieferung sollen inzwischen in den Pipelines der verschiedenen Projektentwickler stecken. Über 150 Konzessionen zur Erschließung geothermischer Lagerstätten wurden inzwischen von den Bergbehörden vor allem der süddeutschen Bundesländer vergeben. Die Münchner, die im Stadtteil Riem bereits ein Erdwärmeheizwerk betreiben wollen nun das gesamte Stadtgebiet auf Eignung für die Strom- und Wärmelieferung aus den tief im Boden steckenden Thermalwasservorräten untersuchen lassen.

Die Beispiele aus Erding, Pullach, Unterschleißheim und Unterhaching lassen in Südbayern den Druck aus der Bevölkerung wachsen, die sich preiswerte und vor allem langfristig preisstabile Möglichkeiten für ihre Energieversorgung wünscht. Das gemeinsame Projekt der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim ist ein solches Vorhaben, das den Bürgern der drei Kommunen die zukünftige Versorgung mit Wärme sichern soll. Mindestens zwei Kraftwerke, eines in Unterhaching bei München, das andere in Landau in der Pfalz, werden in diesem Herbst noch ihren Betrieb aufnehmen.

... mehr zu:
»Geothermiekongress2007

Ein wesentliches Hindernis für weitere Investitionen in die Anlagen der Tiefen Geothermie ergibt sich aus den geologischen Risiken eines solchen Vorhabens. Trotz gründlicher Vorarbeiten und günstiger Prognosen lässt sich das Ergebnis, auf das der Bohrmeißel am Ende seiner Arbeit trifft, nicht präzise vorbestimmen. Wird Thermalwasser gefunden? Reicht die Menge aus? Was muss ggfls. noch getan werden, um das Projekt zum Erfolg zu führen? Bis solche Fragen wirklich beantwortet werden können, sind bereits immer einige Millionen Euro eingesetzt worden. Mit der Entwicklung geeigneter Versicherungslösungen hat sich die Wirtschaft bislang schwer getan. Das ändert sich nun rapide. Der Industrieversicherungsmakler Marsh bietet inzwischen eine Police an, die die geologischen Risiken hydrothermaler Geothermieprojekte einbezieht. Der Bund wird seinerseits die Branche mit einem entsprechenden Konzept unterstützen.

Sorgen bereiten der Branche die weltweit dramatisch steigenden Kosten für Tiefbohrungen. Bis zu sechzig Prozent der Investitionen in eine geothermische Anlage stecken in diesem Bereich. Wenn die Aufwendungen für diesen Anteil aber um fünfzig Prozent und mehr anwachsen und weiter wachsen werden, kommen viele Vorhaben schnell an ihre ökonomischen Grenzen. Die Geothermie kann dem Markt nicht beliebig viel an Preisen abverlangen, wie es die im Öl- und Gassektor tätigen Unternehmen machen. Derzeit werden überall alte Felder wieder aufgemacht oder Lagerstätten erschlossen, deren Ausbeutung als unwirtschaftlich galten. Knapper werdende Ressourcen und steigende Energiepreise lassen auch diese lukrativ werden. Bohrgeräte sind derzeit knapp und teuer und der Ausbau der tiefen Geothermie konkurriert hier vor allem mit dem Erdölsektor, der weitaus höhere Preise zahlen kann. Der Maschinenbau in Deutschland hat darauf mit der Entwicklung innovativer, speziell auf die Erdwärmerschließung ausgerichteter Anlagen reagiert. Dafür stehen Unternehmen wie Drilltec (Deggendorf) und Herrenknecht Vertical (Schwanau). Herrenknecht konnte im Juni ein Geschäft über die Lieferung von gleich fünf seiner Anlagen an einen isländischen Tiefbohrer bekannt geben, der das erste Gerät bereits in diesem Herbst in Bayern einsetzen möchte.

Um gegenüber Öl und Gas künftig eine preiswerte, klimafreundliche und unabhängige Energiequelle bereitstellen zu können, die grundlastfähig und regelbar ist, reichen die gegenwärtigen Einspeisevergütungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht aus. Der Bundesverband Geothermie (GtV-BV) fordert daher eine Erhöhung der Sätze auf 20 C/kWh. Außerdem macht er sich stark dafür, dass für den Einstieg in eine kommerzielle HDR-Technik ein Bonus von 6 C/kWh auf solche Kraftwerke gewährt wird. 95% der geothermischen Ressourcen bei uns und weltweit stecken in Bereichen der Erdkruste, in denen kein oder nicht genügend Wasser gefunden wird.

All diese Themen und Entwicklungen finden sich auf dem Geothermiekongress2007 wieder, der vom 29.-31.10. in Bochum abgehalten wird. Die wachsende Branche trifft sich inzwischen jährlich zu ihrem wichtigsten Event. Die zweitägige Hauptveranstaltung beginnt am 30.01.07. Hier findet sich die gesamte Palette der Themen wieder, die die kommenden Jahre bestimmen werden: Bereitstellung von Strom, Wärme und Klimakälte, Forschung und Entwicklung, Erschließung, Finanzierung, Anwendung, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen, technologische und wirtschaftliche Trends und Innovationen, Aus- und Weiterbildung, Arbeitsplätze und Qualitätssicherung. Im Rahmen eines Wirtschaftsforums können u. a. Unternehmen der Branche, ihre Produkte und Dienstleistungen zur präsentieren. Am 29.10.07 dem Hauptprogramm vorgelagerte Workshops und Seminare ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit speziellen Fachthemen. Ein Regionalforum NRW, veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem GeothermieZentrum Bochum (GZB) befasst sich mit dem Stand der Entwicklung und Anwendung in Nordrhein-Westfalen. Begleitet wird die Veranstaltung im RuhrCongress in Bochum durch die Fachmesse GEOEnergia2007. Diese Messe wird auch für das allgemeine Publikum geöffnet werden.

Geschäftstelle:
Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.
Gartenstr. 36
49744 Geeste
Tel: +49 (0) 5907 - 545
Fax: +49 (0) 5907 - 7379
Email: geothermische-vereinigung@t-online.de
Sitz: Berlin
Büro Berlin:
Marienstr. 19-20
10117 Berlin
Rechtsform: e.V.
Registergericht: AG Berlin-Charlottenburg
Vereinsregisternr: VR 26 189B
Mitglied werden online unter www.geothermie.de
Zeitschrift Geothermische Energie. Infos und Abo: www.geothermie.de
Präsidium:
Simone Probst, Prof. Dr. Horst Rüter, Dr. Horst Kreuter, Dr. Ralf
Schramedei, Michael Würtele, Axel Genschow

Werner Bussmann | idw

Weitere Berichte zu: Geothermiekongress2007

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018
21.02.2018 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen
21.02.2018 | Deutsche Leberstiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics