Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutzziele nur über alternativer Energien erreichbar

27.03.2007
Experten fordern Verdopplung der EE-Fördermittel für 2008

Ohne deutliche Stärkung der alternativen Energiewirtschaft sind die ehrgeizigen Ziele der neuen Effizienz- und Klimaschutzoffensive von Bund und Ländern kaum realisierbar. Denn trotz bereits gestiegener staatlicher Förderung reichen die Mittel der vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen für Forschung und Entwicklung nicht aus, das hohe Wachstumstempo und die Innovationsdynamik der Branche nochmals zu verstärken. Deshalb forderten auf einer Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Problemen der Anwendungsüberführung innovativer Energieprojekte Ende März in Berlin Politiker, Experten von Vereinen und Verbänden sowie zahlreiche Firmenchefs deutlich mehr Unterstützung für Wind, Solar, Biomasse & Co.

Ulrich Kelber, stellvertretender SPD-Fraktionschef im Bundestag, hält aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen eine Verdopplung der Förderung von Produktentwicklung und Anwendungsforschung von jährlich 200 auf 400 Mio. Euro bereits 2008 für unumgänglich. 40 Prozent weniger CO2-Emission bis 2020 seien „locker“ zu schaffen, wenn etwa konsequent auf Wärmedämmung am Bau gesetzt und der Anteil der Photovoltaik an der deutschen Stromerzeugung von jetzt 0,3 auf drei Prozent gesteigert würden. Ein Biogas-Einspeisegesetz sei ebenso Voraussetzung, wie Hilfe für Geothermie-Unternehmen und der massive Ausbau von Kleinwasserkraftanlagen. Allein letzteres könne 40 Mio. Tonnen CO2-Einsparung jährlich sichern.

Deutliches Unverständnis äußerten Dr. Gerd Stadermann vom ForschungsVerbund Sonnenenergie und zahlreiche andere Fachleute dazu, dass die EU die Atomforschung unverändert deutlich höher fördere als die gewaltigen Potenziale regenerativer Zukunftstechnologien. Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien betonte, der Atomausstieg sei komplett über regenerative Lösungen machbar. Wiederholt wurde in diesem Zusammenhang die Forderung nach politischen Strukturmaßnahmen wie etwa einem Erneuerbaren Wärmegesetz nach Vorbild des Erneuerbare Energien-Gesetzes erhoben. Dem kommen nach Ansicht von Ulrich Kelber die Düsseldorfer Beschlüsse der Innenminister zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung zwar ansatzweise bereits nach, gingen aber längst nicht weit genug.

Als gravierender Bremsfaktor auf dem Weg zu Ressourcen- und Umweltschonung wurde die Finanznot der jungen Unternehmen und die mangelnde Bereitschaft von Banken und Wagniskapitalgebern zu Investments genannt. Neuerdings können jedoch junge Unternehmen auf externe Unterstützung nach amerikanischem Vorbild hoffen: Mit der BonVenture Gruppe, München, ist erstmals ein Kapitalgeber am deutschen Markt aktiv, der nicht primär auf Renditemaximierung sondern auf Nachhaltig- und Reproduzierbarkeit abzielt und sich zudem ausschließlich im ökologischen und sozialen Bereich engagiert. Auch klassische VC-Gesellschaften beginnen inzwischen, Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien als aussichtsreiche Beteiligungschancen zu prüfen.

Am Rande der gut besuchten Konferenz demonstrierten besonders innovationshaltige Entwicklungen ihr hohes Marktpotenzial weit über Deutschland hinaus. Beispiele sind aus Berlin eine bereits am arabischen Golf aufgestellte Solar-Windkraftanlage zur Meerwasserentsalzung (SynliftSystem GmbH), aus Halle/Saale eine nicht nur für den Mittelmeer-Raum interessante Adsorbtionskältemaschine mit Wasser als Kältemittel und aus Grünheide (Land Brandenburg) die MRS-Service GmbH mit nutzwertoptimierten und zudem CO2-Ausstoß vermindernden Heizkesseln (HAST-Akku). Besonderen Expertenzuspruch fanden auch die patentierten Parabolrinnen für solare Kraftwerke des aus Baden-Württemberg stammenden Unternehmens CDS sowie die von der Cowatec GmbH aus Burgenlengfeld (Bayern) bereits weltweit exportierten, umweltschonenden Biogas- und Biokraftwerke.

Kontakt: Birgit Schultz, Friedrich Ebert Stiftung, Tel. 030 / 26 935 818, Birgit.Schultz@fes.de, www.fes.de/Stabsabteilung

BU:
Ulrich Kelber: „40 Prozent weniger CO2-Emission bis 2020 sind locker zu schaffen.“ Quelle: Reiner Zensen.

Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien:"Der Atomausstieg ist komplett über regenerative Lösungen machbar." Quelle: Reiner Zensen.

Doro Mante | InnoMedia, Medienagentur für Inn
Weitere Informationen:
http://www.innomedia-berlin.de
http://www.fes.de/Stabsabteilung

Weitere Berichte zu: Atomausstieg CO2-Emission Klimaschutzziel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau
22.02.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Wunderwelt der Mikroben
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften