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Immobilien treten Siegeszug als Anlageform an

23.02.2007
Nachbericht zum 17. IIR Immobilienkongress CIMMIT 2007 / Weiter hohe Nachfrage nach Immobilien / Reits ante portas / Zunehmende Internationalisierung / Immobilienwirtschaft wird verstärkt in Kapitalmarkt integriert

Die deutsche Immobilienwirtschaft befindet sich im Wandel: Die Internationalisierung nimmt zu, neue Anlageformen wie Reits stehen kurz vor der Einführung, und immer mehr Investoren entdecken die Immobilien als Anlageform – reichlich Diskussionsstoff für die 220 Teilnehmer des 17. IIR Immobilienkongresses CIMMIT 2007 Anfang Februar in Frankfurt. Über 30 internationale Immobilien- und Finanzexperten gestalteten ein zweitägiges Programm aus Vorträgen und Diskussionsrunden.

Die Immobilie hat ihren Siegeszug als alternative Anlageform angetreten, so die Beobachtung aller Teilnehmer und Referenten. Den Weg dafür ebnet die zunehmende Globalisierung der Märkte, wie Otmar Issing, ehemals Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank, in seinem Auftaktreferat betonte. Das Risiko der Globalisierung sei heute recht gering, da die Märkte bereits stark miteinander vernetzt seien. „Die Globalisierung ist kein Nullsummenspiel, sie trägt zur Vermehrung des Kuchens bei und birgt Chancen für bisher zurückgebliebene Länder“, sagte Issing. Doch könne die Globalisierung nur bei einer umsichtigen Politik und einer guten Makroökonomie segensreich sein. Besonders für die Immobilienwirtschaft schaffe die Globalisierung gute Rahmenbedingungen. So sei in den vergangenen Monaten die Zahl der internationalen Immobilientransaktionen deutlich angestiegen.

Barbara Knoflach, Vorstandsvorsitzende der SEB Asset Management AG, geht für das vergangene Jahr von einem Rekordvolumen von 200 Milliarden Euro an grenzüberschreitenden Direktinvestitionen aus. „Im laufenden Jahr 2007 wird sich der Aufschwung fortsetzen, auch wenn das Wachstum moderater ausfallen wird“, prognostiziert Knoflach. Vor allem die Vielzahl neuer Anlagemöglichkeiten wie die börsennotierten Reits (Real Estate

Investment Trust) stärkten die Position der Assetklasse Immobilien.
Scott Crowe, Head of US Reits und Stratege bei UBS in New York, bestätigt diesen Trend und spricht von einer Reit-Revolution: Bereits heute hätten 17 Länder Reits eingeführt. Dahinter stecke ein Marktvolumen von 900 Milliarden US-Dollar. Auch für 2007 erwartet Crowe einen weltweit stabilen Investmentmarkt. Die hohe Nachfrage nach Immobilien werde weiter die Preise treiben, so seine Prognose.

Die derzeit „überschäumende Stimmung“, so Referent Dr. Wolfgang Schäfers vom Bankhaus Sal. Oppenheim, werde dafür sorgen, dass die aktuell positive Entwicklung anhalten wird. Die Assetklasse Immobilien schätzt auch er als besonders attraktiv ein. Dazu führt er eine Bloomberg-Analyse an, nach der die Immobilienwirtschaft die zweithöchsten Dividendenerträge nach der Telekommunikationsbranche erzielt. Schäfers warnte zudem davor, den Trend Reits zu verpassen: „Reits sind ante portas – aber wenn wir uns nicht beeilen, können uns Länder wie Italien überholen.“ Eine Kannibalisierung zwischen Reits und anderen Anlageformen, wie zum Beispiel den offenen Immobilienfonds, befürchtet der Experte nicht. Dazu seien sowohl die Zielgruppen als auch die Risikoformen zu unterschiedlich.

Wie Christian Ulbrich, Managing Director der Jones Lang LaSalle GmbH, feststellte, eröffneten Reits den Zugang für Beteiligungen an Immobilienbeständen in einer Vielzahl von Ländern, ohne dass hierfür eine Immobilie direkt erworben werden müsse. Noch stünden einige Experten Reits skeptisch gegenüber. „Ob der Markt Reits als Anlagealternative akzeptiert, hängt größtenteils von der gesetzlichen Ausgestaltung ab“, so Ulbrich. Fest stehe aber, dass mit Reits das Anlagespektrum um ein international anerkanntes Anlageinstrument erweitert und der weltweite Handel mit Immobilien erleichtert würde. Für den deutschen Markt hätte das durchaus positive Folgen: „Die Integration des deutschen Immo-bilienmarktes in die globalen Analysestrategien internationaler Investoren wird die Akteure des deutschen Marktes weiter befeuern“, so Ulbrich.

CIMMIT-Perspektivenbarometer

Die neue Position der Immobilie als Anlageform war auch Thema der Untersuchungen für das CIMMIT-Perspektivenbarometer, vorgestellt von Dr. Helmut Knepel, Vorstand der Feri Finance AG.

Knepel zeigte, dass institutionelle Investoren bis zum Jahr 2009 eine weitere Erhöhung der Investitionen im Immobilienbereich um 21 Prozent planten. Dies entspreche einem Wert von 15 Milliarden Euro.

Der Anteil der Direktanlagen sei seit 2004 um etwa fünf Prozent zurückgegangen, und dieser Trend werde sich weiter fortsetzen. Gewinner dieser Entwicklung sei der Spezialfonds, der der zunehmenden Konkurrenz der indirekten Anlageformen trotzt und seinen Anteil um vier Prozent auf über 23 Prozent werde ausweiten können.

Auch Knepel bescheinigt den alternativen Immobilienanlageformen eine zunehmende Attraktivität. Vor allem Publikumsfonds, Private Equity Fonds und Reits seien mehr als eine Modeerscheinung. Sie würden sich langfristig als Marktsegmente etablieren.

Private Investoren bevorzugen nach Knepels Analyse weiterhin offene Immobilienfonds. Doch zählen bereits 50 Prozent der befragten Anleger Reits und Reits-Fonds zu attraktiven Investitionsalternativen. Geschlossenen Immobilienfonds stehen private Anleger nach wie vor reserviert gegenüber. Als Anlageregionen bevorzugten private Investoren Ziele in Asien und Fernost, aber auch in Osteuropa. An Bedeutung eingebüßt hätten vor allem die Vereinigten Staaten: Mehr als die Hälfte der Befragten mieden die USA als Anlageziel.

Neben der Entwicklung von Immobilien als Anlageprodukte analysierte das CIMMIT-Perspektivenbarometer die Aussichten einzelner Immobilienmärkte und Standorte: Beim Vergleich des Investitionspotenzials einzelner europäischer Regionen schneiden vor allem die osteuropäischen Länder gut ab. Deutschland rangiert auf Platz 14. Bezogen auf die Wirtschaftskraft und -dynamik einzelner europäischer Städte belegt Dublin den ersten Platz, gefolgt von Luxemburg und Helsinki.

Als stärkste deutsche Stadt gelangt München auf Platz 15. Düsseldorf belegt Platz 21, Hamburg erreicht Platz 26. Unter die ersten zehn schafft es München bei dem Vergleich der Büroimmobilien (Platz 7).

Weitere Informationen zum 17. IIR Immobilienkongress CIMMIT 2007
Die CIMMIT fand am 31. Januar und 1. Februar 2007 im Frankfurter Hilton Hotel statt.

Zu den weiteren Referenten gehörten: Gerhard Weber, Vorstandsvorsitzender der Gerry Weber International AG, Maarten J. Hulshoff, CEO der Rodamco Europe N.V, Rotterdam, Nic Lyons, CEO des australischen Investors GPT Group, Claus-Matthias Böge, Deutsche EuroShop, Andreas Lehner, Deutsche Wohnen, Dr. Gerhard Schmidt, DIC Deutsche Immobilien Chancen, Alexander Otto, ECE Projektmanagement, und Johannes Haug, Deka Immobilien Investment.

Als Sponsoren und Aussteller beteiligten sich an der CIMMIT folgende Unternehmen: Eurohypo, Hochtief Construction, Jones Lang LaSalle, Allianz Handwerker Services, DEGI Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds, die Stadtentwicklungsgesellschaft Rüsselsheim und Thomas Daily.

Die nächste CIMMIT findet am 30. und 31. Januar 2008 wieder im Frankfurter Hilton Hotel statt.

Über den Veranstalter IIR Deutschland

Mit derzeit über 200 Mitarbeitern, 14 spezialisierten Geschäftsbereichen und rund 2000 Veranstaltungen jährlich ist IIR Deutschland einer der führenden Kongress- und Seminar-Anbieter. Mehr als 500.000 Kunden besuchten in den vergangenen 20 Jahren Weiterbildungsveranstaltungen von IIR Deutschland.

Die Mitarbeiter von IIR recherchieren neue Trends, ermitteln den Weiterbildungsbedarf eines jeweiligen Marktes und konzipieren auf Basis der Informationen hochaktuelle Veranstaltungen. Dabei stützen sie sich auf ein Netzwerk aus anerkannten Fachleuten.

Als Trainer und Referenten verpflichtet IIR ausgewiesene, teilweise internationale Experten sowie hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Alle Veranstaltungen finden in exklusiven und modernen Tagungshotels statt. Eine detailgenaue Tagungsorganisation und ein geschultes Service-Team sorgen vor Ort für eine professionelle und angenehme Lernatmosphäre.

IIR bündelt seine Fach- und Branchenkompetenz in 14 Geschäftsbereichen, die sich auf den Weiterbildungsbedarf eines speziellen Marktes oder eines bestimmten Berufszweigs konzentrieren.

Romy König | IIR Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.cimmit.de
http://www.iir.de

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