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Vorbild Ruhrgebiet: RUB-Expertise auf internationaler Tagung in Johannesburg

10.05.2007
Was Metropolregionen vom Revier lernen können
RUB-Expertise auf internationaler Tagung in Johannesburg

In Südafrika, speziell in der Region Gauteng schaut man ganz genau aufs das Ruhrgebiet und seine Entwicklung zur Metropolregion. Denn mit seinen bisherigen Erfahrungen wie auch den künftigen Strukturüberlegungen könnte es Vorbild sein für andere Regionen auf der Welt. Das ist ein zentrales Ergebnis eines internationalen Runden Tisches, der Ende April in Johannesburg stattgefunden hat.

Vor über 100 Politikern aus ganz Afrika (darunter mehreren "Stammesfürsten") berichtete Prof. Dr. Martin Burgi von der Juristischen Fakultät der RUB dort über Zukunftsperspektiven von Metropolregionen am Beispiel des Ruhrgebiets. Sein Fazit: Allianzen in Feldern wie Kultur (Kulturhauptstadt Europa) oder Wissenschaft (Universitätsallianz Metropole Ruhr) bilden vorbildliche Kerne, denen aber noch stärkere Aktivitäten der staatlichen und kommunalen Verwaltung folgen müssen.

Weltweit neuartig

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Auf großes Interesse der Zuhörer stießen die nordrhein-westfälischen Pläne einer etwaigen Zusammenlegung von Bezirksregierungen und Landschaftsverbänden nebst Regionalverband Ruhr in einer neuen regionalen Einheit für das Ruhrgebiet. "Eine solche gemischt staatlich-kommunale Verwaltungseinheit wäre - auch im weltweiten Vergleich - etwas Neuartiges", so Prof. Burgi. Mir ihr würden sich Chancen ergeben, zum Beispiel eine größere Identifikation der Bürger mit der Region und eine Verbesserung der Effizienz, aber auch Risiken, etwa eine erschwerte demokratische Legitimation oder Widerstände der betroffenen Behörden.

Goldene Zügel statt Peitsche

Das in der Region Gauteng verfolgte Konzept basiert darauf, die Zivilgesellschaft (Wirtschaftsunternehmen, Bürgerinitiativen, Gewerkschaften etc.) zu mobilisieren. Umso interessierter blicken die Südafrikaner nach NRW, wo die Gewährung von Fördergeldern, zum Beispiel in der Wirtschafts- oder Regionalförderung, eng verknüpft ist mit der Bereitschaft zur Kooperation: "Nicht mit der Peitsche, sondern mit dem goldenen Zügel wird hier gearbeitet", sagt Prof. Burgi.

Gemeinsam im Wettbewerb

"Die Tagung in Johannesburg hat gezeigt, dass von den Entwicklungen in anderen Metropolregionen der Welt aber auch interessante Anstöße für das Ruhrgebiet ausgehen", so Burgi. So erfordere die Teilnahme von Metropolregionen am globalen Standortwettbewerb eine intensivere Zusammenarbeit innerhalb der Region getreu dem Motto "Gemeinsam in den Wettbewerb nach Außen statt aufreibender Kompetenzkrieg nach Innen".

Expertise aus Bochum

Mit Fragen der Kommunalverfassung und der Verwaltungsorganisation befassen sich Bochumer Wissenschaftler um Professor Dr. Martin Burgi an der Juristischen Fakultät schon länger: Daraus ist unter anderem ein Lehrbuch hervorgegangen, das in den meisten deutschen Rathäusern verwendet wird. Die entsprechenden Arbeiten haben mittlerweile auch internationale Beachtung gefunden, indem Professor Burgi in einem weltweiten Projekt zur Föderalismusforschung zum "Country Coordinator" für Deutschland ernannt worden ist (koordiniert durch das von Regierungsorganisationen getragene "Forum of Federations"). Zusammen mit Beiträgen aus so unterschiedlichen Ländern wie den USA, Brasilien, Indien oder Südafrika fließen nun die deutschen Forschungsergebnisse in eine weltweite rechtsvergleichende Publikation ein.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Martin Burgi, Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht, Wirtschaftsverfassungs- und Wirtschaftsverwaltungsrecht, Juristische Fakultät der RUB, Tel. 0234/32-25275, E-Mail: ls.burgi@jura.ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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