Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

31. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie

24.03.2005


Wenn die Kraftwerke der Zellen ausfallen - Neuropädiater diskutieren kindliche Erkrankungen des Nervensystems



Die 31. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP) findet vom 21. bis 23. April 2005 im Kongresszentrum Erlangen statt. Mediziner und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutieren dort aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Erkrankungen des kindlichen Nervensystems. Das Programm richtet sich vor allem an Ärzte, Studenten und auch Pflegepersonal. Schwerpunkte sind in diesem Jahr unter anderem neurologische Erkrankungen bei Neugeborenen sowie diagnostische Verfahren und Therapiemöglichkeiten bei medikamentenresistenten Epilepsien. Weitere Hauptthemen sind Störungen des Energie- und Hormonhaushalts und deren Wirkung auf die Funktionen des Gehirns.



"Der hohe Grad der Spezialisierung unserer Fachrichtung darf den Blick auf die kleinen Patienten nicht verstellen", betont Kongresspräsident Professor Dr. med. Dieter Wenzel, Leiter der Abteilung Neuropädiatrie an der Klinik für Kinder und Jugendliche der Universität Erlangen. "Das betroffene Kind muss im Mittelpunkt stehen, ihm muss die bestmögliche Hilfe zuteil werden", so der Neuropädiater im Vorfeld der Jahrestagung.

Ein Schwerpunkt des Kongresses sind so genannten "Mitochondriopathien": genetisch bedingte Defekte in den "Kraftwerken" der Zellen, den Mitochondrien. Kinder aller Altersgruppen können davon betroffen sein. Häufig ist die Entwicklung ihres Gehirns gestört. Einige dieser Kinder leiden zudem an epileptischen Krampfanfällen - auch Schlaganfälle sind möglich. Für viele Mitochondriopathien gibt es mittlerweile biochemische Nachweise, für einige auch Gentests. "Die Eltern kann ein solcher Test zumindest aus der quälenden Ungewissheit über die Krankheit ihres Kindes erlösen", erklärt Professor Wenzel.

Epilepsie ist die häufigste chronische Krankheit des Nervensystems im Kindesalter. Meist können Medikamente die Krampfanfälle verhindern. Doch bei etwa 20 Prozent der Patienten reagiert die Epilepsie nicht auf Medikamente. In Erlangen diskutieren die Experten Wege, diese "Pharmakoresistenz" zu überwinden. Neu ist dabei eine Art "Nervenschrittmacher": Er setzt die "Anfallsschwelle" im Gehirn herauf und verhindert so epileptische Anfälle.

Ein weiteres Hauptthema in Erlangen sind Hirnschäden von Risiko-Früh- und Neugeborenen. "Wesentliches Anliegen ist es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen", betont Professor Wenzel. Denn viele dieser Kinder erlitten auch heute noch bleibende Behinderungen - eine Folge der Unreife, früher Infektionen oder der Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Energie.

Zum zweiten Mal bietet die GNP direkt im Anschluss an die Jahrestagung, am 23. und 24. April 2005, eine "Fortbildungsakademie für Neuropädiatrie" an. Der Lehrplan bietet im Dreijahreszyklus Basiswissen und Updates für Neuropädiater. Es gibt jeweils Lernmodule für angehende und erfahrene Ärzte.

Die Teilnahme an der Jahrestagung kostet für Mitglieder 165,- Euro, für Nichtmitglieder 190,- Euro. Studenten und Pflegepersonal zahlen 80,- Euro. Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte telefonisch bei Intercongress unter Tel: 0761 69 69 90.

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.neuropaediatrie-congress.de
http://www.neuropaediatrie.com

Weitere Berichte zu: GNP Nervensystem Neuropädiatrie Pflegepersonal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen
23.08.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Logistikmanagement-Konferenz 2017
23.08.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie