Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Du mir, so ich Dir: Kooperation bei Menschen und Affen

26.11.2003


Eine internationale Spitzengruppe von Evolutionsforschern diskutiert vom 09.-12. Dezember auf den "Göttinger Freilandtagen" neueste Erkenntnisse über die Ursachen und Mechanismen von kooperativem Verhalten bei Affen und beim Menschen. Gastgeber sind die Soziobiologen der Universität Göttingen und des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) Göttingen.



Kooperative Jungenaufzucht beim Mausmaki. Weibchen ziehen ihre Jungen in einer gemeinsamen Baumhöhle auf. Sie pflegen und stillen dabei auch die Jungen fremder Mütter. Warum investieren manche Mütter so viel in fremde KInder?


Auf den diesjährigen "Göttinger Freilandtagen" geht es um einen herausragenden Aspekt des sozialen Zusammenlebens bei Mensch und Tier: Kooperation mit Artgenossen. Warum helfen manche Menschen und Tiere ihren Artgenossen, obwohl diese Hilfe für sie mit Nachteilen verbunden sein kann?

Ein Dogma der Evolutionsbiologie besagt, dass solches altruistisches Verhalten vor allem gegenüber Verwandten gezeigt werden sollte. Allerdings gibt es bei Tieren immer mehr Beispiele für Kooperation zwischen Nicht-Verwandten, und beim Menschen stellen Solidarität und Altruismus gegenüber Fremden ein alltägliches Phänomen dar. Die Flutkatastrophe des vergangenen Sommers lieferte ein aktuelles Beispiel für diese Hilfsbereitschaft. Mechanismen des kooperativen Verhaltens im Alltag sind nicht nur aus theoretischen Gründen interessant, sondern sie stellen auch eine zentrale Problematik in den Wirtschaftswissenschaften dar.


Neuere Untersuchen an Affen haben gezeigt, dass auch sie ausgeklügelte Strategien für kooperatives Verhalten besitzen. So besitzen sie offensichtlich ein Gefühl für Gerechtigkeit und Ausgewogenheit bei wiederholten kooperativen Interaktionen. Es gibt auch Hinweise dafür, dass sie unterschiedliche Interaktionen in diesem Zusammenhang miteinander verrechnen können, sodass die soziale Komplexität der Kooperation vielleicht auch zur Entwicklung der außergewöhnlichen kognitiven Leistungen der Primaten insgesamt beigetragen hat.

Eine interdisziplinäre Betrachtung verschiedener Ursachen und Mechanismen des kooperativen Verhaltens beim Menschen und seinen nächsten Verwandten stellt daher eine Möglichkeit dar, neue empirische und theoretische Befunde kritisch zu vergleichen und nach übergeordneten Prinzipien der Kooperation zu suchen. Beiträge von Primatologen, Anthropologen, Soziobiologen, Psychologen, Wirtschaftswissenschaftlern und Bildungsforschern werden diese Fragen aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchten.

Die "Göttinger Freilandtage" sind eine Veranstaltung der Abteilung Soziobiologie/Anthropologie der Universität Göttingen und des Deutschen Primatenzentrums. Alle zwei Jahre werden die weltweit namhaftesten Primatologen und Evolutionsbiologen nach Göttingen eingeladen, um aktuelle Ergebnisse der Freilandforschung an Primaten zu einem spezifischen Thema in einem breiten Kontext zu diskutieren.

Ansprechpartner für Rückfragen
Prof. Dr. Peter Kappeler pkappel@gwdg.de 0551-3851-284 oder
Dr. Claudia Fichtel Claudia.Fichtel@gwdg.de 0551-3851-377

Dr. Dr. Michael Schwibbe | idw
Weitere Informationen:
http://www.dpz.gwdg.de
http://www.dpz.gwdg.de/voe_page/GFT2003/index.htm

Weitere Berichte zu: Freilandtag Primat Primatenzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau
22.02.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Wunderwelt der Mikroben
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften