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Vom Weltall aus auf Umweltänderungen achten

13.09.2002


Wie schnell wachsen unsere Städte? Wo breiten sich Wüsten aus, welche Regionen werden landwirtschaftlich genutzt? Wie verändert der Mensch die Erde? Antworten auf diese Fragen liefern Erderkundungs-Satelliten in der Umlaufbahn. Dabei ermöglichen die Satellitendaten nicht nur eine Bestandsaufnahme; sie sind auch die Basis für verfeinerte Prognose-Modelle. Rund 60 Wissenschaftler aus 23 Ländern diskutieren vom 18. bis zum 20. September im Bonner Universitätsclub über Perspektiven der Satelliten-Fernerkundung gerade in Entwicklungsländern. Organisatoren des Workshops "Remote Sensing for Developing Countries" sind die Arbeitsgruppe Fernerkundung und das Zentrum für Fernerkundung der Landoberfläche der Universität Bonn.

Während sich Mittel- und Osteuropa gerade von den Folgen einer verheerenden Flutkatastrophe erholen, wird in weiten Teilen Afrikas das Wasser knapp: Der UN-Gipfel in Johannesburg hat wieder gezeigt, wie sehr gerade die Ärmsten der Armen unter Klimawandel und Wüstenbildung leiden. An der Universität Bonn verfolgt beispielsweise das Forschungsprojekt IMPETUS, wie sich die Erdoberfläche durch den menschlichen Einfluss ändert und mit welchen Maßnahmen sich die Wasserreserven effizienter nutzen lassen. Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Gunter Menz vom Bonner Geographischen Institut erstellt dazu aus Satelliten-Daten digitale Höhenmodelle und Landnutzungskarten, visualisiert und modelliert die fortschreitende Landnutzungsveränderung durch Waldabholzung und Urbanisierung.

"Speziell für Entwicklungsländer bietet die Fernerkundung einen einzigartigen Zugang zu flächendeckenden Daten über den Zustand der Erdoberfläche", erklärt Professor Menz. Die Beobachter aus dem All spielen daher bei der Überwachung von Umweltprozessen eine immer größere Rolle; ihre umfassenden Daten eröffnen zudem neue Möglichkeiten, die Änderungen im Computer zu modellieren und so genauere Prognosen über zukünftige Entwicklungen zu treffen.
Beim Workshop im Bonner Universitäts-Club, den die European Association for Remote Sensing Laboratories (EARSeL) initiiert hat, werden sich Wissenschaftler aus Industrie- und Entwicklungsländern über aktuelle Umweltprobleme austauschen und diskutieren, mit welchen Methoden sich die drängenden Fragen beantworten lassen.

Ansprechpartner:
Dr. Hans-Peter Thamm
Geographisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2092, Fax: 0228/73-4864
E-Mail: thamm@rsrg.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.rsrg.uni-bonn.de/

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