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Europäische Konferenz zum UN-Jahr des Mikrokredits eröffnet

23.06.2005


Neue Partnerschaften für Wachstum der Mikrofinanzierung durch Mobilisierung von privatem Know-how und Kapital - Mit Mikrokredit und Sparen verbesserte Lebensverhältnisse für 500 Millionen Menschen möglich

Heute beginnt die Konferenz "New Partnerships for Innovation in Microfinance", die am 23. und 24. Juni 2005 in der Alten Oper, Frankfurt/Main, tagt. Sie bildet zusammen mit dem am 20. Juni von Präsident Jacques Chirac in Paris eröffneten, politischen Forum zur Mikrofinanzierung den europäischen Beitrag zum UN Jahr des Mikrokredits.

"Mikrofinanzierung ist ein entscheidender Beitrag zur Armutsbekämpfung - denn mit kleinen Krediten können Menschen in Entwicklungsländern meist für sich selbst Großes bewirken", sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul heute Morgen zu den mehr als 250 hochrangigen Vertretern und Vertreterinnen von Regierungen, internationalen Finanzinstitutionen, Mikrofinanzinstitutionen und Großbanken in der Alten Oper. "Dazu gehört die Möglichkeit, aus eigener Kraft den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten - eine Chance, die vor allem Frauen in Entwicklungsländern verstärkt nutzen."

Funktionierende Finanzsysteme spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Armut. Ein verbesserter Zugang zu Sparen und Kredit und die damit verbundene, verbesserte wirtschaftliche Lage der Haushalte ermöglicht es auch Kindern ärmerer Familien, die Schule zu besuchen. Oft bieten Mikrofinanzinstitutionen zusätzlich zu Finanzdienstleistungen Gesundheits- und Ernährungsberatung an. Diese Leistungen in Kombination mit dem Zugang zu Sparen, Kredit und Kleinstversicherungen haben die Mütter- und Kindersterblichkeit bei Kunden von Mikrofinanzinstitutionen in vielen Ländern reduziert.

"Unsere Studien belegen, dass die Mikrofinanzierung weltweit einen zentralen Beitrag zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit leisten kann, weil sie das kreative Potential der Armen entfaltet", betonte Elizabeth Littlefield, Geschäftsführerin der Consultative Group to Assist the Poor.

Obwohl fast 100 Millionen arme Haushalte Zugang zu Kleinstkrediten erhalten haben, ist der Bedarf an Mikrofinanzierung weiterhin groß. "Wir schätzen, dass weltweit mehr als 400 Millionen Haushalte dringend Kleinkredite und sichere Sparmöglichkeiten benötigen, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Um so viele Menschen zu erreichen, ist verstärktes öffentliches, aber auch privates Engagement notwendig", so Ingrid Matthäus-Maier, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe. Trotz der Unterstützung fehlt vielen Finanzdienstleistern Kapital und Know-how. Deshalb werden in Frankfurt neue Wege diskutiert, damit Mikrofinanzinstitutionen die Refinanzierung und das Eigenkapital erhalten, das sie für ihr Wachstum so dringend benötigen. Die Konferenz ist die weltweit erste Veranstaltung, auf der Erfahrungen mit der Verbriefung von Mikrokrediten vorgestellt und diskutiert werden.

Auch strategische Partnerschaften zwischen Mikro- und Hochfinanz können zum Wachstum der Mikrofinanzierung beitragen. So berichtete Klaus M. Patig, Mitglied des Vorstands der Commerzbank, über die guten Erfahrungen der Commerzbank mit den ProCredit Banken in Südosteuropa und im Kaukasus. Während der Konferenz vertiefen führende Experten und Manager die noch offenen Fragen solcher Partnerschaften: Wie können private Banken und Technologieunternehmen dazu beitragen, das Angebot im ländlichen Raum zu verbessern? Was sind die Chancen und Risken für privatwirtschaftliches Engagement in der Mikrofinanzierung?

"Auch deutsche Anleger können mit ihrer Entscheidung, sich in Mikrofinanzinstitutionen zu engagieren, einen Beitrag dazu leisten, weltweit den Kampf gegen Armut voranzubringen. Auch wir als Bundesregierung unterstützen solche Institutionen", sagte Bundesministerin Wieczorek-Zeul. Insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent sieht die Bundesregierung noch eine große Aufgabe. "Deshalb setze ich mich für eine Mikrofinanzinitiative 2005 für Afrika ein", so Wieczorek-Zeul. Mit der vom Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der KfW getragenen Initiative soll die nachhaltige Versorgung armer Bevölkerungsgruppen mit Finanzdienstleistungen erheblich verbessert werden.

Die Frankfurter Veranstaltung wird durch die KfW Entwicklungsbank zusammen mit ihren internationalen Partnern Agence Française de Développement (AFD), BMZ, Consultative Group to Assist the Poor (CGAP/Weltbank), dem britischen Department for International Development (DFID) sowie der Netherlands Development Finance Company (FMO) veranstaltet.

Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung gehört die KfW Entwicklungsbank bei der Unterstützung von Mikrofinanzinstitutionen zu den weltweit führenden Akteuren. Insgesamt fördert sie die Mikrofinanzierung im Auftrag des BMZ mit mehr als 460 Mio. EUR. Die KfW kooperiert mit 84 Mikrofinanz-Partnern in 37 Ländern.

Dr. Charis Pöthig | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

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