Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Langzeitprojekt „Hessische Naturwaldreservate“ strebt den „Urwald von Morgen“ an

08.08.2005



Warum, seit wann, wie geht das und vor allem: wo geschieht das?

... mehr zu:
»Waldlebensgemeinschaft

Die Idee Naturwaldreservate einzurichten besteht schon länger, dazu auch verschiedene Vorstellungen davon, wie das umgesetzt werden könnte. – Die Situation des Waldes in Hessen und den anderen Bundesländern ist vergleichbar: sämtliche Flächen werden seit Jahrhunderten in irgendeiner Form bewirtschaftet und sind durch menschliche Eingriffe maßgeblich verändert worden.

Seit dem frühen Mittelalter nachweisbare Gründe dafür sind: eine zunehmende Besiedlung von Waldflächen sowie die Abholzung für Bau- und Brennholz. Letzteres nicht nur für den heimischen Herd, sondern auch für industrielle Zwecke (u.a. zur Herstellung von Holzkohle, bei der Verhüttung von Erzen zur Roheisengewinnung, etc...). Rodungen im großen Stil waren die Folge, die Wiederaufforstung - meist durch gebietsfremde Monokulturen aus schnell wachsenden Nadelhölzern, die sich gut vermarkten ließen - eine weitere. - Der Wald veränderte sich zunehmend. Heute hat man keine konkrete Vorstellung davon, wie ein Naturwald in Deutschland / Hessen aussehen könnte, welche Gehölze sich wie entwickeln und wie das natürliche Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten ist.


Neue Impulse für die Naturwaldreservate wurden im Naturschutzjahr 1970 gesetzt. - Die ersten Naturwaldreservate in Hessen wurden 1987 eingerichtet, um eine ungestörte Entwicklung von Waldlebensgemeinschaften zuzulassen und deren Erforschung zu ermöglichen.
Seit mittlerweile 15 Jahren besteht eine Kooperation zwischen dem Forschungsinstitut Senckenberg und dem Landesbetrieb Hessen-Forst.

Ziele sind:

  • Erhaltung, Schutz und Wiederherstellung natürlicher Waldlebensgemeinschaften in ihrer für den jeweiligen Lebensraum typischen Arten- und Formenvielfalt
  • Grundlagenforschung zu den Waldlebensgemeinschaften (Böden, Vegetation, Waldstruktur, Fauna)
  • Erhalt von Weiserflächen für den Waldbau (Vergleich zu Wirtschaftswald- Standorten in Bezug auf Waldverjüngung und –pflege)
  • Erhalt von Weiserflächen für Naturnähe,
  • an denen das Funktionieren des Naturhaushalts und der Grad seiner Beeinträchtigung gegenüber der genutztenLandschaft gemessen werden kann,
  • die als Maßstäbe für Umweltverträglichkeitsprüfungen oder Biotopbewertungen dienen können.

Mittlerweile existieren in Hessen 31 Naturwaldreservate mit mehr als 1200 Hektar klar definierter Flächen, die vollständig aus jeder Form von Nutzung rausgenommen wurden. Im Gegensatz zum Nationalpark, der ein einziges großes Gebiet umfasst, werden hier alle Höhen-, verschiedene Klimazonen im Nord-Süd Gefälle und die unterschiedlichen Böden (geologische Unterschiede) mit berücksichtigt. Neben diesen Totalreservaten (Kernflächen) wurden meist direkt angrenzende Vergleichsflächen eingerichtet, die naturnah weiter bewirtschaftet werden. - An dem Projekt beteiligt sind Botaniker, Zoologen und federführend natürlich die Forstleute.

Außer, dass der „Urwald von Morgen“ ein ausgewogeneres ökologisches Gleichgewicht in den heute dicht besiedelten Gebieten erwarten lässt, können Ziel gerichtete forstliche Maßnahmen in bewirtschafteten Flächen auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse auch von ökonomischem Nutzen sein.

Im Rahmen der Fachtagung „Zoologische Vielfalt in Buchenwäldern“ am 28. und 29. September 2005 im Parkhotel Fulda werden einige der „Geheimnisse des Waldes“ gelüftet. Infos hierzu auch unter www.senckenberg.de oder info@forst.hessen.de.

Details zu Methodik und Forschungsergebnissen aus vier der ausgewiesenen hessischen Naturwaldreservate in dem Gemeinschaftsprojekt von Hessen-Forst und Forschungsinstitut Senckenberg bitte ich der anhängenden Presseinformation zu entnehmen.

Doris von Eiff | Senckenberg
Weitere Informationen:
http://www.senckenberg.de

Weitere Berichte zu: Waldlebensgemeinschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise