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Männerärzte helfen bei Impotenz und Unfruchtbarkeit

26.08.2002


Andrologie-Tagung vom 5.-7. September an der Universität Jena

Kommt mit dem Alter das Aus für die Lust? Viele Männer über 50 machen sich Sorgen um ihre Potenz. Wenn dann im Bett tatsächlich nichts mehr geht, bricht bei manchem das Selbstbewusstsein zusammen. So weit muss es nicht kommen, sagen die Ärzte: Erektionsstörungen bei älteren Männern sind heute in vielen Fällen heilbar. Einen Überblick über die einschlägigen Therapien will die 14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (Andrologie = Männerheilkunde) bieten, die vom 5.-7. September an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfindet. Weitere Schwerpunkte der Tagung sind die Behandlung der männlichen Unfruchtbarkeit sowie Ergebnisse und Risiken der künstlichen Befruchtung.

"Andrologen sind Ärzte, die Männer bei Erkrankungen ihrer Geschlechtsorgane und Störungen ihrer Zeugungsfähigkeit behandeln", erklärt Prof. Dr. Gerhard Schreiber. Der Sexualmediziner und Hautarzt von der Universität Jena organisiert die Tagung. Potenzprobleme beim alternden Mann sind ein typischer Fall für die Andrologen-Sprechstunde: "Manche älteren Männer bekommen keine Erektion mehr, obwohl ihre Durchblutung in Ordnung ist. Sie haben einfach nicht mehr richtig Lust auf Sex, weil sie sich insgesamt nicht wohl fühlen, und dafür kann es viele Ursachen geben", so Prof. Schreiber weiter. Die Behandlung einer Erektionsstörung darf also nicht nur darin bestehen, dem Patienten Hormonspritzen zu verpassen oder Pillen zu verschreiben. "Moderne Impotenz-Therapien beziehen den gesamten Menschen ein, also auch sein seelisches Befinden und seine Familiensituation", macht Schreiber deutlich.

Auch bei Prostataleiden, Geschlechtskrankheiten und ungewollter Kinderlosigkeit sind Männer bei einem Andrologen an der richtigen Adresse. Allerdings ist es oft schwer, einen entsprechenden Spezialisten zu finden, weil es in Deutschland keine Facharztausbildung für Andrologie gibt. Andrologen sind von Haus aus oft Hautärzte, Urologen oder Internisten, die sich in besonderen Kursen weitergebildet haben. An der Universität Jena werden schon seit 1976 solche Fortbildungen angeboten. Die Jenaer Andrologie-Fortbildung findet in diesem Jahr zum 19. Mal statt und ist in die Tagung einbezogen. Angeboten werden Workshops zu den Themen Prostata-Entzündung und Geschlechtskrankheiten, ein Seminar zu mikrochirurgischen Problemen in der Andrologie sowie ein Laborpraktikum zur Spermadiagnostik.

Besonders wichtige Ergebnisse erwartet Tagungspräsident Schreiber zum Thema künstliche Befruchtung. Studien haben belegt, dass so genannte "Retortenbabys" häufiger mit Fehlbildungen zur Welt kommen als Kinder, die auf natürliche Weise gezeugt wurden. Viele Paare, die eine künstliche Befruchtung planen, sind jetzt durch widersprüchliche Medienberichte verunsichert. "In Jena werden international renommierte Experten über den aktuellen Forschungsstand auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung informieren, die juristischen und ethischen Aspekte der Methode zur Sprache bringen und das Missbildungsrisiko von Fall zu Fall abzuschätzen helfen", kündigt Schreiber an.

Hinweis für die Medien:
Während der Tagung findet am Freitag, dem 6. September, von 11.30-14.00 Uhr eine Pressekonferenz statt. Ort: Universitäts-Hauptgebäude, Fürstengraben 1, Hörsaal 235.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Schreiber
Klinik für Hautkrankheiten der Universität Jena
Erfurter Str. 35
07743 Jena
Tel.: 03641 / 937338
Fax: 03641 / 937315
E-Mail: gerhard.schreiber@derma.uni-jena.de

Monika Paschwitz | idw

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