Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales Forum zu Nano- und Biowissenschaften "Der Natur abgeschaut"

07.01.2003


Gemeinsame Tagung von LMU und Universität Osaka in München

... mehr zu:
»LMU »Nanostruktur

München, 06. Januar 2003 - Am 16. und 17. Januar 2003 findet das "Forum on Nanoscience and Nanotechnology" in München statt. Die Tagung wird von der LMU München in Zusammenarbeit mit der Universität Osaka, Japan, organisiert. Etwa 200 Teilnehmer aus aller Welt treffen sich in der LMU. In 14 Vorträgen werden Forscher aus Deutschland, Japan, Frankreich, Holland und der Schweiz neben einer allgemeinen Einführung in das jeweilige Gebiet über aktuelle Entwicklungen und Ergebnisse in der Nanoanalytik, -optik und -photonik, sowie über neue Nanowerkzeuge und -maschinen berichten. Besonderer Schwerpunkt: die Biowissenschaften und Anwendungen in der Biotechnologie.

"Das Forum soll die Kooperation zwischen Forschern aus aller Welt fördern und letztlich zu einem Netzwerk akademischer Kontakte führen", erklärt Professor Michael Reichling vom Department für Chemie sowie des Center for NanoScience (CeNS) der LMU. Reichling ist einer der Organisatoren. "Deshalb wollen wir nicht nur Spezialisten, sondern auch Neueinsteiger und Forscher mit allgemeinem Interesse an dem Gebiet und insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs ansprechen."


Das erste Forum dieser Art fand vor einem Jahr in den USA statt. Mit der diesjährigen Veranstaltung soll im Europäischen Umfeld vor allem die Zusammenarbeit zwischen Spitzenforschern der LMU und der Universität Osaka ausgebaut werden.

Die Nanowissenschaft beschäftigt sich mit Objekten, die nur wenige oder wenige Zehn Nanometer groß sind, wobei ein Nanometer einem Milliardstel Meter entspricht. Nanopartikel und Nanostrukturen sind daher nur aus 100 bis 100.000 Atomen oder Molekülen zusammengesetzt und zeigen physikalische und chemische Eigenschaften oder biologische Funktionen, die sich sehr von denen einzelner Atome oder Moleküle beziehungsweise Gegenständen unserer Alltagswelt unterscheiden.

Die Wissenschaftler haben mittlerweile sehr ausgereifte mikroskopische Methoden entwickelt, um Nanostrukturen auf der atomaren Ebene abzubilden oder Atom für Atom zu manipulieren. Dazu werden feinste Nadelspitzen eingesetzt, aber auch mit intensiven, stark fokussierten Lichtstrahlen können Nanostrukturen vermessen und verändert werden. Lichtgestützte Verfahren werden vor allem zur Untersuchung von Quantenpunkten eingesetzt. Diese, oft in regelmäßiger Struktur angeordneten, Nanopartikel aus Halbleitermaterial bieten ein großes Potenzial für Anwendungen in hochentwickelten, miniaturisierten Systemen der optischen Telekommunikation. Methoden der Nahfeldoptik- wie auch die konfokale Mikroskopie werden genutzt, um einzelne Moleküle bei ihrer Arbeit in biologischen Systemen zu beobachten.

Die belebte Welt zeigt sich äußerst einfallsreich in der Schaffung von Nanostrukturen durch Selbstorganisation. Moleküle setzen sich dabei automatisch wie Legosteine zusammen, um Superstrukturen und letztlich Einheiten mit spezifischen biologischen Funktionen zu bilden. Beispiele dafür sind etwa Zellmembranen oder Botenmoleküle, die Informationen zwischen einzelnen Zellen transportieren. Besonders interessant sind molekulare Motoren, welche zum Beispiel die Bewegung von Bakterien ermöglichen, indem sie deren Geißeln antreiben. Hoch komplexe Enzyme kopieren als Nanomaschinen genetisches Material.

Die Beiträge im Forum werden nicht nur auf die Struktur dieser biologischen Nanosysteme eingehen, sondern auch die Strategien diskutieren, die in der Natur deren Aufbau und Betrieb mit minimalem Energieaufwand ermöglichen. Inspiriert durch diese Vorbilder versuchen Forscher nun, Biomoleküle zum Aufbau künstlicher, selbstorganisierter Nanostrukturen einzusetzen. Damit werden unter anderem Komponenten für die molekulare Elektronik entwickelt, die die Grundlage für eine neue Generation von Computern mit bisher unerreichter Geschwindigkeit und Kapazität bei minimalem Energieeinsatz bilden sollen.

Die Tagung präsentiert aktuelle Ergebnisse auf diesen Gebieten und ist ein Beispiel dafür, wie Forscher im internationalen Austausch neue Konzepte für die Funktionsweise von Nano-Komponenten erarbeiten und Visionen für eine neue Nanowelt entwickeln. "Das geht weit über die Grenzen traditioneller, wissenschaftlicher Disziplinen wie Physik, Chemie, Biologie und Medizin hinaus", sagt Professor Reichling. "Eine umfassende Denkweise zur Beschreibung und Gestaltung der Nanowelt ist die Basis für die lange prophezeite Nano-Revolution, die das Grundlagenwissen auf diesem faszinierenden Gebiet in Technologien, Werkzeuge und letztendlich Produkte zum Nutzen aller umsetzen soll." (suwe)

Ansprechpartner:

Professor Michael Reichling
Department Chemie der LMU und Center for NanoScience (CeNS)
Tel: 089-2180-77603
E-Mail: reichling@cup.uni-muenchen.de

Cornelia Glees-zur Bonsen | idw
Weitere Informationen:
http://www.phys.chemie.uni-muenchen.de/NanoForum/

Weitere Berichte zu: LMU Nanostruktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule
18.01.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik