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Gemeinsam den Krebs enträtseln

04.05.2005


Fachtagung zum Krebsregister NRW in Dortmund



In Nordrhein-Westfalen werden Krebserkrankungen ab dem 1. Juni 2005 in einem landesweiten Krebsregister erfasst. Der nordrhein-westfälische Landtag hatte einem entsprechenden Gesetzentwurf von NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer am 17. März 2005 zugestimmt. Zum Auftakt findet heute, am 4. Mai 2005, eine Fachtagung zum Epidemiologischen Krebsregister NRW statt.



„Krebs zu bekämpfen ist eines der zehn vorrangigen Gesundheitsziele des Landes Nordrhein-Westfalen“, sagte Ministerin Birgit Fischer in Dortmund. „So sind Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge bei Krebskrankheiten in den vergangenen Jahren bereits deutlich verbessert worden. Das Krebsregister ist ein wichtiges Instrument, um weitere Fortschritte zu machen. Eine detaillierte Datenerhebung aller Krebsarten kann bereits in wenigen Jahren die Basis sein für neue Erkenntnisse über Krebserkrankungen und neue Wege in Früherkennung, Behandlung und Nachsorge.“

„Die Aussagen der Krebs-Epidemiologie sind wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Krebsbekämpfung und Krebs-Ursachenforschung“, betonte auch Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Doch während in zahlreichen anderen Ländern Europas flächendeckende Krebsregister existierten, sei Deutschland in dieser Beziehung immer noch ein Entwicklungsland. Das wolle die Deutsche Krebshilfe ändern. Die Organisation hatte daher bereits 1995 alle Bundesländer aufgerufen, vollzählig erfassende Krebsregister aufzubauen. „Wir erhoffen uns von der Förderung des Krebsregisters NRW eine Signalwirkung für ganz Deutschland: Wenn das bevölkerungsreichste Bundesland mit Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe eine vollzählige Krebsregistrierung erreicht, dann sollte dies für die ganze Bundesrepublik beispielhaft sein“, so Janssen.

Das Krebsregister hat unter anderem folgende Merkmale: Alle gesichert diagnostizierten Krebserkrankungen in Nordrhein-Westfalen werden flächendeckend erfasst; das Krebsregister wird in kooperativer Trägerschaft der für die Krebsversorgung zuständigen Organisationen und Institutionen des Gesundheitswesens betrieben, um schnell die Vollständigkeit der Meldungen und eine intensive Nutzung der vorhandenen Daten zu erreichen;

Patientenorganisationen wirken in den zuständigen Gremien mit; Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte werden gesetzlich verpflichtet, bösartige Tumorbildungen zu melden; durch Nutzung des Internets wird ein Meldesystem eingerichtet, das innovativ, kostengünstig und mit geringem Verwaltungsaufwand verbunden ist; der Datenschutz wird durch Verschlüsselung der Meldungen – die so genannte Pseudonymisierung – sichergestellt.

Die Deutsche Krebshilfe stellt für das Krebsregister Nordrhein-Westfalen insgesamt 3,2 Millionen Euro bereit, auch mit dem Ziel, die zwingend notwendige Verbesserung der Krebs-Epidemiologie in der gesamten Bundesrepublik zu erreichen.

Beim Aufbau des landesweiten Krebsregisters kann auf die guten Erfahrungen im Regierungsbezirk Münster zurückgegriffen werden. Münster wird auch Standort für das Krebsregister NRW sein. Dort besteht bereits seit 1985 ein – regional begrenztes – bevölkerungsbezogenes Register, in dem mittlerweile 90 Prozent aller dortigen Krebsfälle erfasst werden.

In Nordrhein-Westfalen erkranken jährlich 85.000 Menschen an Krebs. Und: mehr als 45.000 Männer und Frauen sterben landesweit in jedem Jahr an dieser Krankheit. Damit sind Krebserkrankungen nach Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems die zweithäufigste Todesursache.

| Deutschen Krebshilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.krebsregister.nrw.de

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